Ältere Notizen aus der Zwischenwelt

Neues Pop-Abenteuer
Am 6. Mai wird auf bremen eins ein brandneuer Reisebericht von Paul E. Pop aufgeblättert. "Die Achterbahn der Zeit" beginnt - wie nicht anders zu erwarten - auf Tobago und beginnt mit einem unerwarteten Wiedersehen mit einem guten alten Bekannten.

Cocktail-Shaker
Weil's Fragen gab: Das mit Kusshand empfohlene Album von Iko Andrae, mit Songs von einem langen Segeltörn von Bremen nach Tobago (und wieder zurück) gibt's nicht im Laden. Wer die charmanten Fernweh-Songs von "Our Journey In A Cocktail Shaker" in den eigenen CD-Player legen will, kann sie direkt bei Iko bestellen.

Mit Biss
Zwei dicke Bücher hab' ich gerade durchgewälzt: "Biss zum Morgengrauen " und "Biss zur Mittagsstunde" von Stephenie Meyer. Ein dritter Band dieser epischen Fantasy-Geschichte wird demnächst erscheinen. Im Mittelpunkt steht die achtzehnjährige Bella, die vom sonnigen Phonix  in den verregneten Pazifik-Bundesstaat Washington ziehen muss und sich prompt in den Falschen verliebt - in Edward, der nicht mehr wirklich ein Mensch ist. Und ja, sicher: Die Story ist packend, groß, oft überraschend und immens lebendig geschrieben. Aber ehrlich gesagt: Es ist doch ein echtes "Mädchenbuch". Bellas sprunghafte Teenager-Gefühlswelt, ihr ständiges Leiden, Schmollen, Wüten und Jammern füllen weite Strecken der dicken Bände. Es ist anstrengend, liest sich bisweilen wie eine Romantik-Schmonzette aus längst vergangenen Zeiten. Bei mir hat Miss Meyer dennoch gerade die Kurve gekriegt. Die Charaktere sind lebendig, die Wendungen oft überraschend, und wenn man(n) die Mädchen-Gefühlspassagen über sich ergehen lässt, wird's doch immer wieder spannend. Den dritten Band werd' ich denn auch - trotz leichter Vorbehalte - lesen, sobald er erscheint.

Flossen Weg!
Noch mal Daumen nach oben für Christopher Moore: "Flossen Weg! - auch ein Geburtstagsgeschenk - war beste Unterhaltung: Ein paar herrlich überzeichnete Walforscher in Hawaii machen zunehmend verwirrende und erstaunliche Beobachtungen - und plötzlich öffnet sich ein ganz neues, unbekanntes Kapitel der Evolution. Eine verrückte Exkursion beginnt. Wenn ich Noten verteilen sollte: Eins plus für den ersten Teil, der im diesseitigen Hawaii spielt und eine Menge gut recherchierte Informationen zum Stand und zu Fragen der Walforschung liefert: Brillant und brüllend komisch geschrieben - da kann sich Moore durchaus mit Terry Pratchett und Douglas Adams messen. Der zweite (Fantasy-)Teil des Buches hat mich nicht ganz so begeistert. Aber unterm Strich: Ein Buch für alle fünf Sterne.

22.April
Danke, Danke, Danke
Das war 'ne große, nette und wunderbare Überraschung, als da plötzlich ein paar aus dem Kreise der geneigten Wunderwelt-Hörerschaft ... nein! Ich fang nochmal an: Das war eine wunderbare Überraaschung, als da ein paar Freunde, die zufällig auch regelmäßig die Wunderwelt hören, auf meinem Geburtstagsrasen standen, um zu gratulieren und um mir ein echtes Wunderwerk zu überreichen: Soweit ist es also schon gekommen, dass nun auch mal für den geschwätzigen Moderator eine ganze lange Sendung produziert wird, mit allem was (meiner Meinung nach) eine gute Sendung haben sollte. Dafür erstmal aus vollem Herzen: Ein errötetes Dankeschön! Die Welt ist doch noch voller Wunder!
Und hier kommt gleich die Asche über mein Haupt: Ich hab's noch nocht richtig gehört, weil mich - pünktlich nach Abschluss der Feier eine klitzekleiner Virus ein paar Tage lang in ein bleichhäutiges, sabberndes und stöhnendes Gespenst verwandelte, das ständig mit einem Auge den Fluchtweg zum nächsten Klo im Auge behalten musste.
Dashalb die verspätete Danksagung; deshalb die unvollständige Rückmeldung; deshalb der momentan wieder mal dampfende Kopf, denn jetzt schwenken ein paar Tage liegengebliebener Arbeit die Keulen. Da muss einiges erledigt werden, und eine mit so viel Liebe und Freundschaft gemachte "Geburtstagswelt" zieht man sich nicht mal so "nebenbei", zwischen Tür und Angel rein. Und dann waren das auch noch zwei ganz andere Termine.
 
Erstens: Hallo Westkurve!
Der an sich doch manisch fussballbegeisterte Moderator (hier kommt ein erschreckendes Bekenntnis:) war noch nie in einem echten Fußballstadion. Und so waren denn auch echte Werderkarten unter den Geburtstagsgeschenken. Das musste einfach mal sein, und als wollten die elf Freunde unter der Ostkurve mir auch noch was schenken, haben sie ein Spiel auf den Rasen gelegt,  von dem einige Fans wohl noch ihren Enkel erzählen werden: Mit nagelknabbernder Spannung, nackter Verzweiflung, Erlösung und einem Traum-Traum-Traum-Tor von senor Diego in der allerletzten Sekunde. Toll war's! Die Atmosphäre, der Abendhimmel über dem Weserstadion, und dieser verblüffenden Erkenntnis, dass Fußball live was ganz anderes ist, als vor der Glotze. Aber ehrlich: Gelegentlich haben mir da die Wiederholungen und die Zeitlupe  gefehlt. Können die Mannschaften ihre besten Szenen nicht noch mal langsam und nachvollziehbar nachstellen?
 
Zweitens: So schön ist die Karibik!
Das war ein wirklich traumhafter Abend, als Iko Andrae sein gesungenes Segeltagebuch im Bremer 'Orange' vorstellte (siehe irgendwo weiter unten). So muss Live-Musik sein: Nah, charmant und voll mit guten Songs, und hinter der kleinen Bühne gab's Bilder von dem langen Segel-Törn, bei denen's mir ganz warm um's Herz wurde: Tobago, die Grenadines, Dominica, Antigua. Ständig hätt' ich meinen Finger in die Höhe recken können: "Da war ich auch! Und genau! So sah's da aus! Wirklich!" Das hätte noch ewig so weitergehen können - auch nach dem eigentlichen Konzert - mit den gesprächen mit Iko und Maret und einigen aus dem geneigten Freundeskreis der Hörerschaft, die ihren Weg nach Findorff (mit zwei F!!!! / Danke. Björn!) gefunden hatten. Wer's sich aus zweiter Hand gönnen will: Ein Besuch der Homepage von Iko Andrae und Wrong Haircut lohnt sich unbedingt. Und das Album "Our Journey in a Cocktail Shaker" lohnt sich auch, besonders wenn man gute Songs und Geschichten zwischen Nordsee und Karibik mag (gibt's nur  per Versand). (Live gibt's die ganze Reise nochmal am 25.Mai um 20.00 Uhr im Speicher in Husum  und am 3.Juni im Kursaal auf Spiekeroog.
 
13. April
Bücher, Books, schnell und heftig
Zu Ostern hab' ich Ian Ogilvys "Miesel und der Kakerlakenzauber" unterm Strauch gefunden . Und  wer  absolut spannende, bewegende , phantasievolle, britische Geschichten mit Zauberern und ihren Marotten mag, muss dieses Buch lieben. Mr. Ogilvy versteht es, zu schreiben; die Geschichte ist brillant, packend, düster und bisweilen gruselig und kann sich mit den besten ihres Genres durchaus messen. In der Miesel-reihe erschienen noch weitere Bücher, auf die ich ziemlich neugierig bin. Ogilvys geschichten werden als Kinderbücher verkauft - aber was bedeutet das schon?
Gillian Cross' "Der grüne Abgrund" dagegen war eine herbe Enttäuschung. Kein Wort auf dem Cover verrät,. dass dieses Buch der erste Teil einer (noch nicht) vollendeten Trilogie ist. Da blickt man etwas belämmert auf die letzen Worte am Ende der knapp 300 Seiten, aber wirklich nur "etwas" belämmert: Die Story ist zwar recht faszinierend: Ein Teenager, der aus unerfindlichen auf Ameisengröße geschrumpft wird und bei einem Trupp ähnlicher Däumlinge landet. Aber ach, Miss Cross neigt zu depressiven Weinerlichkeit. Alles ist schrecklich, trostlos und verzweifelt. Keiner ihrer Helden benimmt sich logisch; niemand stellt naheligende Fragen; stattdessen gluckern viele überflüssige Worte übers Papier. Muss man nicht lesen.
Ganz ähnlich: "Molwanien. Land des schadhaften Lächelns" von Santo Cilauro, Tom Gleisner, Rob Sitch und Gisbert Haefs: Die Idee ist hübsch: Ein Reiseführer über ein fiktives, haarsträubend scheußliches Land in Osteuropa, perfekt in Form, Fotos und Karten. Aber die Idee trägt eben nur für zehn oder zwanzig Seiten, nicht für ein ganzes Buch. Spätestens im dritten Kapitel wird's langweilig immer wieder von scheußlichen Hotels, abgewrackten Restaurants und schauerlichen Landschaften zu lesen. Allein als Lektüre auf dem Gästeklo kann dieses Buch einen Zweck erfüllen und dann sogar ganz lustig sein.
 
13.April
Und sonst noch?
Siehste - so ist das mit einem elektronischen Tagebuch. Keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit. Heute ist glaub' ich der erste Tag nach zwei Wochen, in denen ich mal nicht in irgendeinem Radioprogramm zu hören bin. Das wurde ja auch Zeit. So schön es ist, mal wieder vor allerlei neuen Herausforderungen zu stehen : Irgendwo muss auch Zeit zum Leben sein. Und deshalb verkneif' ich mir jetzt lange geschichten von diesem und jenem ...
 
13. April
Aber das muss sein!
"Our Journey In a Cocktail Shaker" heisst das neue Album von Iko Andrae, der lange Zeit mit der Wunderwelt-Lokalfavoritenband Wrong Haircut unterwegs war. Die CD enthält 14 Songs, die auf dem Segelschiff 'Balu' entstanden sind - bei einer 417tägigen Reise von Bremen nach Tobago und zurück. Und auch ein Stück namens "Pirate's Bay Charlotteville Tobago" ist mit drauf. Was für ein Zufall! Wer's näher kennenlernen will: Am 21.April um 21 Uhr stellt Iko Andrae das Album in Bremen vor - im Orange in der Neukirchstraße 42 (Findorff).. Sollte man sich nicht entgehen lassen - nicht nur wegen der Wunderwelt-Bezüge, sondern weil's auch einfach eine gute Platte ist.

1.April
Blöder April-Scherz - Wunderwelt auf Notbereifung
Eigentlich sollte der Internationale Tag des Humors (in Russland) mit einer gebührenden angemessenen Wunderwelt, einem neuen Pop-Rätsel , den World-Music-Charts für den April und allerlei angemessenem Geklingel auf Bremen eins gewürdigt werden. Diese Sendung gibt's ja auch - nur weil am 1. April alles nun mal so ungemein heiter ist, gab's da eine kleine, wenn auch folgenschwere Verwechslung: Statt der aktuellen Ausgabe wurde eine Notfall-Produktion gesendet, die eigentlich für den Fall bereitlag, dass ich mal irgendwie mit karierter Zunge im Bett liege. Dennoch: Viel gute Musik, so hoffe ich wenigstens. Eine aktualisierte Fassung der Erst-April-Ausgabe wird nachgeliefert - am Ostersonntag. Ist halt passiert ... musste halt mal sein.
 
1.April
Alle Möwen heißen Emma!
Puh, was für eine Woche! Sonnabend: Mal eben für einen Abend bei Bremen eins eingesprungen. Sonntag: Die Wunderwelt. Montag: Sitzung, Interviews, Lächeln! Dienstag und Mittwoch: 'Café Mondial' moderiert. Donnerstag und Freitag: Erstmalig bei 'Nova' vor dem Funkhaus-Europa-Mikrofon gesessen. Sonnabend: 'Piazza'. Sonntag die Wunderwelt. Und nun es geht weiter mit den Vorbereitungen für 'Spirits', einen Musiksalon beim DeutschlandRadio; ein Doors-Special für bremen eins, und Donnerstag und Freitag dann auch wieder die Live-Begegnungen im Café Mondial. Viel Zeit zum Leben bleibt da nicht (moderierst du noch oder lebst du schon?). Mein Schreibtisch ist ein Trümmerfeld; mein Chef-Computer tickt - nach lautstarkem Gebritzel in der Steckdose und mehreren Abstürzen - nicht mehr richtig; Miro Klose kann kein Tor mehr treffen, und der Strandkorb, draußen vor der Terrassse bleibt allzu oft leer.
Und trotzdem hab' ich noch die Zeit gefunden, ein bisschen zu lesen: Erstens ein Buch meiner (frühen) Kindheit, das in seinem sanften Humanismus, seinen herrlichen und lehrreichen Geschichten, seinem Wortwitz und seinem Charme kaum zu überbieten ist: James Krüss' "Leuchtturm auf den Hummerklippen" ist immer noch eine ganz erlesene kleine Perle. Und ich glaub' dass mich dieses Buch schwer geprägt hat. Da steckt vieles von dem drin, was ich heute noch bin.
Eine echte Kusshand-Neuempfehlung ist "Die Bibel nach Biff" von Christopher Moore. Biff, der eigentlich Levi heisst war - vor 2000 Jahren - der beste Freund von Joshua aus Nazareth, dessen Namen von den Griechen später in "Jesus" übersetzt wurde. Biff wird von einem selten-blöden, fernsehsüchtigen Engel in die Gegenwart gezerrt, um endlich mal aufzuschreiben, was damals wirklich passiert ist, vor allem in den ersten dreißig Lebensjahren des Messias. Noch hab' ich's nicht ganz zu Ende gelesen. Aber es ist brüllend komisch, brillant geschrieben, respektlos, und es entwickelt sich eine wahrhaft globale Abenteuergeschichte daraus, die das Herz eines jeden Poptrotters erfreuen muss.. Dickes Buch, beste Urlaubslektüre, große Unterhaltung mit viel Tiefgang!

25. März
Nee, sorry! Jetzt nicht!
So gern ich an dieser Setlle erhellendes über Flatrate-Betrüger, einen Genforschungs-Thriller und die Umstellung auf Sommerzeit absondern wollte. Nee! Jetzt nicht. Ich weiß nicht, wie ich zu dieser erstaunlichen Vollbeschäftigung gekommen bin, aber den gestrigen Sonnabend eingerechnet: 9 Tage - 9 Sendungen. Jeden Tag vor einem anderen Mikrofon. Puh! Das ist viel, aber das ist gut. Also spar ich mir die Worte jetzt mal auf ...


18.März
Licht und Schatten
Von Jean-Christophe Grangé "Steinernem Kries" war ich (siehe weiter unten) doch sehr angetan. "Das Imperium der Wölfe" von 2005 war jedoch eine Enttäuschung: Tolles Setting, interessanter politischer Plot um die turkische Terrororganisation der grauen Wölfe, faszinierender Background über Manipulationen am menschnlichen Gehirn. Aber der Roman hat das Flair eines Splatter-Movies: Ultra-brutal, hässlich, beunruhigend. Und erneut hat Monsieur Grangé ein seltsames Verhältnis zu seinen Hauptakteuren: Die wenigen Sympathieträger müsses sterben, die meisten Schurken eigentlich auch. Sicherlich: Die Wirklichkeit ist nun mal  grausam. Aber ehrlich gesagt: Ich lese so gerne Bücher, damit nicht alles grausame Wirklichkeit ist.
Und deshalb: Alle Daumen nach oben für Paul Maars "Herr Bello und das Blaue Wunder". Ein ganz charmantes, phantsaievolles, lustiges Kinderbuch vom Autor der Sams-Geschichten. Herr Bello ist - im Prinzip - ein zotteliger, freundlicher Hund, bis er von
der mysteriösen blauen Flüssigkeit schlabbert, die der Apotheker Sternheim in seinem Labor eingeschlossen hat. Und ja: Liebe, Missverständnisse, Eifersucht und haarsträubende Verwicklungen sind auch mit dabei. Ute Krause hat das Buch mit wirklich netten Zeichnungen verziert - und wenn ich's richtig verstanden haben, dann wurde "Herr Bello" auch schon verfilmt. Brauch man aber gar nicht - lesen ist viel schöner ...
 
18. März
Hiersein, Dasein, Fernweh, Heimweh
Ab und an werd ich wier im Musiksalon des DeutschlandRadio Kultur antreten - nächster Termin ist der 25. März: Dreißig Minuten handverlesene Musik rund ums "Hiersein, Dasein, Fernweh und Heimweh". Die weiteren Sendedaten stehen oben rechts.
Nach  knapp acht Jahren wurde die werktägliche Funkhaus-Europa-Sendung "Mondo" (früher mal "Mondo Cannibale") am 8. März eingestellt. Stattdessen gibt's nun "Café Mondial" - nicht mehr nur Musik, sondern auch allerlei Informatioonen, Spiele und Gespräche. Auch da werd' ich oft genug vor dem Mikrofon sitzen, und gelegentlich bin ich denn auch mal danach - im neuen Magazin 'Nova' - zu hören: aktuelle Informationen und Berichte aus Europa und dem Rest der Welt. Danke an alle, die sich dafür stark gemacht haben, dass ich damit die Chance bekommen haben, eine ganz andere Sendung  zu moderieren und mich mit anderen - nicht nur musikalischen Themen auseinander zu setzen.
 
11.März
Nicht gut für die Fingernägel
Jean-Christophe Grangé war einer der Autoren, der mir von der geneigten Hörerschaft für packende Urlaubslektüre empfohlen wurde. Nun habe ich "Den Steinernen Kreis" im Eiltempo durchgeharkt; jetzt ist "Das Imperium der Wölfe" dran - und alles was Recht ist: Das hat diese hochenergetische Intensität, die man nur von echten Meistern kennt: Dan Brown, Kai Schätzing, Martin Cruz-Smith: Grangé gehört in die gleiche Riege. Wissenschaft und Politik, (Zeit-)Geschichte und unerklärliche Phänomene mischen sich da zu einer fesselnden, rasenden Story. "Der Steinerne Kreis" ist ein Buch, das einem den Schlaf rauben kann, das einen mitnimmt bis in den entlegensten Winkel der Mongolei - zu einem phantastischen Showdown. Einziges (persönliches) Manko: Die Hauptdarstellerin ist eine bisweilen hochneurotische Nervensäge, die ich nur schwer zu "meiner Heldin" machen konnte. Trotzdem: Ein immens spannender Thriller, und die ersten 66 Seiten meines zweiten Grangés versprechen eine ähnlich temporeiche Geschichte.
 
Alles verloren!
Jaja, ich quäl mich selber! Acht Internet-Tests zu meinem persönlichen CO²-Fussabdruck habe ich schon absolviert.  Der Spiegel hat etliche Adressen zusammengetragen. Manche sind kurz und oberflächluich - andere durchleuchten die Lebensgwohnheiten ziemlich gründlich. Und das Fazit lautet: Selbst Bücher sind schlecht fürs Klima - zumindest dann, wenn man sie neu kauft. CDs hören, Zeitungen abonnieren, Fernsehen, vor dem Computer hocken: Alles Mist! Alles kostet Energie, und Energie kostet Klima. Ich seh's ja auch ein. Aber wie vertrackt die ganze Geschichte ist, schrieben mir gerade wieder ein paar Freunde aus der Karibik: Wenn keine Touristen mehr auf die Insel kommen sollten, so hieß es da, dann werden wahrscheinlich auch dort die Fischereirechte an japanische Fangflotten verpachtet. Dann werden die letzten Reste des Regenwalds abgeholzt. Da, wo keine Urlauber unterwegs sind, ist die Umwelt sehr viel mehr gefährdet. Kompliziert, was?

4. März 2007
Nichts ist unmöglich!
Auf freundliche Empfehlung der geneigten Hörerschaft habe ich gerade "The Space Merchants" von Frederik Pohl und C.M. Kornbluth durchgelesen (deutsch hieß es wohl "Eine Handvoll Venus Und Ehrbare Kaufleute"), ein Science-Fiction-Klassiker von 1953 - und seltsam, wie aktuell diese alte Schwarte heute klingt: Die Welt ist komplett übervölkert und wird kontrolliert von cleveren Werbestrategen, die es verstehen, der zahlenden Kundschaft jeden Müll schmackhaft zu machen. In erbärmlicher Nahrung stecken Suchtstoffe, mit denen man die Konsumenten von Kleinauf an bestimmte Marken binden will. Wer aufsteigen will, braucht Klamotten und Schuhe von der richtigen Marke. Alles wird von ein paar mächtigen Konzernen gesteuert, die vor nichts zurückschrecken, um gnadenlos zu verkaufen, um Menschen zu manipulieren, um Abhängigkeiten zu erzeugen. Was Pohl und Kornbluth da zusammenfabuliert haben, ist hellsichtig und bedrückend - und es trifft die Gegenwart viel besser, als Orwells Visionen des 1984er Überwachungsstaats. Zum Glück entwickelt der Recht kurze Roman noch eine herrlich-trashige Actionstory, die der beklemmenden Sozialkritik ihre Wucht nimmt. Sehr unterhaltsam, sehr bissig, sehr wahr!

4. März 2007
Das Ende der Urlaubszeit
Alle reden vom Klima. Alle schwätzen kurzatmig davon, wie wir unser Leben in den nächsten Jahren radikal umstellen müssen, um diesen Planeten zu retten. Und schon dichten wir unsere Fensterritzen ab und schrauben Energiesparlampen in die Fassungen.  Und noch mehr - so rechnen und frisch ergrünte Experten vor-  können wir tun, wenn wir auf Flugreisen verzichten. Ist ja auch sicherlich richtig. Aber fangen wir doch mal an zu fragen, wo eigentlich der meiste Dreck in die Luft gepustet wird: Klar, ja: Fabriken und Kraftwerke.
Ist der Strom, mit dem die ICEs durchs Land jagen wirklich sauber? Was ist  Dieselloks? Und was ist mit Schiffen? Ich hab' sie doch gesehen: Die Frachter und Öltanker und Kreuzfahrtriesen, die wie die Weihnachtsbäume beleuchtet sind, in denen Kraftwerke brummen, mit denen man Kleinstädte versorgen könnte. Und natürlich: Kein Rußfilter! 
Und wo schon von den bösen, bösen Flugzeugen die Rede ist: Wer hat wohl die ältesten Maschinen im Einsatz? Natürlich: Die Armeen der Welt! Da fliegen noch Jets, die mehr Dreck ablassen, als 20 Mallorca-Flieger. Allein bei der US-Airforce sind noch knapp 100 B-52-Bomber im Einsatz - acht Triebwerke, die letzte Baureihe wurde 1962 ausgeliefert. Düsenjäger, Panzer, Fregatten und Fluzeugträger: Wenn's um's Militär geht fragt niemand nach Wirtschaftlichkeit, nach den Schäden für die Atmosphäre.
Politiker, Generäle und Wirtschaftsbosse halten sich ihre eigene exklusive Flotte. Millionäre protzen mit PS-starken Luxus-Yachten. Und uns wird nun systematisch ein schlechtes Gewissen eingeimpft, weil wir in der Holzklasse zusammengepfercht, einmal im Jahr in den Süden jetten. Wer hat denn eigentlich mehr Flug-Meilen auf dem Konto? Mallorca-Urlauber oder die Hinterbänkler aus den Parlamenten.?  (Hallo Frau Künast, hallo Herr Trittin: erinnern sie sich noch an ihre Brasilien-Reise, als sie den schicken Challenger-Jet der Flugbereitsschaft nach Brasilien düsen ließen, ihn aber dann doch nicht brauchten?)
Nein - damit mich keiner falsch versteht: Wir werden uns auch damit abfinden müssen, dass "Reisen" zu einem Auslaufmodell wird. Mit der Bahn in den Harz ist zwar - verglichen mit dem Strand-Urlaub in Phuket - nur "ein bisschen" gefrevelt. Aber es bleibt eine vermeidbare Vergeudung von Sprit und eine Belastung für die Umwelt. Aber diese Hysterie, die nun ausgebrochen ist, dieser gutmenschelnd erhobene Zeigefinger, mit dem wir dazu gebracht werden sollen, die Heizung runterzudrehen und beim Sommerurlaub aufs Fahrrad umzusteigen. Das ist eine bodenlose Heuchlerei.
Aber das kennen wir ja: Die schönste Kampagne  der letzten Woche kam von der Drogenbeauftragten Sabine Bätzing: Sie wollte das Zigaretten-Rauchen am Steuer verbieten. Das hat eine grandiose Debatte ausgelöst - und nein, nein: Es ging nicht darum, dass das Auto selbst einer der größten Klimakiller ist, dass Autos - so oder so - gesundheitsschädlich sind, dass immer mehr Landschaft für Straßen zubetoniert wird. Nein - es ging ihr (und anderen) um das fiese, eklige, gefährliche Rauchen am Lenkrad. Die ganze Raucherdebatte der letzten Monate ist  - wenn man den Klimaprognosen glauben darf - eine der größten Nebelkerzen, mit denen wir uns eingeschläfert haben. Das scheint plötzlich wie der (Entschuldigung!) uralte Witz von dem Todeskandidaten, der um eine letzte Zigarette bittet. Und die wird ihm natürlich verweigert. "Um Himmels Willen!" sagt der Scharfrichter. "Wissen sie nicht, wie gesundheitsschädlich das Rauchen ist?"

25. Februar 2007
Auf dem Meer der Zeit
Aber, hallo! Dale Pecks "Drifthaus" (Die erste Reise) ist ein Buch, das man erst aus der Hand legt, wenn man's ausgelesen hat: Eine phantastische Kindergeschichte für Erwachsene; ein bunt blühende Ausbruch wild-wuchernder Phantasie. Susan, Charles und Murray - drei New Yorker Kids - müssen nach den bedrückenden Ereignissen des 11. September 2001 bei ihrem Onkel in kanada unterkommen. Doch dessen Haus ist längst nicht so fest am Strand verankert, wie man sich's gewünscht hätte. Schon nach kurzer Zeit landet das Drifthaus auf dem "Meer der Zeit", zwischen Nixen, Walen, Piraten und verwirrenden temporalen Phänomen. Manchmal schiesst Mr. Peck dabei übers Ziel hinaus - es wird schwer ihm zu folgen, und ich fürchte, dass die Übersetzung da zustätzlich einiges Durcheinander gebracht hat. Aber dennoch: Der Mann versteht sein Handwerk. Die erste 'Drifthaus'-Odyssee kann sich durchaus mit den Zamonien-Romanen, Cornelia Funkes 'Tinten'-Erzählung und der Lemony-Snicket-Reihe messen. Schönster Spruch: Als der Papagei 'Präsident Wilson' gebeten wild, leiser zu krächzen erklärt er: "Frei lebende Papageien kennen nur zwei Lautstärken: An oder aus!"
 
25. Februar 2007
Besser Essen!
Als ich das erste mal in der "Hammehütte Neu-Helgoland" essen durfte, hätte ich am liebsten den Koch umarmt. Was der Mann aus unspektakulären Zutaten zauberte, hatte einen ganz seltenen Pfiff; es war nicht überkandidelt oder 'nouvelle chic', aber die Saucen, die Gewürze, die Komposition: Da stimmte einfach alles. Inzwischen war ich noch ein paar mal in diesem netten Lokal am Rande des Teufelsmoors, und inzwischen kann ich auch noch alle verfügbaren Punkte für Freundlichkeit, Preise und Lage geben. Was 'Neu-Helgoland' anbietet ist zwar größtenteils die schlichte Geradeaus-Küche des norddeutschen Flachlands, mit viel Bratkartoffeln, Fisch und Steaks. Aber es ist einfach gut; "herausragend" sogar!
 
25. Februar 2007
Hannibal ante Portas!
Ich hasse Bücher ohne Ende! ich hasse es, nach ein paar hundert Seiten herauszufinden, dass es noch eine Fortsetzung gibt, die noch nicht geschrieben worden ist. John Maddox Roberts' "The Seven Hills" ist so ein Fall: Noch ein altrömischer Roman, in dem Fall mal aus einer Parallelwelt, in der es der alte Hannibal tatsächlich geschafft hat, die Römer zu besiegen, zu vertreiben und sein Karthago zur größten Kraft am Mittelmer zu machen. Aber die Römer kehren zurück. Interessant ist ihr Erfindungsreichtum: Was wäre, wenn damals - in der Antike - schon Segelflugzeug, Fernrohr und U-Boot erfunden worden wären. Aber am Ende stolpert sich der Autor da doch ein wenig sehr ziellos und unbeholfen durch seine Schlachten , Intrigen und polititischen Ränkespiele. Macht nichts, wenn man dieses Buch gar nicht erst aufblättert und sich hinterher ärgert, weil's kein Ende hat.
 
18.Februar 2007
Tschüss Cicero, ciao Metellus!
Nach drei Monaten und 12 Romanen bin ich schweren Herzens am Ende der wunderbaren SPQR-Reihe von
John Maddox Roberts angelangt. Ist schon bitter, wenn man sich von einem sympathischen Charakter wie dem trinkfesten Decius Caecilius Metellus trennen muss, der einen mit seinen eigenwilligen Krimalfall-Lösungen so lange begleitet hat. Unterm Strich gab's gute, mittelprächtige und brillante Bücher in dieser eigenwilligen Reihe. Oft genug fehlte mir da der letzte schriftstellerische Schliff, das wirklich begnadete Fabulieren, der Spaß mit Worten, Sätzen und Bildern zu jonglieren, aber Mr. Roberts hat all das wettgemacht durch seine Schilderungen des Antiken Rom, durch das lebendig werden lassen lateinischer Geschichte. Mit einem unglaublichen profunden Wissen lässt der Amerikaner das alte Rom - mit seinen Intrigen, Charakteren, Kneipen und Ritualen - greifbar und plastisch werden. Man kommt aus dem Staunen kaum heraus, und spannend ist es auch noch. Noch größer wird die SPQR-Welt durch einzelne Bücher, in denen Decius nicht in rom, sondern in Alexandria, Zypern, im Schatten des Vesuv oder - am Vorabend der Gallischen Kriege - qam Genfer See ermitteln muss. Bravo!
 
18. Februar 2007
Danke, Danke, Danke!
Die Überschrift "Kann mir jemand das mal bitte erklären!" war ja eigentlich gar nicht als ultimative Hände-Hoch!-Aufforderung gemeint, sondern sollte mein Erstaunen über die Fähigkeiten der "Zauberkugel" ausdrücken. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass da - auch ohne jede Gewinnchance - etliche Erklärungen reinflatterten. Vielen Dnk für die Aufschlüsselungen, die bisweilen bis in sehr unterhaltsame Abgründe des Kleinen Ein-mal-Eins führen. Natürlich ist es alles nur ein Trick, und die Sache verliert in dem Moment ihren Reiz, wenn man weiß, wie die Zauberkugel zu ihren Lösungen kommt. Deshalb warne ich all diejenigen, die ebenso fasziniert waren wie ich: Wer jetzt seinen Monitor auf den Kopf stellt, um das Rätsel zu entschlüsseln, beraubt sich selbst eines durchaus angenehmen Staunens:
loesung


10.Februar 2007
Kein Fleisch, kein  Rum, keine Karibik-Reisen
Der Planet hat Fieber, und mit kalten Wadenwickeln ist nichts mehr zu retten. Inzwischen kann jeder selber ermitteln, wieviel er zum globalen Kollaps beiträgt. Im Internet gibt's gleich etliche Test, den persönlichen CO²-Fußabdruck zu ermitteln. Ich musste es natürlich auch probieren, und der Schock kam postwendend: "Wenn alle so wie sie leben würden," stand da, "dann bräuchten wir 3,3 Planeten." Folgerichtig habe ich den Test noch einmal gemacht und gründlich geschummelt: Ich habe behauptet, dass ich in einem Ökohaus mit Solarzellen lebe, dass ich Veganer bin, kein Auto besitze, nie in ein Flugzeug steige, und fast keinen Müll verursache - und dann stand da: "Wenn alle so wie sie leben würden, bräuchten wir 1,5 Planeten." Erst als ich dann noch fünf weitere Veganer in mein fiktives Ökohaus einquartiert hatte, kam die Sache ins Lot. Wenn ich noch weitere 15 Untermieter finde, könnten wir uns sogar gelegentlich'ne Scheibe Salami teilen.  Huh, das sind düstere Aussichten ...

2. Februar 2007
Rom  durch die dreckige Brille
Angesichts meiner aktuellen Begeisterung für die SPQR-Krimis von John Maddox Roberts habe ich mich sofort auf die National-Geographic-DVD  "Das alte Rom 2.0" gestürzt. Die multimediale Zeitreise verspricht eine virtuellen Tour durch die ewige Stadt  in den Zeiten von Caesar und Augustus. Ist aber alles halb so wild: Wenn man sich mit der schmerzhaft schlechten Benutzerführung arrangiert hat, bekommt man nicht mehr, als zwei Dutzend Rundum-Panoramen mit bombastischer Musik und getragenen Kommentaren. Durch die Stadt laufen, über sie hinwegfliegen, sich mehr ansehen, als die allseits bekannten Monumente ist nicht drin. Richtig ärgerlich allerdings wird's bei der Qualität der Bilder: Sie haben das Flair schlechter Fantasy-Adventures und sie sind unscharf: Klein, hässlich und unscharf. Seltsam, dass ein rennomiert-guter Verlag wie 'NG' so ein mittelschwaches Produkt herausbringt.
Altes Rom 1  aLTES rOM "
Nachsatz: Das frustrierte Stirnrunzeln  mit dem "alten Rom" auf DVD wird zu handfestem Ärger, wenn man das Programm beenden will: Dann nämlich startet ein schier endloser, öder Abspann, den man nur durch einen kalten Rauswurf des Programms vorzeitig beenden kann.
In anderem Zusammenhang: Bei 'National Geographic' findet sich zur Zeit eine Recht lesenswerte Geschiche über Port Harcourt und die Situation im Süden Nigerias. Wer zu Paul E. Pops aktuellem Reisebericht nach Hintergrundinformationen sucht, wird dort fündig. Noch mehr gibt's in der englischsprachigen Ausgabe von NG. (Danke für den guten Tipp, Jens!).

1.Februar 2007
Goodbye, Harry!
Nun ist es raus: Am 21. Juli wird 'Harry Potter and the Deatly Hallow' erscheinen - der unwiderruflich letzte Band, an dessen Ende bekanntermaßen zwei der Hauptfiguren  sterben werden. Außerdem steht schon fest, dass auch dieses Buch ein Bestseller werden wird. Allein in Deutschland 50.000 Vorbestellungen für die englische Buchausgabe. Da kann nichts's schief gehen - und wie's der Zufall will, soll zehn Tage zuvor ein neuer Harry-Potter-Film in die Kinos kommen. Da wird's doch keine Absprachen gegeben haben?
 
29. Januar 2007
Goldener Kompass fürs Kino
Eine kleine Randnotiz der letzten Wunderwelt führt promt zu allerlei Nachfragen: Ja, wirklich: "His Dark Materials", die erfolgreiche Trilogie von Philip Pullman wird nun auch verfilmt - unter anderem mit Nicole Kidman und (schau an!) Neu-Bond Daniel Craig als Lord Azrael. Zum Weihnachtsgeschäft 2007 soll der Streifen in die Kinos kommen. Kann grandios werden - kann aber auch komplett in die Hose gehen. Aber das ist ja eigentlich immer so, wenn gradiose Bücher verfilmt werden. Warten wir's ab.
Und schnell noch ein paar Filmstarts 2007: "Bean 2" (30.3.), "Fluch der Karibik 3" (24.5.), "Shrek der Dritte" (22.6.), "Harry Potter V" (12.7.), "The Simpsons" (Wer's mag: 27.7.).
 
27.Januar.2007
Wann soll ich das denn alles sehen?
Und wieder ist ein DVD-Juwel eingetrudelt. "The Prisoner" - oder auch "Nummer Sechs". Die irrste, wirrste, dunkelste, verrückteste Fernsehserie, die das England der späten Sechziger hervorgebracht hat: 17 Episoden voller seltsamer Symbolik, schriller Kulissen und schwarzem Humor. Und dann natürlich Patrick McGoohan, der coolste aller Fernsehhelden: Der Gefangene Nummer Sechs, der  nicht aufgeben will, der darauf beharrt, ein Mensch zu sein - und keine Nummer. Er war Geheimagent, Aussteiger, schmiss seinen Job hin und fand sich in diesem zuckersüßen Nest wieder, in dem alle fröhlich und zufrieden sind, aus dem es kein Entkommen gibt. In jeder Folge ein neuer Fluchtversuch, eine neue Form der Gehirnwäsche, eine neue Nummer Zwei, die den Widerstand des renitenten McGoohan brechen soll. "The Prisoner" ist die Anti-Serie, ein Stück Fernsehgeschichte, die beweist, dass es mal Zeiten gab, als man selbst einen Agenten-Krimi ganz anders anpacken konnte. Zumindest in Großbritannien hat "Nummer Sechs" eine ganze Generation geprägt. Etliche Songtexte der 70er und 80er Jahre nehmen Bezug auf diese abgedrehte Geschichte. Noch immer pilgern beinharte Fans jedes Jahr in dieses kleine verschrobene Dorf in Wales, in dem die Außenaufnahmen dieser Serie entstanden. Noch immer versuchen Regisseure die unruhig-verspannte Atmosphäre dieser Filme zurück zu holen. Das Original ist unschlagbar. Ein paar Folgen hatte ichz schon als Video; jetzt liegt die komplette Serie in der Box neben dem Fernseher. Wo nehm' ich nur die Zeit her?
 
27. Januar 2007
Abgelinkt und ausgeklinkt
Irgendwer wird's sowieso merken: Also mach ich lieber die amtliche Mitteilung: Die Links auf andere Heimatseiten sind aus der Popwelt-Kollektion verschwunden. Da stimmte sowieso nicht mehr viel, und obendrein war wohl der Eindruck entstanden, dass die Popwelt hinter den kompletten Inhalten von jedem einzelnen Querverweis stehen könnte. Alles nur Gerüchte! Ich wasche jede vorhandene Hand in Unschuld. Für den Inhalt hier vorhandener Links kann ich wirkllich nichts.
 
25.Januar 2007
Das Miststück!
Nun ist er da: Der Komplettkey-Schlüssel-Key-Zugangskeyschlüssel, der's mir erlaubt, endlich die Cutmaster-Hard- und Weichware in Betrieb zu nehmen, die für eine reibungslose Produktion der Wunderwelten zuständig sein soll. Mit diesem Wunderprogrammen entstanden alle Sendungen von 1999 bis November 2006: Ein Oldtimer im Schnippelmarkt, der sich nur mit Windows 95 verstand. Im November des letzten Jahres verschied dann meinen letzter 95er Rechner, nach einer kurzen, aber heftigen Infektion. Und nun musste doch was Neues ran. Ein Nachffolgeprogramm namens 'Cutmaster XP Pro" war schnell besorgt, doch dann ging die Firma Creamware in Bankrott, was dazu führte, dass besagter Schlüssel nicht mehr zu bekommen war. Vorsichtshalber ging niemand bei diesem Qualitätsunternehmen and Telefon - vielleicht hatte man Angst, dass ein Gläubiger an der Strippe sein könnte. Aber ich hab' sie alle fertiggemacht: Angerufen, Nummern durchprobiert, Emails geschickt, bis man sich meiner erbarmte und mir den Code für das bereits gekaufte und bezahlte Programm übermittelte. Drei Wochen rödeln für 1 Kilobyte Daten. Und Super: Es funktionierte. Nur : Das Programm hat seine Macken: Es bringt sich und den ganzen Rechner und sich selbst in unregelmäßigen Abständen zum Absturz. Es tut Dinge nicht, die es tun sollte. Es ist ein echter Fortschritt - wie so oft. Und glaub bloß jemand, dass noch irgendwer was an diesem Schneide-Dinosauer reparieren würde. Ha! Unterm Strich: 2100 Euro weggeraucht! Das ist New Economy, glaub ich!

21.Januar 2007
Tele! Kommunikation!
Wie viele Stunden habe ich in den letzten sieben Tagen hinter meinem Rechner verbracht? Ich bin in einem vorsichtigen Überschlag auf etwas über hundert gekommen. Krank! Und alles nur, weil endlich der schnelle, flachratige Netzzugang da ist und weil endlich das kleine, heimische Netzwerk auf solide Füße gestellt werden soll. Plötzlich fragt man sich, ob eine automatische IP-Zuweisung wirklich sicher ist und wieso das DHCP einen der angeschlossen Rechner einfach nicht kennen mag. Immer wenn ein Problem behoben scheint, bahnt sich das nächste an. Lauter Blödsinn, den ich nur kapiere, indem ich ellenlange, ultrafade Texte lese. Ich bin zum Sklaven der Netzwerkfreigabe geworden. Meine Katzen erschrecken sich, wenn sie mich ausnahmsweise in einem anderen Teil der Wohnung - und nicht hinterm Rechner sehen. Das nicht mehr ganz neue Telefon will mit endlich Rufnummern gefüllt werden; die Programmspeicher des Fernsehers bräuchten dringend mal eine Aktualisierung. Und dann blaffen mich auch noch allerlei Computerprogramme ständig an, dass sie registriert oder auf den neuesten Stand gebracht werden wollen. Und das Katzenklo muss auch noch sauber gemacht werden! Na, toll!
 
Regisseur, Schnitt!
Da hab' ich Augen gemacht, dass das formidable Audio-Schnippel-Programm Sound Forge für gerade mal 50 Euro angeboten wurde. Das lag bislang immer bei wenigstens 300. Ähnlich: 'Acid Pro' - ein Loop-Sample-Spielzeug, mit dem man im Baukaustensystem richtig gut klingende Musik zusammen basteln kann. Aber alles Nepp: "Sound Forge Audio Studio" ist nicht 'Sound Forge' und "Acid XMC" ist nicht 'Acid Pro': Es sind brutal amputierte Mini-Versionen guter Programme; was übrig geblieben ist, lässt keinen Spaß aufkommen - und obendrein beginnt die Sache mit schwerwiegenden Installationsproblemem. Nicht kaufen! Lohnt sich nicht. Entweder richtig einsetiegen, wenn man mit Sounds hantieren will (Acid Pro, Sound Forge, Cutmaster oder Sequoia) oder sich mit günstigen, aber durchaus guten kleinen Programmen wie 'Audacity' (Freeware) behelfen - letzteres ist ein richtig guter, kleiner Cutter und Mixer, der (über Umweg) auch MP3s schneidet.
In dem Zusammenhang:: Der neue Cutmaster zur Produktion der Wunderwelten ist längst angekommen, nur leider hat die Hersteller-Firma (wieder einmal) Konkurs angemeldet - und nun findet sich da niemand, der das edle Programm freischalten mag. Ein bisschen Gaga sind sie doch alle ...
 
14. Januar 2007
Alles so schön bunt hier!
Saturday Night Fever? Der geschwätzige Moderator war in der Bollywood-Revue im Bremer Musical-Theater. Lustig, laut und jede Menge gekonnte Tanznummern. Mehr aber auch nicht - und mehr sollte man auch gar nicht erwarten. Die Musik kommt aus der Konserve, die Sängerinnen und Sänger mimen nur (so wie eben auch wirklich in Bollywood), und die Handlung ist kaum der Rede wert. Aber es war ganz wunderbare Unterhaltung: Queitschbunt, mit herrlichen Kostümen, indischer Staffage und ein guter Anlass noch mal mein Jodhpuri-Jacket an einen passenden Ort zu führen. Eigens zur Hochzeit hatte ich mir tatsächlich in Indien - bei Mr. Anurag (sic!) - einen echten Jodhpuri-Anzug maßschneidern lassen - für vergleichsweise kleines Geld - und am Ende saß das Teil wie ein Handschuh. Wer noch verwegener ist, kann sich via Netz auch tatsächlich die Klamotten aus berühmten Bollywood-Filmen nachscheidern lassen.´Geschmackssache, aber schön anzusehen.
Als Nachtisch zum Bollywood-Spektakel gab's zu Hause mal wieder Marx Brothers - und wundersame Randentdeckung: Als Bonus auf dem Weihnachtsgeschenkten CD-Set gibt's Original-Kino-Vorfilme aus der Zeit, aus den frühen Dreißiger Jahren: Zeichentrick, Dokumentationen, Reportagen aus Forschung und Wissenschaft. Extrem unterhaltsam.
 
7. Januar 2007
Kreisch! Schluchz! Stöhn!
Es begann alles damit, dass Ende November der brave, treue alte Cutmaster-Rechner zusammenbrach, nachdem er sich mit seinem Bootsektor erkältet hatte. Die mit Windows-95 betriebene Kiste beherbergte ein betagtes, aber geniales Produktions- und Audio-Schnittsystem, das seit 1997 keinen würdigen Nachfolger gefunden hat. Aber noch einmal eine Blechnase mit der 95er Fenster-Version aufzubauen, wäre wohl ein ausnehmend bescheuertes Unterfangen gewesen. So entstand die Wunderwelt zwischenzeitlich auf einem Notebook, mit wunderlichen, halbgaren Hilfsmitteln. Und nun ist der digitale Nachfolger im Hause Soundwize eingetroffen. Toll, schnell, Dell! Kanste nicht meckern!
Nur: Im Zuge der Neuverdrahtung des Studios musste auch noch ein neuer CD-Spieler angeschafft werden; die ganze Internet-Telefon-Mail-Netzwerk-DSL-Chaos-Verdrahtung musste erneuert werden. Nach zehn Tagen anstrengendem Vertragsgerangel  geht nun gar nichts mehr. Deutschlands führendes Telefon-Haus hat den Anschluss versehentlich stillgelegt und weiß eigentlich nicht warum. Das neue Audio-Programm will nicht laufen, weil ihm der Rechner nicht gefällt. Die neue Firewall blockiert jeden Zugriff auf das Hausnetz. Und auf Anfrage bei diversen Ho-Ho-Hotlines ist das alles völlig normal. Ein Glück hab' ich so nette Nachbarn, dass ich wenigstens deren Internet-Kanäle nutzen darf. Ansonsten wäre das Soundwize-Studio von jeder Außenwelt abgeschnitten.
 
7. Januar 2007
Achtung neue Mail-Adresse
Im Zuge der Chaos-Verschlankung meines digitalen Daseins wird die (ur-)alte Mail-Adresse PEP-Enterprises@t-online.de in Kürze völlig geschlossen. Wer sie immer noch in seinem Adressbuch hat, sollte sie schleunigst rauskratzen und durch die untenstehende ersetzen. Danke!
 
5. Januar 2007
Der Geschwätzige im DeutschlandRadio
Testweise gab's im Dezember zwei "Musiksalons" mit Joachim Deicke beim  DeutschlandRadio Kultur (10. und 31. Dezember). Die halbstündige Sonntag-Nachmittagssendung ist eine etwas andere Herausforderung: Kurz und bunt und vielseitig. Und versprochen: Wenn ich künftig wieder mal hinterm Mikrofon des Musiksalons sitzen sollte, dann wird's in aller Form hier angekündigt; die Musiklisten werden dann auch an der richtigen Stelle aushängen.
 
3.Januar 2007
Wer ist John Grisham?
Grisham ist Kult, Grisham ist erfolgreich. Grisham musste auch mal einen Tatsachenbericht  schreiben. "The Innocent Man" ist die Chronik eines unschuldig zum Tode verurteilten Amerikaners in einer ur-amerikanischen Kleinstadt. Fleißig recherchiert, nüchtern erzählt, aber quälend in seiner (halb) distanzierten Langatmigkeit. Wenn der unschuldige Mann Grishams Erstlingswerk gewesen wäre, hätte ich ihm zugerufen: Sehr ordentlich! Aber beim nächsten mal solltest du dich mal an einem Roman versuchen - vielleicht liegt dir das mehr. Nee, ehrlich! Ich hab' mich durchgequält, und wenn es so etwas wie Spannung in dieser Geschichte geben mag, dann wird sie in der Mitte des Buches mit einer Fotoreihe der real existierenden Protagonisten endgültig zerstört. Da steht dann haarklein, was aus ihnen geworden ist. Und die Moral von der Geschicht': Das US-amerikanische Justizsystem ist mitunter brutal und ungerecht. Wer hätte das gedacht?
 
1. Januar 2007
Na denn, Prost Neujahr!
Allen geneigten Leser, Hörern, Freunden und zufälligen Besuchern dieser Seiten ein phantastisches Neues Jahr. Meins hat doch jedenfalls schon mal gut angefangen - mit einer geschenkten Flasse 15jährigem El Dorado aus Guyana. Ein Traum-Rum, bei dem man einfach nichts falsch machen kann. Ich gebe gerne zu, dass meine Experimentierfreudigkeit etwas nachgelassen hat. Statt ständig neue, unbekannte Marken zu testen, greife ich immer häufiger zu dem, was sich bewährt hat. Und mein letzter Urlaub hat mich da auch einigermaßen verwöhnt: Auf den zollfreien holländischen S-Inseln (Saba, Statia und St. Maarten) gab's den 12jährigen El Dorado schon für läppische 15 Dollar. Traumhafte Zustände! Die alten Rum-Seiten in der "Popwelt" sind übrigens immer noch am gleichen Ort - allerdings wurden sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr aktualisiert. Auch einer der schönen Vorsätze für 2007. Ich weiß doch eigentlich ganz genau, wie diese Seiten nach ihrer Generalüberholung aussehen sollten ...

25.Dezember 2006
Das größere Latinum
Na, da freu ich mich doch: Drei neue Romane um den wunderbaren römischen Ermittler Decius Caecilius Metellus lagen auf dem Gabentisch. Noch mehr Kriminalfälle aus den Zeiten von Caesar, Lucullus und Cicero. Das ist Lesefutter fürs neue Jahr. Da kann kaum etwas schiefgehen.

22.Dezember 2006
Kanone, nackt!
Noch ein herrlicher Fund aus dem DVD-Regal: "Die nackte Kanone"/"Police Squad": Die alte Fernsehserie mit Leslie Nielsen ist auch auf Scheibe erschienen. Der Vorläufer der Kino-Erfolge war ein ziemlicher Flopp, aber Kenner wissen: Besser wurde der klassische Fernseh-Serien-Krimi nie auseinander genommen. Leider sind's nur sechs mal 22 Minuten. Aber wer mal ausgiebig lachen will, findet da ein echtes Feuerwerk aus haarsträubendem Unsinn. Gut zu sehen! Gut zu haben! Jetzt fehlt nur noch (endliche mal) "Kottan" auf DVD - bis dahin ist die Homepage zu der Wiener Traum-Serie immer noch eine wunderbare Fundgrube.

18. Dezember 2006
Casino Royale
Nun hab' ich endlich auch den neuen Bond-Film gesehen. Und: Hut ab! Wenn man sich von all den Craig-Vorläufern freimacht und vergisst., wie ein Bond-Film in den letzten 40 Jahren - seit "Dr. No" zu sein hatte, dann ist  "Casino Royale" ein absolut spannender, actiongeladener Thriller: Makellos und mit verblüffend viel Raum für Charaktere - Platz, den Voränger Pierce Brosnan in der technischen Gigantomanie der Vorgänger nicht mehr hatte. Es ist ein anderer Bond. Wirklich anders. Aber jetzt muss ich doch unbedingt die 67er Verfilmung des gleichen Bond-Thrillers noch einmal rauskramen. "Casino Royale" mit David Niven in der Hauptrolle ist einer der wirrsten, buntesten Filme der Sechziger: Diverse Drehbuchautoren und fünf Regisseure haben sich an dieser quietschbunten Bond-Verdrehung verschlissen. Neben 'Sir' James Bond gibt's da auch noch einen jungen "Jimmy Bond" (Woody Allen), dann ist da noch Mata Hari, die durch ihre Heirat zu "Mata Bond" geworden ist ; dort gibt es auch noch "Q" und Miss Moneypenny (M. wird leider am Anfang des Films versehentlich getötet). Peter Sellers hat eine tragende Rolle, Dalilah Lavi, Jean-Paul-Belmondo und etliche andere Stars spielen mit. Und: In beiden Filmen geht's um ein Spielcasino und um den Poker-Gutu "Le Chiffre". Am Ende explodiert alles - aus Gründen, die wirklich nicht hinreichend geklärt sind. Aber das alte "Casino Royale" war auch ein grandioser Film.
'Casino Royale" wurde übrigens noch ein drittes mal verfilmt - 1954.  Damals hat man den kompliziertn Plot mit nur 54 Minuten für's Fernsehen produziert.
Casino Royale (1967)                              Michael Caine
Der andere Bond
In dem Zusammenhang: Als Mitte der 60er das Bond-Fieber so richtig ausbrach, haben englische Filmproduzenten dem strahlenden 007 einen recht überzeugenden Konkurrenten gegenüber gestellt: Harry Palmer (gespielt von Michael Caine) war ein zynischer, menschlicher Geheimagent, der in den 60ern immerhin dreimal im Mittelpunkt spannender Filme stand. In gewisser Weise ist Daniel Craig diesem Harry Palmer sogar etwas ähnlicher als dem strahlenden Teflon-Bond der Vergangenheit.  Die alten File - "Ipcress - streng geheim", "Finale in Berlin" und "Das Milliarden-Dollar-Gehirn" - sind absolut sehenswerte Klassiker - letzterer ist sehr Bond-alike; die anderen beiden sind nachdenklich, spannungsreich, doppelbödig und ein wenig düster. Wie ich gerade gesehen habe wurden in den 90er Jahren noch zwei Harry-Palmer-Filme nachgelegt.

18. Dezember 2006 (immer noch)
Water! Water!
Da jubelt das Herz eines geschwätzigen Moderators. Habe gerade entdeckt dass der grandiose Karibik-Film "Water"/ "Wasser" schon vor Monaten endlich als DVD erschienen ist. Michael Caine in der Hauptrolle als kiffender Gouverneur, Billy Conolly als Singender Rebell; ein großes Konzert für 'Cascara' mit George Harrison und Eric Clapton und traumhafte Drehorte auf der Insel St. Lucia (unter anderem mit einem Hotel, in dem ich auch schon mal übernachtet habe). Der Film hat echte und beste Monty-Python-Qualitäten, eine Handlung, die einiges mit der karibischen Wirklichkeit zu tun hat, grandiose Musik (Eddy Grant u.a.) und den treffendsten Wetterbericht aller Zeiten: "Es ist heiiiiiiiiiß!"

12.Dezember 2006
Buchtipps und Feedback
Tausend Dank an die geneigte Hörerschaft für all die Buchtipps, von denen mir einige meinen Urlaub gewaltig versüßt haben. Im Gegenzug gibt's hier zwei große Kusshand-Empfehlungen, die mich teilweise immer noch beschäftigen. Vorneweg sind die Romane von Douglas Preston und Lincoln Child: Im weitesten Sinne Thriller, gerne mit archäologischem, okkultem oder wissenschaflichem Hintergrund. Sicherlich, wenn man fünf oder sechs dieser dicken Schwarten gelesen hat, wird man ein gemeinsames Strickmuster erkennen; manches ist sehr phantastisch; die Schurken sind infernalisch böse; in den Mordfällen splattert's gerne mal kräftig; die Helden sind kauzig und geheimnisvoll. Aber die Bücher sind sensationell spannend, dick und damit einfach beste Urlaubslektüre.
Wegen der vielen Querverweise in den Büchern empfiehlt sich folgende Lesereihenfolge: Riptide, Thunderhead, The Ice Limit, Mount Dragon, Relic, Reliquary, The Cabinet of Curiosities, Brimstone, Dance of the Death, Book of the Dead (die letzten drei sind eine echte Trilogie).
Zweiter Kusshand-Tipp: Die Krimis aus der SPQR-Reihe von John Maddox Roberts. Alle zwölf Bücher spielen im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt - also in den Zeiten von Caesar, Pompeius und Catalina und sind erstmal ganz klassische Kriminalromane: Der einsame Ermittler, rätselhafte Mordfälle, politische Intrigen, Macht und Geld. Die ganze Palette eben. Aber nebenbei kriegt man einen sehr lebendigen Einblick in eine Zeit, in der man bereits in fünfstöckigen Mietshäusern lebte und sich ein wenig in Demokratie übte. Das antike Rom erscheint manchmal wie das gute Ankh-Morpork aus Terry Pratchetts Scheibenwelt: Ein Ort aus einer Parallelwelt, die ähnlich, aber eben auch anders tickt als unser Alltag. Aber die Kulisse für den wackeren Ermittler Metellus hat's tatsächlich gegeben,
 
13. Dezember 2006

Auch noch am Lesezeichen
Weil meine Buchtipps immer wieder auf Aufmerksamkeit stoßen: In den letzten Wochen hatte ich (natürlich) auch Terry Pratchetts neuestes Werk "Wintersmith" am Wickel: Das bislang  dritte und beste Buch aus der Tiffany-Reihe: Traumhaft, spannend, moralisch und mit einem willkommenen Wiedersehen mit Granny Weatherwax und Nanny  Ogg (gibt's vorerst nur auf Englisch!).
Außerdem: Andrea Camilleris "Sizialianische Oper": Eine reichlich vertrackte Geschichte, die am Ende des 19. Jahrhunderts in Vigáta spielt. Ist teilweise brüllend komisch, aber wegen der vielen Namen und Handlungsstränge nur etwas für echte Fans. Viel besser: Commisario Montablbanos neuester Fall "Die Passion des stillen Rächers": Ist wieder spannend, unterhaltsam, sizilianisch. Allerdings: Wer noch keinen von Camilleris sizilianischen Krimis gelesen hat, sollte bei Montalbanos erstem Fall anfangen ("Die Form des Wassers") und sich dann langsam nach vorne arbeiten. Und ich beneide all diejenigen, die diese Bücher zum ersten mal lesen und entdecken können. Sie sind wie ein Urlaub auf Raten : Wenn's draußen ungemütlich ist, kann man mit Camilleris Krimis wunderbar unter der sizilianischen Sonne brüten und vor allem: Viel essen!

13.Dezember 2006
Rum und Piraten
Und welchen Rum hast Du auf Deiner Reise getrunken? Noch so eine gerne gestellte Frage. Nach jahrelangen Tests und Erprobungen war ich in meinen letzten drei Karibik-Wochen sehr "markentreu" und habe mich ganz an den Demarera 'El Dorado' aus Guyana gehalten, der auf meinen Stationen leicht erhältlich und recht preiswert war (St. Maarten und Statia sind zollfreie Handelszonen). Ein paar ganz nette Pop-Kameraden haben uns zur Hochzeit schon den 21jährigen Rum von dieser Edel-Destille vermacht (nochmal: Dankeschön!). Der acht und der 15jährige sind aber für den Urlaubs-Abend auch nicht zu verachten. Der El Dorado ist momentan der Rum, bei dem man einfach nichts falsch machen kann: Satt, mild, aromatisch und rund.
Und weil's passt noch ein Geschenk-Tipp: "Piraten" von der Ars-Edition ist ein echter Traum: Ein Pop-Up-Buch mit Schatzkarten, Briefchen, Booklets, Drehbildern und Tabellen. Ist was zum Schmökern, vorzeigen, rätseln und staunen. Ähnlich gediegen "Das Buch der Magie" und "Ägypten" aus der gleichen Reihe: Aufwändig gemacht, bild-schön und zum Verschenken eigentlich fast zu schön.
 
 
2. Dezember 2006
Wunderwelt wieder zurück
Nach dreiwöchiger Erholungspause kehrt die Wunderwelt am 3.Dezember wieder in alter Frische zurück. Der geschwätzige Moderator hat sich eine ausgiebige Sonnenpause in der Karibik gegönnt. Zwei nur wenig bekannte Inseln  standen auf dem Programm.
Nevis  Statia
Nevis (links) ist der kleinere Teil der Inselrepublik von St. Kitts und Nevis: Eine ruhige, fast verschlafene Insel mit rund 12.000 Einwohnern, üppigem Regenwald im Zentrum und einigen edlen kleinen Herbergen, die in alten Plantagenhäusern eingerichtet wurden. Die Preise sind - wegen hoher Steuern und nur geringer Eigenproduktion - erschreckend hoch. Ein besuch lohnt sich trotzdem, denn die Insel hat noch echtes karibisches Flair und bietet eine vielfältige, grüne Landschaft und einige echte Traumstrände. (Erreichbarkeit: Per Inselhüpfer von St. Maarten, Antigua, Puerto Rico oder St. Kitts). Empfohlene Unterkunft: Das Golden Rock Estate.
Anschließend ging's ins niederländische St. Eustatius - oder kurz 'Statia' (rechts): Ein letzter Insidertipp in der ansonsten weitgehend touristisch erschlossenen Karibik. Auf nur 21km² finden sich Regen- und Nebelwald, ein erloschener Vulkankrater, zweieinhalb Strände, ein großes (aber meist unauffälliges) Ölterminal, ein kleiner Flughafen und ein Ort , in dem man jede Menge karibischer Kolonialgeschichte erkunden kann. Von den goldenen Zeiten der Insel, die einmal 30.000 Einwohner hatte, erzählen die Ruinen etlicher alter Lagerhäuser an der Bucht von Oranjestad. Davor liegen einige der besten Tauchplätze der Karibik. Einziges Manko für Reisende: Die drei größeren und zwei kleinen Hotels der Insel liefern bei recht hohen Preisen nur eine eher rustikale Unterkunft. Dennoch: Statia hat so viel Charme, dass der geschwätzige Moderator kurzerhand sein Tauchgerödel dort eingelagert hat. Ein nächster Besuch ist bereits geplant. (Erreichbarkeit: Per Inselhüpfer fünfmal täglich nur ab St. Maarten). Wer auf Statia tauchen will, um den kümmern sich Rudy und Rinda von Dive Statia - auch um eine Unterkunft.

1.Dezember 2006
Brandneuer Reisebericht von Paul E.Pop
Am 3.Dezember wurde bei bremen eins der
Quicklink76. Radio-Reisebericht von Paul E. Pop aufgeblättert:. Er trägt den Titel Quicklink "Die letzte Safari". Ein alter Freund bittet ihn dringend um Hilfe. Dazu allerdings muss sich unser Held jedoch erst einmal von seinem liebgewordenen, trägen Alltag auf der Karibikinsel Tobago lösen.


Zurück zur Startseite
Zu weiteren Notizen
zurück zur Startseite noch ältere Notizen