Ältere Notizen aus der Zwischenwelt

12. Oktober 2008
Die Dame vom Fach
"Letzte Woche gab's schon wieder keine Bäckereifachverkäuferin," stand in einer bissigen Email. "Ich frage mich allmählich, wofür ich meine Rundfunkgebühren bezahle!" Oh, hoppla! Sorry! Das ist ein Missverständnis, das dringend aus dem Weg geräumt werden muss. Aber auch ein Satz, der mich ein wenig ratlos werden lässt. Nein, ehrlich: In 'Pops Tönender Wunderwelt' wird es nie, nie, nie einen Bestandschutz für Bäckereifachverkäuferinnen geben. Sorry, das geht einfach nicht. Nicht jede Woche gibt's am Bäckereitresen einen Dialog, der es wert ist, in der Wunderwelt zum besten gegeben zu werden. Und bevor ich irgendwelchen Mist erzähle, sag' ich lieber gar nichts. Es ist auch nicht "der Bäckereifachverkäuferin Tönende Wunderwelt", die da jeden Sonntag durch den Äther rauscht.
Aber natürlich weiß ich auch, wie beliebt sie ist, und was für einen hartnäckigen Ärger es geben kann, wenn sie mal eine Weile die Klappe halten muss. Trotzdem: Ich fühle mich da manchmal wie der Zauberlehrling, der den Stöpsel nicht mehr auf die Flasche kriegt. Ganz ehrlich: Das einstige 1400köpfige Wunderwelt-Team ist schon seit Jahren auf einen einzigen Kopf reduziert worden. Die Sendung macht trotzdem Spaß, aber auch eine ganze Menge Arbeit , und wenn dann so laut gepoltert wird, wenn gleich wieder die Rundfunkgebührenkarte gezückt wird, um mich zu weiteren Backwaren-Diskussionen zu nötigen, dann bin ich manchmal versucht, mit einer Trotzreaktion zu antworten. Mach ich aber gar nicht. Aber eine Frage muss erlaubt sein: Ist denn der Rest der Sendung wirklich so schäbig, dass jede Backwaren-Pause gleich zu empörten Mails führen muss?
 
5. Oktober
Geburtstach !
Die Wunderwelt ist schon wieder ein Jahr älter geworden. 21 Jahre hat das tönende Etwas nun schon auf dem Buckel. Früher mal wär die Sendung damit volljährig geworden. Sie hätte den Führerschein machen; Vattern endlich mal die Meinung sagen und einen Job als Tierpfleger am Kakerlaken-Forschungszentrum von Duala antreten können. Ist aber alles Schnee von gestern: 21 bedeutet heute gar nichts mehr. Das ist nur so ein Lari-Fari-Geburtstag. Man kann sich nichts dafür kaufen, muss sich aber auch keine ernsthaften Sorgen machen, jetzt schon unwiderruflich alt und grau zu werden. Mit 21 erwartet auch niemand, dass man schon den Grundstein für die ersten paar Millionen gelegt hat.
Aber so ein paar Kleinigkeiten darf man eben doch - erst wenn man 21 ist. Jetzt kann die Wunderwelt in Bayern Landrat oder Bürgermeister werden - vor einer Woche wäre das noch nicht gegangen. Die Wunderwelt könnte jetzt auch endlich "Triebfahrzeugführer" werden. In ein paar amarikanischen Bundesstaaten dürfte diese Sendung jetzt auch ein Bier trinken. Aber wozu amerikanisches Bier - solange es noch ganz andere Getränke gibt. Ich sag's ja: Eine Lari-Fari-Geburtstag, was aber nicht heißt, dass man ihn nicht feiern sollte. Und - Ja, gut: Wer unbedingt will, kann auch ein amerikanisches Bier aufmachen ...

Glück- und sonstige Wünsche werden gerne engegen genommen (z.B. unter mail-ät-popwelt.de). Und natürlich wird der Geburtstag auch wieder seine umfassende Würdigung in den nächsten Ausgaben der Sendung finden. Da könnte es demnächst sogar eine kleine, erstaunliche und absolut angenehme Überraschung geben.

Noch mehr Flashman!
Nach anfänglicher Begeisterung (siehe weiter unten) habe ich mich in den letzten Wochen mit den nächsten Bänden aus den Memoiren von Harry Paget Flashman. In "Royal Flash" von 1970 lernt der notorische Angeber, feigling und Opportunist Otto von Bismarck kennen und muss sich durch die Wirren der Deutschen Revolution von 1848 schlagen. "Flash for Freedom! " bringt ihn - an Bord eines Sklavenschiffes - in die USA, wo ihn seine Aufschneidereien in eine brenzlige, wirre Reise auf der Underground Railway bringt. "Flashman at the Charge" erzählt von den wahren Geschehnissen während des Krimkrieges von 1854. Und Hut ab vor George MacDonald Fraser, der mir mit diesen vier (von 12) Romanen schon mehr vom 19. Jahrhundert nahegebracht hat, als all meine Geschichtslehrer. "Flashman" ist so fundiert und lebendig geschrieben, dass ein paar Historiker von einer "Sensation" redeten, als der erste Band (1969) erschienen war. Sie glaubten wirklich, dass der sympathische Unsymphat ein echter Zeitzeuge wäre. Ist erstaunlich, wie lebendig und witzig Geschichte da präsentiert wird. Nur: Bisweilen (und in zunehmendem Maße) neigt Frasers "Flashman" zu Schwafelei. Zur langen Schwafelei! Vieles an seinen Geschichten ist wohl auch nur für Engländer (und deren "Lessons of History") interessant: Die Schlacht von Balaclava und die Belagrung von Sevastopol sind bei uns bei uns längst nicht ins nationale Geschichtswissen übergegangen. Nach vier Bänden jedenfalls brauche ich eine Flashman-Pause.
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14. September

Liebenswerter Mistkerl
Schon auf den ersten paar Seiten musste ich mich fragen, wie man einen arroganten, feigen, selbstgerechten Opportunisten wie "Flashman" eigentlich sympathisch finden kann. Sir Harry Flashman ist ein kleiner englischer Adliger des 19. Jahrhunderts, der in den glorreichen Tagen des britischen Empire mittendrin steckt in den großen militärischen und politischen Ereignissen der Zeit. Die  zwölf bändigen "Flashman-Papers" von George MacDonald Fraser beginnen damit, dass der verzogene Harry von der Schule geworfen wird und im ersten Afghanisch-Britischen Krieg (1839-42) landet und am Ende als Held gefeiert wird. Heldenhaft ist allerdings gar nichts an ihm. Flashman ist ein mieser, gerissener Narziss, dessen einziges Ziel es ist, sich ein möglichst genussvolles, angenehmes Leben zu machen. Er will keine fernen Länder, sondern höchstens Frauen erobern.
Auf denen, die er unter sich stehen, drückt er sich ab: Frauen, Ausländer, Bürgerliche, gemeine Soldaten: Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, nach unten zu treten und nach oben zu buckeln. In brenzligen Situation allerdings verwandelt sich Harry Flashman in ein feiges, jammerndes Häufchen Elend, bereit, jeden Freund und Verwandten ans Messer zu liefern, um die eigene Haut zu retten. Ein Mistkerl! Ein Widerling! Ein Kotzbrocken!
Aber da ist er wahrlich nicht der Einzige. Die historischen Figuren, die im ersten Band "Flashman" von 1969 (deutsch: "Flashman, Im Dienste Ihrer Majestät") auftauchen, sind an Inkompetenz, Arroganz und Beschränktheit kaum zu überbieten.
Erstaunlich in diesem - historisch brillant recherchierten ersten Flashman-Roman - ist aber auch die Schilderung Afghanistans: Ein karges Land an der Nahtstelle zwischen russischen und westlichen Interessen, in dem eigentlich immer nur Familienclans und ihre Warlords das Sagen haben. Ein Land, das ausländische Truppen nie beherrschen werden. Ein Land, das von kleinen Banden, religiösen Fanatikern und ständig wechselnden Bündnissen bestimmt wird. Frasers - Ende der 60er geschriebene - historische Afghanistan-Erzählung wirkt auf düstere Weise aktuell und ungemein lebendig.
Spannend, witzig, exotisch und detailreich ist der erste Flashman-Band auch noch. Ich freu' mich schon auf die nächsten Bücher mit diesem liebenswerten Gentleman-Gauner. Und noch ein Pluspunkt am Rande: Die Cover der (englischen) Buchausgabe sind einfach grandios!
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7. September
So breit wie hoch
Es ist vollbracht: Das dickste Buch, das ich je gelesen habe, liegt - ein wenig zerfleddert - hinter mir. David Eddings' "The Tamuli" (deutsch "Die Tamuli Saga") ist die Fortschreibung des Elenium-Epos (sh. weiter unten), und das Buch ist mit seinen rund 1400 Seiten fast eben so dick, wie breit: Wieder eine große, wild wogende Geschichte um den unerschütterlichen Ritter Sparhawk und seine liebenswerte und ständig wachsende Schar von Begleitern. Und natürlich ist sich der Amerikaner treu geblieben: Es ist große Fantasy, mit Zauberern, Trollen, Hofschranzen und Kaisern. Aber es ist auch Politik, Religion und Philosophie. Und es ist eine ganze Menge derber und herzerfrischender Alltag. Da haben - in die Jahre gekommene Ritter - schon mal Rückenschmerzen, wenn sie eine Nacht in der Hängematte verbringen mussten. Da sind die Diebe, Huren und Halsabschneider sympathischer und vertrauenswürdiger, als Premierminister und Provinzpolitiker. Da sind die Götterwesen schon gerne mal eitle und unzuverlässige Narzisten, denen man besser aus dem Weg gehen sollte.
Bisweilen schleicht sich da auch ein wenig Pratchett'sche Logik ein. Und manchmal wird die Geschichte hinreißend absurd - etwa wenn zum schnelleren Transport eine moderne Motoryacht in die mittelalterliche Ritterwelt versetzt wird.
Ich habe mich wieder gut amüsiert, bei diesem spannenden, großen Roman und nach dem Epilog hatte ich dann wieder dieses wohlig-melancholische Abschiedsgefühl, nachdem ich mich von allerlei Chrakteren hatte trennen müssen, die ich in den Wochen mit dieser Schwarte wirklich liebgewonnen hatte.
Allerdings hatte dieses Buch denn auch wirklich seine Längen. Es gab Leerlauf; da waren Wiederholungen durchaus bekannter Motive - und gelegentlich schien Mr. Eddings selbst ein wenig die Lust an seinem Werk verloren zu haben. Ohne dass es seinen Charme verlieren würde, könnte man sicherlich ein Drittel dieses Mammut-Werks einfach streichen. Aber das ist jetzt Krittelei auf höchstem Niveau. Wer sich mit David Eddings eingelassen hat, wird auch an diesem Buch (oder diesen Büchern) nicht vorbeikommen.
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17. August
Überraschung in der Kathedrale
Bodenmosaik ind er Kathedrale von Mdina
Ich misch' mich ja nur selten in Paul. E. Pops Abenteuer ein, aber in diesem Fall kann ich seine Schilderungen denn och mal mit ein paar eigenen Beobachtungen unterfüttern. Ind er Kathedrale von Maltas einstiger Haupstadt Mdina lassen sich tatsächlich einige überaus düstere Details entdecken, die man in einer europäischen Kirche vielleicht nicht erwarten würde. Wahre Experten werden mir jetzt vielleicht entgegenhalten: "Überhaupt nicht! Solch morbide Darstellungen gibt es zu Dutzenden in Europas Gotteshäusern." Aber für mich war es eine erstaunliche Entdeckung.
Kathedrale Mdina - Detail
Und auch das - im neuesten Reisebericht des Paul E. Pop erwähnte - überaus erstaunliche Einhorn lässt sich in einem der Wappen auf dem Boden der Kathedrale erkennen. Bei flüchtiger Betrachtung mag man das Tier durchaus für einen Schimmel halten, aber dagegen steht inzwischen Rimskis Wort, der in dieser Darstellung sogar "ein Mädffchen" identifiziert haben will. Wer mal in Malta unterwegs sein sollte: Ein ausgedehnter Blick in diese Kathedrale lohnt sich, auch wenn dem Laien (wie mir) vieles dabei rätselhaft bleiben wird.

10. August

Noch einmal Fforde
Die Bücher von Jasper Fforde sind in ihrer wilden Verdrehtheit, in ihrem Wortwitz und ihrer kunterbunt blühenden Phantasie eigentlich immer ein Genuss (sh. weiter unten), aber "Es ist etwas Faul" - der vierte Roman in der Thursday-Next-Serie - war für mich der bislang größte Genuss! Die energische Literatur-Agentin ist aus der "Buchwelt" nach Swindon zurückgekehrt und landet mitten in einem in einer gravierenden politischen Umwälzung. Der skrupellos B-Novellen-Held Yorrik Kaine hat ganz England mit anti-dänischen Ressentiments aufgewiegelt, er plant die Machtübernahme, und die Sache wird nicht gerade einfacher, dass Thursday vom real-existierenden Dänenprinzen Hamlet begleitet wird. Dann sind da noch ein zeitreisender Prophet, eine durchgeknallte Auftragskillerin, die hoffnungslose Crocket-Mannschaft von Swindon, ein Gedankenmanipulator, ein paar Neanderthaler, die nach den Urhebern ihrer genetischen Auferstehung suchen und ein paar andere Details, die eine endgültig wirre Romansuppe ergeben könnten. Aber Fforde schafft es (wieder einmal), aus den unglaublichen Zutaten dieses Buches, eine packende und absolut überzeugende Geschichte zusammen zu schreiben. Dieses mal hat man - mehr als in seinen anderen Büchern - das Gefühl, dass diese Story sich absolut logisch und zielgerichtet vorwärts bewegt. Bei seinen anderen Werken hatte ich doch gelegentlich das Gefühl, dass die Handlung unter der Last seiner skurrilen Ideen bisweilen zusammenbricht. Dieses mal stimmt einfach alles!
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3. August
Pyraten! Pyraten!
Gleich mehrere treue Tipp-Lieferanten hatten mir "The Pyrates" (deutsch "Die Piraten") von George MacDonald Fraser innigst ans Herz gelegt, nicht zuletzt, weil das dazugehörige Hörbuch (4 CDs) ein Riesenspaß gewesen sein soll. Die Buchvorlage hat mich allerdings nicht so recht begeistern können. Zugegeben: Der englische Autor ist ein schwer belesener, wild drauflos fabulierender Verrückter, der kein Klischee auslässt, um da eine weltumspannende, große und schreiend bunte Piratengeschichte zu Papier zu bringen. Mehr noch: "The Pyrates" ist sozusagen das haarsträubende Destillat aus sämtlichen Technicolor-Piratenfilmen, die seit der Erschaffung von Douglas Fairbanks und Errol Flynn gedreht worden sind. Alles wird mit haarsträubenden Anachronismen, kauzigen Entschuldigungen und wild-geschilderten Kamerafahrten auf die Spitze getrieben.
Auf den ersten 50 Seiten war das auch im höchsten Maße unterhaltsam, aber da hatte ich auch noch die Hoffnung, dass sich der opulente, ausufernde Schreibstil irgendwann einmal beruhigen würde und die Handlung in den Vordergrund tritt. Aber da wurde ich dann enttäuscht. MacDonald Fraser stapelt alles aufeinander, mag es noch so wackeln und zittern. Beim Schreiben ähnelt er selbst seinen großen Piratendarstellern: Die Feder wird gezückt und dann wird gefochten, koste es, was es wolle. Augen zu und durch! Die Kulisse wächst von kolossal zu gigantomanisch. Gleich sechs Freibeuterkapitäne stellen sich dem Helden entgegen; gleich vier junge, überirdisch gut aussehende Damen sind ihm verfallen. Inka-Tempel, goldene Städte, fiese Spanier, schrullige Briten, Belagerungen, Degenduelle, Folterkammern - es ist alles drin. Aber für meinen Geschmack: Etwas zuviel von allem.
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Radio Multikulti
Lange Jahre war die Wunderwelt in Berlin auch bei Radio Multikulti zu hören. Nun wird beim bunten Radio in der Hauptstadt bald das licht abgedreht. Wer sich informieren möchte, sollte mal einen Blick auf diese Seite werfen.
 
Sonnenuntergang
Ziemlich genial fand ich eine Internetseite mit der man tatsächlich die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten von jedem Ort auf diesem Globus berechnen kann. Die Navigation ist etwas gewöhnungsbedürftig. Man muss erstmal drauf kommen, dass man unten in der rechten Spalte auch monatsweise vor- und zurückblättern kann. Aber wenn man's durchschaut hat, ist es eine erstaunliche Sache. Nur mit Hilfe dieser Seite habe ich herausgefunden, dass Borkum zur Zeit tatsächlich die spätesten Sonnenuntergänge Deutschlands hat. (OK, der Einwand "Muss man das wissen?" ist natürlich berechtigt).
 
Regenechos
Und in dem Zusammenhang noch die ultimative Wetterseite, auf die mich eine wohlmeinende Kollegin brachte. Da gibt's dann endlich auch wieder die Radarbilder, die einem präzise zeigen, wo gerade die Regenwolken unterwegs sind. Auch da gilt: Die Navigation ist eigenwillig und nicht ganz strukturiert. Aber wer schnell mal wissen will, ob's in der nächsten Stunde schütten, nieseln oder blitzen könnte, ist bei Wetteronline gut bedient.
 
27. Juli
Nee, jetzt nicht!
Zumindest nicht heute! Ich möchte keine Sekunde zuviel vor der Rechner sitzen, solange da draußen mal zufällig der Sommer brüllt und ich wirklich nichts Unvermeidliches zu tun habe. Und jeder, der hier sitzt und diese Zeilen liest, sollte sich sowieso sagen lassen: Kleingedrucktes ist schlecht für die Augen!

20. Juli

Urlaubslektüre ?
Nun ist es vollbracht. Heute mittag habe ich nach mindestens drei Wochen David Eddings' "The Elenium" zugeklappt: 912 Seiten, drei zusammenhängende Bücher in einem (etwas unhandlichen) Band zusammengefasst. (Auf deutsch "Elenium"/ "Die Elenium-Saga", und da hat's sogar noch mehr Seiten). Und man hört's eigentlich schon dem Titel an: Das ist Fantasy, mit allem, was dazugehört: Ritter, Zauberei, alte Götter und düstere Kulte und - natürlich - eine Prinzessin. Aber es geht auch um Politik, um Intrigen und Religion. Und das ist eins der Elemente, die David Eddings und seine (mitschreibende) Frau Leigh zu einem Meister seines Genres macht: Es steckt mehr dahinter, als der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Es gibt Grautöne, Missverständnisse und immer wieder unerwartete Verwicklungen. Und dann sind da noch die vielen, oft humorig und doppelbödig gezeichneten Charaktere: Das ist große Fabulierkunst. "Elenium" ist packend, spannend, vielschichtig und bisweilen auch so alltäglich-derb, dass den religiösen Eiferern in diesem Roman die Schamesröte ins Gesicht zeigt.
Schon allein wegen der epische Länge, die aber niemals langweilig wird, ist die "Elenium"-Saga eine wunderbare Urlaubslektüre. Und wem das noch nicht reicht: Es gibt eine Fortsetzung der Abenteuer des Ritters "Sparhawk": das "Tamuli"-Epos ist sogar noch umfangreicher. Und ich werd's mir auch bestellen.
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Palindrom-Alarm
Wer in Paul E. Pops neuestem Radio-Abenteuer auf Spurensuche gehen will: In jeder Episode seines Reiseberichts "Physik und Wahnsinn" steckt wenigstens ein Palindrom. Ich werd' mich hüten, dieses griechische Wort jetzt schulmeisterlich zu erklären oder irgendwelche Hinweise zu geben. Sie stecken einfach drin - in der Geschichte, und wer sie nicht entdeckt, hat garantiert nichts verpasst. Aber wer sie findet - darf sie behalten.
 

6. Juli

Und wieder da!
Wow! Ich bin beeindruckt. Ich hatte es gar nicht mehr auf dem zettel, dass ich tatsächlich mehr als einen Monat lang nicht einen Buchstaben an diese vergessene Pinnwand genagelt habe. Und ich geb's zu: Ein bisschen faul war ich schon: Es waren - zur Abwechslung mal - vier geregelte 35-Stunden-Arbeitswochen. Das heißt: Ich hatte im Juni lässige 580 Stunden zur freien Verfügung. Wo sind die jetzt eigentlich geblieben?
Gut da waren die Fußballspiele, von denen ich wirklich fast jedes gesehen habe (=46,5 Stunden). Ein paar nette Abende am Grill auf der Terrasse (= ca. 30 Stunden). Ein Fünf-Tage-Ausflug nach Berlin (=120 Stunden). Ich habe mich mit dem "Kundendienst" der Eisenbahngesellschaft (=6h), meiner Bank (=3h) und meinem Vermieter (=4h) auseinander gesetzt. Ich habe - auch im Juni - in der Badewanne gesessen (=10h); täglich ausgiebig gefrühstückt (30 Stunden); meinen Jackentaschen-Klingel-Winz-Computer neu angesetzt (=12,5h); Minigolf gespielt (=5h). Bleiben aber immer noch 313 Juni-Stunden, die ich "zur freien Verfügung" hatte.
Ach so: Mindestens 215 Stunden habe ich geschlafen. 10 Stunden hab ich im Auto und vier Stunden auf dem Fahrrad gesessen. Wenigstens 12 Stunden war ich in Supermärkten, in Bäckerei- und sonstigen Fachgeschäften. 30 Stunden hab' ich bestimmt gelesen. 25 Stunden lang neue CDs abgehört. Drei Stunden lang Mails geschrieben. Ha! und damit sind's läppische 12 Stunden im Juni, von denen ich nicht so genau weiß, wie ich sie verbracht habe. Damit reduziert sich die "Faulheit" dann doch auf ein recht bescheidenes Maß.
Insofern wundert's mich gar nicht, dass ich nicht dazu gekommen bin, weitschweifige Einträge in die 'Popwelt' zu schreiben.
Und wer's denn wissen will: Abseits der Wunderwelt kann man mich an folgenden Tagen im Radio hören: 8.8. (20:00 bremen eins); 10. + 11.7. (16h, Funkhaus Europa); 12.7. (12h, Funkhaus E); 13.7. (9h FE); 15. + 22.7. (14h, FE); 24+25.7. (16h, FE).

Neues Paul-E.-Pop-Abenteuer
Mit dem 82. Zusammenfassung Reisebericht "Physik und Wahnsinn" kehrt Paul E. Pop am 13.Juli auf seinen angestammten Platz am Sonntagabend zurück. Insider werden es schon geahnt haben: Es wird ein Wiedersehen mit dem Einhorn Rimski geben, der dieses mal von einem echten Außerirdischen namens "Mo2Yo" begleitet wird. Ende März brachen die drei auf, um Zusammenfassung die drohende Schließung unseres Universums zu verhindern.

29. Mai
Und tschüss!
Die letzte Sendung vor der Wunderfußball-Pause ist im Kasten, und damit wird der geschwätzige Moderator mal für eine gewisse Zeit der Routine entfleuchen. Allerdings: Nix Urlaub! Nix Hängematte! Dad Mikrofon hängt weiterhin vor meiner Nase: Am 8. und 15.6. (17:00 Uhr), am 21.,   28.6 und 3.7. um 20 Uhr bei Bremen eins. Am 7.6. (12 Uhr), 8.6. (9:00 Uhr), am 10. und 11.6 (14:00 Uhr), am 18.6. (16:00), 19.6. (14:00), 20.6. (14:00), und 3.7. (14:00) bei Funkhaus Europa. Änderungen sind möglich.
 
Das unübersetzbare Buch
Traumhaft, kantig, spannend und umwerfend komisch ist Jasper Ffordes "The Big Over Easy." Es spielt in einem ähnlich verkrümmten Britannien-Universum wie die Thursday-Nex-Bücher. Hauptfigur ist dort allerdings der unerschütterliche Polizei-Ermittler Jack Spratt, der den unglaublich vertrackten Mord an Humpty Dumpty aufklären muss. Mit seiner haarsträubenden Handlung und den ständigen Überraschungen, in seiner Sprache und seiner überbordenenden Phantasie kann Fforde da durchaus mit Douglas Addams, Terry Pratchett und Christopher Moore mithalten. Aber man muss es auf Englisch lesen, denn jede Übersetzung würde diesen urbritischen Krimininal-Roman zerstören: Da gibt es kleine Anspielungen auf Sketche von Monty Pythons Flying Circus und die Harry-Potter-Romane. Fernsehserien,  klassische Rocksongs, Shakespeare und Kinderreime werden beiläufig  zitiert. Wenn's dennoch ein findiger Übersetzer schaffen sollte, diese Tücken zu meistern, wird er spätestens bei Constable Otto Tibbit scheitern, der  von Anagrammen und anderen Wortspielen besessen ist. Aus dem Namen "Sergeant Mary Mary"  macht er "Arrange a Symmetry", um dann von Sätzen wie "A man, a plan, a canal: Panama!" zu schwärmen - ein Palindrom, das sich unmöglich übersetzen lässt (eine hübsche deutsche Variante: "Trug Tim eine so helle Hose nie mit Gurt?").
Tückisch, genial, liebevoll. Der zweite Band dieser wilden Detektiv-Romane wartet schon auf mich.
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25. Mai

Wunderwelt vor der Urlaubspause
Vier Sonntage ohne Wunderwelt : Vom 8. bis zum 29. Juni gehört der Sonntagabend dem Fußball-Pop. Und das ist gut so! Erstens  weil's Fußball ist , und zweitens weil ich allmählich merke, dass ich so eine Wunderwelt-Pause durchaus mal verdient habe: In über zwanzig Jahren mit der wohl bekannten Sendung ist nur selten mal was ausgefallen. Ich merke plötzlich wie sich meine Woche hartnäckig um diese zwei Stunden am Sonntag dreht: Am Montag beginnt das Auswählen neuer CDs; am Dienstag taucht eine verrückte kleine Geschichte auf, die unbedingt mal festgehalten werden muss. Am Mittwoch morgen geht mit ein Song durch den Kopf, der unbedingt auch noch rein muss; am Donnerstag stehe ich am Bäckereitresen und lasse die Kinnlade wieder einmal nach unten klappen. Am Freitag sitze ich von morgens bis in die Nacht am Computer und versuche, Worte und Musik zusammen zu bringen. Am Sonnabend der letzte Schliff: Die fehlenden Titel für die zweite Stunde müssen passend zur Musik ausgewählt werden. Und Sonntag dann: Das Ganze vor (oder hinter) dem Mikrofon; schneiden, nachpegeln , spontane Entscheidungen treffen (und wieder verwerfen). Und dann wieder von vorn. 52 Wochen im Jahr . Und es macht ja auch Spaß. Immer noch. Aber diese Respektive: Vier Woche Pause! Das hat schon was Verlockendes. Und meine Arbeit geht ja trotzdem weiter: Ab und zu wird man mich im Juni in anderer Mission bei Bremen eins hören können - und wie gewohnt auch bei Funkhaus Europa. Aber Abends: Da werde ich dann bestimmt öfter mal vor meinem fußballförmigen Grill sitzen und Europameisterschaft hören. (Oder bei meinem Griechen vor der Großbildleinwand sitzen und Retsina trinken, Kostas beruhigen und bestätigen, dass der Schiedsrichter wirklich daneben liegt.) Alsdann ... Anpfiff bitte!
 
18. Mai
Neuzugang im Buchregal
Nach längerer Pause muss ich doch mal wieder ein Buch in den geneigten Fokus rücken. "Kakerlaken" vom Norweger  Jo Nesbö hab' ich zum Geburtstag gekriegt (Danke, Gaby!), und dieses Werk wird einen Ehrenplatz in meinem Krimi-Regal bekommen. Ein verlotterterr, zynischer Polizist namens Harry Hole (!) muss nach der Ermordung des norwegischen Botschafters  in Bangkok ermitteln. Alle Thailand-Reisenden werden sowieso von den dichten Bildern verfolgt, mit denen das Buch seine Kulisse malt. Vor allem aber ist es ein Kriminal-Roman, der mal wieder  alles hat: Einen vertrackten Mordfall; politische Verwicklungen; Kollegen, die sich zusammenraufen müssen; schnelle Verdächtige (die es natürlich nicht waren); eine exotische Kulisse; einen kantig-sympathischen Ermittler und einen sehr komplexen, nachvollziehbaren, raffinierten Fall. Es ist spannend, gut recherchiert, bisweilen rasant und mitreißend geschrieben - und es hat etwas, mit dem skandinavische Autoren gerne geizen: Das Buch hat Humor. (Sehr zart besaiteten Gemüter seien gewarnt: Ein paar häßliche Schockmomente gibt es auch, stehen aber nicht im Mittelpunkt).
Für mich der einzige Wermuthstropfen: "Kakerlaken" ist  der zweite Fall von Harry Hole. Es macht bestimmt  Sinn, vorher den Roman "Der Fledermausmann", der in Australien spielt.
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11. Mai

Lasst uns das Wetter genießen ...
... und deshalb werde ich auch heute nicht lange vor dem Rechner sitzen und gewichtige Dinge in meinen Rechner hacken. Nee - die Grill-Saison ist eröffnet.  Und draußen mit 'nem Bier isr einfach besser, als nüchtern vor'm Bildschirm. Aber die guten Vorsätze sich gefasst . Demnächst wird's auch hier wieder mehr neue Worte geben (oder altbekannte Worte in neuer Anordnung) ....
 
4. Mai

Alles  Neu ...
Da glaub' ich noch nicht dran, dass der Mai alles neu machen wird. Aber wenn ich den bejammernswert-vernachlässigten Zustand dieser Seiten betrachte, sollte der liebe Mai mal wirklich kommen und machen. Aber der Mai macht's ja nicht. Wenn sich hier was ändern soll, dann müsste ich schon höchstpersönlich selbst ran und dafür sorgen, dass hier pointierte Texte, geniale Downloads und versteckte Botschaften in einem abgedrehten Design zu finden sind. Am besten jeden Tag neu . Würde ichauch gut finden! Aber hab' ich Lust dazu? Nöö! ich habe vor einigen Tagen die Strandkorb-Saison eröffnet: Draußen vor der Tür steht ein Traumexemplar seiner Gattung. Mit Notebook auch ein probater Zweitarbeitsplatz. Aber muss ich wirklich mehr machen, als nötig? Nööö! Im Moment eigentlich nicht. Und das Nötige reicht auch schon: In den nächsten neun Tagen acht Sendungen - das wird interessant! (Und wer's dabei sein will: Bei Funkhaus Europa: Mo, Di, Mi umd14 Uhr; am 10.5. um Fünf nach Zwölf; am 11.5. um Neun; und am 12. und 13. Mai jeweils um 16 Uhr).
 
27. April
Neues Pop-Abenteuer

Am 27. April wird in der Wunderwelt ein neuer Reisebericht  von Paul E. Pop aufgeblättert. Er trägt den Titel "Das Familientreffen" . Ohne den Ereignissen vorgreifen zu wollen: Es handelt sich um die Familie Poplinski, und das was sich nach Pauls Rückkehr auf Tobago anbahnte, zählt zu den Ereignissen, mit denen man unseren helden (und mehrfachen Retter der Welt) wirklich nachhaltig schockieren kann. Es ist die Zusammenfassung 81. Radiogeschichte aus der Feder des P.E. Poplinski und womöglich das Schonungsloseste, Brutalste, Bedrückendste, was je in der Wunderwelt zu hören war. Schon im ersten Kapitel erklärt Rita: "Es geht hier nicht um Spaß! Es geht um die Familie!"
 
Pop macht Ferien!
Im Juni werden Paul E. Pop und die Wunderwelt für einige Wochen Ferien machen. Diese längst verdiente Pause haben sie - natürlich - den Jungs mit den Strammen Waden zu verdanken, die in diesem Gebirge, das uns den Blick aufs Mittelmeer verbaut, um den Pokal kicken werden. Das wiederum ermöglicht es dem geschwätzigen Moderator in dieser Zeit seinen Balkon abermals in einen Fußball-Besserwisser-Club zu verwandeln, in dem alle zufällig anwesend sein sollten, werden mit Bier und Grillwürstchen zum Schweigen gebracht und müssen sich vor einem Kleinfernseher versammelt immer neue Erklärungen der Abseits-Regel anhören. Kann allerdings gut sein, dass ich an diesen Abenden auch gelegentlich bei bremen-eins vor dem Mikrofon sitze - in anderer Mission, als an den Wunderwelt-Sonntagen.
 
13, April
Und wann geht's hier weiter?
Ist das wirklich wahr? Fast einen Monat hab' ich nichts in dieses schlampig gepflegte Wlog geschrieben?  Komisch! Kommt mir vor als wären's nur zehn Tage gewesen: Meine ersten Urlaubstage überhaupt, die ich mal nicht mit Reisen verbracht habe (abgesehen von viereinhalb spontan eingeschobenen Tagen auf Sardinien - dazu in Kürze mehr). Jedenfalls raste diese (halb-)arbeitsfreie Zeit geradezu rekordverdächtig und faul vor sich hin, und nun entdecke ich schmerzhaft, dass vor mir schon wieder ein respektabler Berg Arbeit liegt. Wie kommt der denn dahin? Deshalb an dieser Stelle die kurze Vertröstung: Die Bestückung dieser Seite mit neuen bahnbrechenden Erkenntnissen über Bücher, Reisen und den ganzen Rest wird in Kürze wieder aufgenommen. Aber nicht jetzt!
 
16. März
Pause? What Pause!
An dieser Stelle ist es ein bisschen weniger geschwätzig geworden. Allerdings nur vorübergehend. Es gibt immer wieder die eine oder andere Aus-zeit, die sich selbst der geschwätzigste Moderator aus diesem oder jeneem Grund mal gönnen muss - manchmal auch nur  "einfach so". Und bevor jemand auf die Idee kommt, ich wäre im Urlaub oder würde mich auf einen Urlaub vorbereiten: Nein! Falsch! Alles nur Gerüchte! Da war zwar eine Reise geplant; aber die musste aus ganz privaten Gründen abgesagt werden. und wie das so ist - bei "privaten Gründen": Die sind eben privat.
Das heisst denn aber auch, dass demnächst hier wieder ein bisschen mehr stehen wird: Neue Buchtipps; seltsame Entdeckungen; Erkenntnisse und Einsichten am Rande des Unmöglichen. Nicht heute - aber bald!
 

3. März
Und noch ein Sternchen für Mr. Eddings
Nun habe ich sie ausgelesen  - die Belgariad-Saga in fünf Bänden, kleingedruckt, und es hat die Sache auch nicht beschleunigt, dass in dem ganzen Werk mindestens 6000 Buchstaben fehlen (selten so ein schlampig redigiertes Buch gelesen). Unter'm Strich: "Saga" trifft's! Große Fantasy! Zauberer,. Ritter, Monster, Hochstapler , die aber angenehm aus allen üblichen Rahmen fallen. Überhaupt sind's die liebevoll und humorig gezeichneten Charaktere, die dieses Mammut-Werk zum Leben bringen : Sympathisch, kantig, mehrdimensional: Alle haben ihre Macken, Ecken und Kanten, und selbst unter den Schurken gibt es allerlei Schattierungen zwischen hellgrau und schwärzestem Schwarz. Je weiter man liest, desto schwerer fällt's, das Opus von David Eddings und seiner Frau Leigh aus den Händen zu legen. Allerdings: Das fünfbändige Nachfolge-Epos - "Die Mallorean-Saga" - habe ich zwar bestellt, mir aber geschworen, es wirklich für den nächsten Urlaub aufzuheben. Man kommt ja zu gar nichts, wenn man diese Bücher am Wickel hat. Alles weitere: Einen Eintrag tiefer. Und weil's so schön war - noch ein Sternchen mehr für Garion und seine Kumpels.
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17. Februar
Räkeln für den Frühling
Hach, ist das nett, wenn man die letzten paar Urlaubstage des vergangenen Jahres, mal eben so abfeiern kann. Nicht, dass es nichts zu tun gäbe: An allen Winkeln lauert Arbeit; da muss einiges auf- und abgearbeitet werden. Ganz seltsame, hektisch beseite geschobene Dinge tauchen auf und schreien nach ihrer Erledigung. Aber es ist doch alles ein wenig ruhiger: Kein Wecker, der einen in den frühen Morgenstunden anblökt; kein Hecheln durch unberechenbare Kreisverkehre.
Und ein bisschen mehr Zeit zum Lesen bleibt auch noch. Das ist aber auch bitter nötig, denn da liegt vielleicht ein Epos vor mir: Fünf engbedruckte Bände von David Eddings. Zusammen ist es die Belgariad-Saga (noch einmal Danke, Irina!), klassische Fantasy sozusagen. Gleich vorneweg war die große Karte der "Reiche im Westen". Und ich habe sie - noch vor dem Lesen studiert und nicht lange überlegt, wo die Geschichte beginnen würde: Natürlich im Nordwesten. Richtige Fantasy-Geschichten beginnen immer in einem harmlos wirkenden Landstrich im Nordwesten. Auf eventuell vorgelagerten Inseln werden Geheimnisse gehütet; im Norden gibt es bärenstarke Völker, die gerne trinken und einander verprügeln; im Süden sind die Menschen zwielichtig und seltsam, und im Osten hinter einer großen Bergkette hocken die Schurken. Das muss so! David Eddings macht alles richtig.
Die Belgariad-Saga ist eine Art Road-Movie:Der Teenager Garion und seine Gefährten müssen offenbar jeden Landstrich dieser Karte Länge mal Breite durchqueren, bevor sie ihr Ziel erreichen und in einem gewaltigen Kraftakt, nach vielen vollbrachten Wundern und Kämpfen auf des Messers Schneide die Prophezeiung erfüllen und die drohende Götterdämmerung verhindern werden. Ich habe zwar gerade erst die Hälfte der fünf Bände gelesen, aber ich weiß bereits wie es ausgehen wird, wer wen heiratet und dass vor dem glücklichen Ende eine grausige letzte Schlacht mit den Mächten der Finsternis stehen wird. Aber ich werde es trotzdem alles lesen - bis zur letzten Zeile. Die Belgariad-Saga ist wie allerfeinste Schokolade oder ein ganz besonders erlesener Wein: Man weiß, dass einem zuviel davon nicht gut tut, aber man kann einfach nicht aufhören, wenn man einmal damit angefangen hat. Und mal jenseits der etwas schludrigen Übersetzung: Eddings kann erzählen; er kann einen mitreißen; er kann Spannung aufbauen, einen an faszinierende, fremdartige Orte entführen. Und immer wieder blitzt da ein trockener, bisweilen selbstironischer Humor auf. Ich wünschte mir nur, ich hätte mir dieses oppulente Werk für die nächste Reise aufgespart. Es ist ideale Urlaubslektüre. Macht aber nichts: David Eddings hat noch mehr - und ähnlich umfangreiche) Epen aus seiner Westwelt geschrieben. Die Reise geht weiter.
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10. Februar

Neuentdeckung
"Der Fall Jane Ayre" war gerade mein Einstieg in die schräge Parallelwelt des Jasper Fforde, und eins steht fest: Ich will mehr (und es gibt mehr). Da kann man mit gutem Gewissen wieder mal die Pratchett-Adams-Moore Vergleichskarte ziehen und gleichzeitig beschwichtigend hinzufügen: "Aber Fforde ist ganz anders". Auch nach rund 150 Jahren ist der Krimkrieg zwischen England und Russland noch nicht beendet, auch wenn die ewigen Kämpfe die Halbinsel am Schwarzen Meer längst unbewohnbar gemacht haben. In Russland herrscht noch immer ein Zar, dafür ist Wales zu einer unabhängigen Volksrepublik geworden, und zwischen diesen Wirren treibt Acheron Hades sein Unwesen, der unbezwingbare Schurke, der die Menschheit mit dem ultimativen Verbrechen "beglücken" will. Im Fall "Jane Ayre" versucht er - über ein vertracktes Zeitportal - die Handlungsabläufe berühmter englische Romane zu manipulieren, denn nichts in den Engländer so heilig wie ihre Literatur. Seine Gegenspielerin - die Krim-Veteranin und Literatur-Agintin Thursday Next muss einiges in bewegung setzen, um dieses Vorhaben zu vereiteln.
Die Handlung allein ist schon  ein herrlich-skurriles Feuerwerk; die Sprache und die Bilder des walischen Autors sind noch besser: Das ganze Buch ist gefüllt mit literarischen Anspielungen, Zitaten und Verdrehungen. Wer will findet auch die Titel großer Rocksongs  oder Bezüge zu bekannten Computer-"Phänomenen". Irre! Liebevoll! Akribisch! Unterhaltsam! Spannend! (Danke für's Öffnen einer Tür, Irina!)
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3. Februar
Exotisches Abenteuer
Ich war zehn  oder zwölf Jahre alt, als mich mein Vater  auf den britischen Schriftsteller Hammond Innes brachte. Eine Zeitland habe ich seine meist exotischen und meist maritimen Abenteuer gierig verschlungen. Nun fiel mir "Die weißen Wasser" in die Hände. Ein seltsamer Lesespaß. Mitte der 60 waren wohl selbst die rasantesten Abenteuer-Thriller noch deutlich anders gestrickt: Harmloser, nachdenkllicher, langsamer viel weniger blutrünstig und manchmal auch ein bisschen chauvinistisch. Die Welt war schließlich auch eine andere: Das große Britannien hatte noch etliche seiner Kolonien und Stützpunkte in der Welt, so auch auf dem südlichsten Malediven-Atoll, in dessen Nähe ein großer Teil dieses Abenteuers spielt. Dort befand sich damals der größte Flughafen auf dieser langgestreckten Versammlung winziger Koralleninseln. Die Flugzeuge, die dort landeten waren kleine englische Turboprops; an Tourismus dachte noch niemand, und die Dhonis, die heute Taucher an die Riffe bringen, fuhren damals ausschließlich mit Segelkraft. Hammond Innes' Geschichte spielt vor dem Hintergrund der kurzzeitigen Abspaltung des Addu-Atolls. Eine alte Londoner Reederei kämpft um ihr Überleben, und der jüngste Familienspross - das schwarze Schaf - unterstützt die abtrünnigen Adduaner bei ihrem Kampf nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Seebeben, Schätze unter dem Meer, unheimliche Phänomene, marode Seelenverkäufer, trinkende Kapitäne, hektische Flüge zwischen Ost und West: "Die Weißen Wasser" haben alles, was zu einem großen, exotischen Abenteuerroman gehört. Und trotzdem: Der Roman hat etwas charmant-angestaubtes.
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Funkaus Europa
Na, gut: Weil immer mehr Leute bei mir nachfragen: Ich bin - in letzter Zeit sogar ziemlich oft - nachmittags bei Funkhaus Europa zu hören: Am  4. und 5. März  um 14 Uhr und am  am 1.3. um Fünf nach Zwölf. Der Grund warum diese Termine hier nicht größer ausgehangen werden: Ich bin nur eines der Räder in der kleinen Bremer Redaktion dieses Senders, und ich arbeite in den Sendungen "Café Mondial", "Nova" und "Piazza" ausschließlich als Moderator - das heißt: Themen und Musik sind nicht auf meinem Mist gewachsen. Ich bin nur an diesen Tagen das Sprachrohr eines weitaus größeren Teams. Aber schön, wenn auch das so gut  ankommt.

27. Januar
Gut organisiertes Verbrechen
Mir ist fast schon peinlich: Da hab' ich stolz ein kleines Studio zusammengeschraubt und -gelötet; eins das funktioniert und in dem (fast) alles möglich ist. Aber wenn mich jemand fragt: "Kannste mir das eben mal überspielen?", dann komme ich ins Stottern. Vor ein paar Tagen ging's um einen dreiminütigen Nachruf auf den großen belizialinischen Punta-Rock-König Andy Palacio. Am Ende dauerte es geschlagene 40 Minuten, bis  die 7MB bei Radio Bremen waren. Wieso? Weil in meiner kleinen Straße mindestens 50 Haushalte durch das winzige Nadelöhr einer einzigen DSL-Schleuse gefädelt werden. Insidern sei verraten, dass meine Hochladzeiten im Idealfall bei 60 Kbit/s liegen. Dafür zahl' ich viel Geld!
Da wollte ich denn mal (wieder) meckern, musste aber feststellen, dass mein Multimedia-Versorger die Fragen seiner Kunden nur noch per Telefon-Hotline beantwortet. Der Postkasten für Mail-Anfragen ist einfach entfernt worden. Per Elektropost werden nur noch diejenigen betreut, die einen neuen Vertrag abschließen wollen. Das fand ich dreist, und so hab' ich denn meinen ganzen albernen Vertrag einfach kündigen wollen. Und das geht so.
1.   Finde die gute versteckte Vertragsseite Deines Anbieters (nennen wir ihn ruhig "2mal2")
2.   Logge Dich mit Namen und Passwort und Vertragsnummer ein, klicke auf "Kündigung" und beantworte 50 hochnotpeinliche Fragen.
3.   Dir wird mitgeteilt, dass nun ein Kündigungsformular unter der Nummer K57356 für dich bereitliegt. Dieses Formular kannst Du jedoch noch nicht benutzen. Dazu musst du
4.   Bei der kostenpflichtigen Hotline anrufen. Denen musst Du die Nummer "K57356" mitteilen.
5.   Dann sendet Dir die Hotline per Email einen Freischaltcode für Dein Kündigungsformular zu.
6.   Mit diesem Freischaltcode kommst Du im Internet an Dein Kündigungsformular.
7.   Du lädst dieses Formular auf Deinen Computer, druckst es, füllst es aus, unterschreibst es.
8.   Du schickst dieses Formular per Post an den Anbieter, wo es dann bearbeiret wird.
9.   Achtung: Wenn es Dir nicht gelingt diese Prozedur innerhalb von sieben Tagen zu erledigen, erlischt Dein Kündigungsantrag und Du darfst wieder bei Punkt 1. anfangen.
PS: "Bitte beachten sie: Ihre Kündigung kann frühestens zum 1.2.2009 erfolgen".
Warum Banken überfallen? Warum Gebrauchtwagen oder Drogen über die Grenze schmuggeln? Warum hochspekulative Geschäfte mit Aktienderivaten betreiben oder in zugigen Bahnhöfen Brieftaschen klauen? Kunden übers Ohr hauen ist ganz legal und erheblich lukrativer.
 
Buch? O Weia!
In den Tiefen meiner Regale stehen etliche Werke des im vergangenen Jahr verstorbenen Kurt Vonnegut. Ich habe sie früher - vor 20 oder 25 Jahren - mit Begeisterung gelesen. Aber nun frag ich mich: Was war damals mit mir los? Ich versteh' mich selbst nicht mehr: "Die Sirenen des Titan" war im aktuellen Anlauf eine anstrengende, kopfschüttelnde Selbstquälerei - dabei las sich der Klappentext so unterhaltsam: Ein amerikanischer Multimillonär und Superglückspilz verliert alles, wird für die Armeen des Mars rekrutiert , deren größter Erfolg es wird, eine Metzgerei in Basel zu erobern. Und schließlich endet alles auf  dem Saturnmond Titan, auf dem sich dann einige der großen Fragen der Menschheit gütig aufklären. Aber dann: "Au Weia!" Das Buch trieft vor Sinn ohne dass irgendetwas Sinn macht. Das ist bedeutungsschwangeres, selbstverliebtes Gefasel. Es klappt weder als Science-Fiction noch als Entwicklungsroman. Es ist unglaubwürdig, kaum nachzuvollziehen, auch wenn ich die ganze Zeit gespürt habe, dass mir Kurt Vonnegut da etwas über unsere Welt, unser leben mitteilen möchte. Ich bin aber einfach nicht drauf gekommen, was es war. Einzige kleine Erleuchtung: "Die Sirenen des Titan" (1959 !) lieferte eine ganz deutliche Vorlage  für Douglas Adams' galaktische "Anhalter"-Bücher . Der wichtigste Unterschied: Douglas Adams war unterhaltsam.
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20. Januar

Ein bisschen stolz
Doch! Ja! Ehrlich! Ich bin ein bisschen stolz auf mich! Der Schreibtisch ist aufgeräumt - auch die großen blauen Plastikkisten, in denen man erstaunliche Menge ungeordneter Papiere verschwinden lassen kann. Odner sich mit neuen, säuberlich sortierten Papierstößen gefüllt; die Tonne vor der Tür hat sich gefüllt. Dinge sind da, wo ich sie unter Umständen wiederfinden könnten. Toll! Ich fühle mich, wie der Bezwinger der Nordostflanke eines unglaublich hohen, tückischen Berges. Das neue Jahr mit seiner erneuten Papierflut kann kommen!
 
Und endlich wieder Bücher
Wie konnte das eigentlich passieren? In den Höhen, Breiten und Tiefen meines Bücherregals schlummerte tatsächlich noch ein ungelesener Montalbano-Roman von Andrea Cammilleri. Und "Der falsche Liebreiz der Vergeltung" war ein absoluter Hochgenuss. Schon lange habe, dass ich beim Lesen so herzhaft gelacht habe. In den drei ausgedehnten Fällen des sizialianischen Commissarios erfährt man, wie es Montalbano vor vielen Jahren in den Ort Vigàta verschlagen hat und lernt, wie man spannend-knifflige Kriminalfälle auch ganz ihne Leiche (womöglich sogar ganz ohne Verbrechen) schreiben kann. Vor allem aber ist es Cammileris augenzwinkernder Humor, seine Liebe zum Detail und das Talent seinen Charakteren echtes Leben einzuhauchen, die auch diesen Band wieder mal zu einer echten Kusshand-Empfehlung machen.
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"Hebt die Titanic!" ist ein Frühwerk aus dem Zyklus von Clive Cusslers Abenteuerromanen um den smarten Allwetter-Abenteurer Dirk Pitt. Man merkt's, dass der Schinken dreißig Jahre auf dem Buckel hat und dass Cussler noch längst nicht seinen Stil gefunden hatte. Sicherlich: Da ist Action, da ist ein großer Plot, der vom Kreml bis ins Weiße Haus reicht. Es wird alle Technik, Phantasie und aller Mut aufgeboten, um Unmögliches möglich zu machen. Aber die Charaktere bleiben flach; die Story ist oft kaum nachvollziehbar und ähnelt einem echte B-(oder gar C-)Movie (als solcher wurde der Roman denn auch 1980 verfilmt). Was die Geschichte jedoch richtig schmerzhaft macht, ist ihre Datierung: "Hebt die Titanic" spielt in den Achtzigern. Entweder hat Cussler dieses Buch 1976 als Zukunftsroman angelegt, was wenig Sinn macht. Oder aber die deutschen Übersetzer haben mal eben zehn Jahre dazu geschlagen, um das Buch näher an die Gegenwart  zu bringen, was erklärt, weshalb so viele unglaublich agile Greise mitspielen. Ehrlich: Muss man nicht lesen!
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Gewohnt souverän und packend haben Douglas Preston und Lincold Child einen neuen Roman aus ihrer Reihe um Special Agent Aloysius X. L. Pendergast vorgelegt. "The Wheel of Darkness" (im Moment nur auf Englisch) beginnt in der Abgeschiedenheit eines tibetanischen Bergklosters und nimmt schon nach fünfzig Seiten unglaublich Fahrt auf. Wieder haben sie eine tödliche Gefahr aus alten Legenden lebendig werden lassen und wieder einmal droht eine Katastrophe von globalen Ausmaßen. Man mag ihre Themen für "trivial" halten und ein beständig gleiches Muster in ihren Büchern erkennen. Aber die Art wie sie ihre Thriller konstruieren und umsetzen, ist einfach grandios. Das Setting, die Charaktere, die geheimnisvollen Mythen und die Technik, die zum Einsatz kommt: Alles ist stimmig, gut recherchiert und noch besser umgesetzt. Einfach spannende Unterhaltung.
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13. Januar 2008
Hurra, Hurra!
Ist das wirklich der erste Eintrag im Neuen Jahr? Ich dachte, ich hätte schon was geschrieben, aber die Tage ziehen in einer grausamen, erschreckenden geschwindigkeit vorbei . Ich hab' im Moment eine gewisse Routine, wenn ich vor dem Mikrofon sitze: Nicht nur die geplanten Sendungen standen auch dem Fahrplan, sondern auch weiter e, kurzentschlossene Sprünge vor das Mischpult, um hier und da mal verschnupfte, heisere oder anderweitig lädierte Kolleginnen und Kollegen zu vertreten. Doch nun sind alle Genossen genesen. Und Mittwoch und Donnerstag in meinem Terminkalender: Endlich Leere. Das heißt: Dann endlich wird der Schreibtisch aufgeräumt, der ist nicht ganz so leer. Dann werden die anderen - nicht ganz so wichtigen - Dinge erledigt. Dann muss ich endlich mal wioeder einen unübersehbaren berg neuer CDs durchhören, die sich angesammelt haben. Und dann muss auch das "Projekt  Heizung" / "Was sag ich meinem Vermieter" in Angriff genommen werden. Seit Anfang Januar  gibt's Wärme und Heißwasser nur stundenweise - und das kann ein bisschen lästig sein.
Alles weitere (und auch ein paar neue Buchtipps) - so bald wie möglich.
 
30. Dezember

Die Uhr tickt
Ich hatte gedacht, dass es geruhsam würde - das Ausklingen des alten und der Start ins neue Jahr. Nun aber überschlägt sich alles: Letzte Woche: Fünf Sendungen. Und dann Silvester ab 4 bei Funkhaus Europa; am Neujahrstag in der Doppelschicht von zwei bis sechs. Am 2. Januar gleich wieder . Und dann warten da etliche andere, zähneknirschend aufgeschobene Arbeiten. Ich hätte gerne mal wieder einen richtig freien Tag - einen Tag ohne Sender, Computer und Mikrofon. Mal sehen, was es bringt - das neue Jahr. In diesem Sine wünsch ich denn allen Popwelt-Besuchern.
Einen guten Rutsch und ein ganz wunderbares 2008
mit allem, was dazugehört und ein paar wahr gewordenen Träumen.
 
Das geht ja gut los
Noch bevor das neue Jahr angeschnitten ist, wird schon mal ein neuer Reisebericht des Paul E. Pop geöffnet: Ab 30. Dezember läuft allsonntäglich "Vor der eigenen Haustür": Das achtzigste Radioabenteuer unseres Helden. Es beginnt - wie nicht anders zu erwarteten - in Charlotteville in Tobago, und dem Titel kann man womöglich entnehmen, dass es dieses mal um keine anstrengende weite Reise geht.
 
Die Besten des Jahres
Ein bisschen Rückschau muss auch in der Wunderwelt sein: In der letzten Ausgabe des alten Jahres liefert die Wunderwelt noch einmal die (ganz subjektiv und parteiisch) besten CDs der vergangenen (circa) zwölf Monate. Darunter ist immerhin ein Neuzugang: Das Album "Challengers" von den New Pornographers aus Kanada lag bei mir unterm (nicht vorhandenen) Weihnachtsbaum. Nur ein ganz verwegener Kenner, wie mein alter Freund Marcus konnte es wagen mir eine CD zu schenken, und dann auch noch mitten ins Herz zu treffen. Danke! Aber auch "danke" für alles andere und hier ganz besonders für die Grüße und Wünsche der geneigten Hörerschaft.
 
Und schnell noch die Bücher
Natürlich hab' ich in den letzten Wochen auch noch einige Bücher gelesen - im Bad, vor dem Einschlafen, zwischen Tür und Angel, und die sollen dann noch zu Ehren kommen und weiterempfohlen werden. Das heißt: "Biss zum Abendrot" (Eclipse) von Stephanie Meyer kann ich gar nicht empfehlen. Es ist der dritte Teil der erfolgreichen Twilight-Reihe, in der die angestrengt pubertierende Bella in einem verschlafenen Kaff in den USA entdeckt, dass sie sich in einen leibhaftigen Vampir verliebt hat. Ihr anderer Freund Jacob entpuppt sich als Werwolf. In den ersten zwei Büchern wird die altertümlich-schwülstige Liebesgeschichte noch mit einigen Überraschungen und einer ordentlichen Portion Spannung abgefedert. Band drei verzichtet fast ganz auf Handlung. Die 640 Seiten werden mit schmachtenden Grübeleien, gebrochenen Herzen, Wehklagen und Herzschmerz gefüllt. "Oh Bella! Ach Edward! Oh Jacob! (Seufz! Schluchz! Schnief!)" 50 Seiten vor dem Ende war ich mehrfach versucht, das Buch einfach beiseite zu legen, hab dann aber doch durchgehalten, um festzustellen, dass der vierte Band schon geplant sein muss. Weh! Ach! Grein!
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Neil Gaimans "Stardust" (Sternwanderer) dagegen war ein unterhaltsames Buch "für Zwischendurch". Man merkt's diesem romantischen Märchen zwar an, dass das Buch nur eine Drehbuchadaption ist, aber die bittersüße Geschichte hat etwas Magisches, Bezauberndes und eine mitreißende Leichtigkeit. Die Geschichte baut auf der Folklore der britischen Inseln auf: Elfen, Hexen, Einhörner - und die "andere Welt", in die man hinüberschreiten kan, so wie der anfangs naive, am Ende gereifte und sympathische Tristran Thorn, der nach einem gefallenen Stern suchen muss. Wer sich ein bisschen in den alten Volksballaden Englands, Schottlands und Irlands auskennt, wird viele der Motive und Szenen kennen. Aber Neil Gaiman hat sie wirklich zauberhaft neu zusammengefügt und zu einem neuen Märchen verbunden,.
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Zu guter Letzt: Septimus Heap. Ich habe den Fehler gemacht, mit dem dritten Band - "Physic" - in dieses charmante Fantasy-Universum von Angie Sage einzusteigen. Man sollte eigentlich mit "Magyk" beginnen und dann mit "Flyte" weitermachen, auch wenn jedes der Bücher wohl eine abgeschlossene - und in sich schlüssige - Geschichte liefert. Septimus Heap ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes - und damit bestens geeignet, ein erfolgreicher Zauberer zu werden. Er, seine Geschwister und Freunde leben in einer (namenlosen) Burgstadt, irgendwo im alten England (ich liebe Bücher, in denen wie hier eine ordentliche Karte zeigt, wo sich die Handlung abspielt!). In "Physic" erhalten sie unerwünschten Besuch aus einer dunklen Vergangheit: Zeitreisen, Geister, finstere Pläne: Es ist alles dabei. Aber die Extra-Punkte gibt es für die vielen schräg-verschrobenen Ideen, für die liebvoll gezeichneten und liebenswerten - oft skurrilen - Charaktere und für die runde, durchdachte Handlung, die am Ende des Romans eine gekonnte Punktlandung hinlegt. Die Septimus-Heap-Bücher (prächtig eingebunden!) werden wieder einmal als "Kinderbücher" verkauft , was aber immer mehr zu einem Synomym für außerordentliche Qualität wird.
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16. Dezember
Christmas? What Christmas?
Wer Weihnachten mit dem geschwätzigen Moderator verbringen will: Kein Problem - das Radio machts möglich! Am 23. Dezember in der Wunderwelt; am 24. und 25. von 14-18 Uhr live in Funkhaus Europa; am 26. und 27.12. von 16-18 Uhr bei "den Europäern". Bis dahin gibt's noch eine Menge Sitzungen, Weihnachtsfeiern und dringende Dinge, die erledigt werden wollen. Und das sorgt denn dafür, dass der obligatorische Text an dieser Stelle etwas kürzer ausfällt, als gewohnt. Irgendwann wird aber alles nachgeholt. Viel Spaß beim geschenke-Aussuchen ...
 
9. Dezember
Gewöhnungs-Bedürfnisse
Man stelle sich vor, das Warmwasser läuft nur noch, wenn man den Lichtschalter in der Küche betätigt. Das Licht geht an, wenn man den Mülleimer öffnet. Die  Kaffeemaschine läuft nur, wenn man vorher eine geheime Zahlenfolge im Inneren des Kühlschranks eingetippt hat. Der Herd wird nur warm, wenn man den Kaltwasserhahn laufen lässt und gleichzeitig die Besteckschublade öffnet. So ähnlich ist es, wenn ein ganzer Radio- und Fernsehsender in ein neues Haus zieht, in dem die momentan neueste Software installiert ist. Alles ist anders; vertraute Handgriffe gehen ins Leere; neue Prozeduren müssen erlernt werden; was gestern mit links funktionierte, geht heute - im neuen Radio-Bremen-Haus - anders, manchmal nur mit "Trick 17". Und vieles, was vor vier Wochen noch unmöglich war, ist nun im Handumdrehen machbar.
Der Alltag im neuen Funkhaus ist noch gewöhnungsbedürftig, mitunter verwirrend, und nicht alles gelingt auf Anhieb. Wer Radio Bremens Programme in diesen Wochen aufmerksam hört, wird vielleicht mitbekommen, dass noch nicht alles klappt und leicht von der Hand geht. Mein persönliches Live-Debüt bei bremen-eins in der vergangenen Woche war von bedrohlich weichen Knien und zitternden Händen begleitet, und ich möchte für mich und alle Kolleginnen und Kollegen um Nachsicht bitten, wenn's manchmal holpert. Die Wunderwelt, die nach wie vor im kleinen, selbst gebauten Wunderstudio entsteht, lief bislang vergleichsweise reibungslos, auch wenn sich hinter den Kulissen einiges geändert hat. Aber was interessiert die geneigte Hörerschaft die Geschehnisse hinter dem Vorhang: Wie schon mal gesagt: Die Übung ist dann am besten gelungen, wenn niemand was merkt!

Das Buch der Woche
"The Nameless Witch" ist A. Lee Martinez' drittes Buch (auf Deutsch im nächsten Jahr als "Eine Hexe mit Geschmack. Mit doppelter Portion Menschenfleisch!"): Ein schräger Fantasy-Roman um eine Hexe, die ganz entgegen den Traditionen ihrer Zunft erheblich zu hübsch geraten ist und obendrein in eine bedrohliche Romanze mit einem weißen Ritter gerät. Die beiden Helden sowie ihre Begleiter - eine blutrünstige, ewig schlechtgelaunte Dämonen-Ente, eine verständnisvolle Besin (weibliche Form von "der Besen") und ein gutmütiger Troll - müssen nebenbei auch noch die Welt retten, ohne Händchenhalten, Küsse und sonstige Zuneigungsbekundungen. Für die namenlose Hexe und den Ritter könnte schon ein einziger Kuss fatale Folgen haben.  Es ist - wie man's von Mr. Martinez erwarten konnte - eine hübsche, skurrile, epische Geschichte geworden. Allerdings wird's umso langatmiger und banaler, je näher man sich zum Ende liest. Unter meinen guten (ich lese keine schlechten) Büchern der letzten Monate ist die "Namenlose Hexe" unterm Strich doch nur Mittelklasse.
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1. Dezember
Trauminseln - Traumprogramm
Google Earth ist schon seit geraumer Zeit eins meiner absoluten Lieblingsprogramme am Computer. Jeder Anlauf, "mal eben was nachzusehen" endet in einer ausgedehnten Flugreise über exotischen Landschaften und Orten.
Der seltsame, riesige Flugzeugfriedhof ( 32° 9'20.89"N, 110°50'57.28"W) in Arizona, die unheimlichen Hafenanlagen von Murmansk; Jurten und Kamelherden in Zentralasien; Elefantensuchen im südlichen Afrika; Strände in der Karibik; Orte, an denen man ein paar wunderbare Stunden verbracht hat und Orte, die man nie besuchen wird. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat, mich noröstlich von Paua-Neuguinea umzusehen. Aber dort habe ich nun ein paar Inseln, Sandbänke, Atolle entdeckt, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen  (  5° 2'34.10"S, 159°21'51.21"O). Ich kenne keine Landschaft, wie (zumindest aus der Satellitenperspektive) dem Paradies so nah kommt: Inseln, Inseln, Inseln - unberührt; manche menschenleer, auf anderen kleine Häuser und Schiffe, die in der Lagune dümpeln. Selbst aus der Google-Earth-Perspektive kann man dort einige Zeit verbringen. Und der kleine Insidergag: Die von Spike Jones besungene Südsee-Insel Ulul (spelled backwards: Lulu) gibt es tatsächlich.
Trauminseln vor Neuguinea
Google Earth BerlinModell
Eine ganz bsondere Arbeit auf der Basis von Google-Earth ist das Berliner Stadtmodell: Innerhalb des  S-Bahnringes wurden sämtliche (sämtliche!) Häuser als dreidimensionale Modelle angelegt. Man kann in Hinterhöfe zoomen, durch Straßenschluchten gleiten, Sehenswürdigkeiten unter die Lupe nehemen und sogar den Abgeordneten im Bundestag über die Schulter gucken. Wer's genau wissen will kann im neuen Berliner Hauptbahnhof sogar nachlesen, was auf den Fahrkartenautomaten steht. Damit's halbwegs flott funktioniert, sind die meisten Fassaden allerdings nur "geklont": Es sind typische Berliner Häuser, aber sie entsprechen nihct ganz der Wirklichkeit. Nur etwa 500 Gebäude sind rundum fotorealistisch enthalten. Macht aber nichts! Die Ilusion ist dennoch perfekt. Ein feines Spielzeug - und ganz umsonst!
Ein Buch hab ich auch noch
In dieser Woche war Walter Moehrs' "Schrecksenmeister " dran. So richtig dicke Freunde werden wir wohl nie werden. Ob Herr Moehrs nun als "himself" schreibt oder (wie in diesem Falle wieder) ein Werk des Hildegunst von Mythenmetz  übersetzt: Dieser superlativistische, bombastische Schreibstil ist einfach nicht mein Fall. "Stellt Euch die schrecklichste, ekelerregendste, dreckigste Gasse der Welt vor; reichert sie an mit der unaussprechlichsten, stinkendsten Widerwärtigkeit, die eines Menschen Verstand ersinnen kann. Wenn ihr Euch diese Gasse vorstellen könnt, dann ist sie noch immer ein idyllisches Paradies gegen die Gasse, von der ich nun erzählen werde."
So geht das ständig bei Moehrs, verbunden mit - mal skurrilen, mal eitlen, mal pompös bemühten - Wortschöpfungen. Nichts ist lässig, nichts ist klein. Als tropft und trieft von lautstarken, randalierenden Sätzen. Alles ist fortissimo. Selbst die kleinsten Gags werden von einem lärmenden Posaunenchor vorgetragen.
Ich bin ungerecht! Ich habe den "Schrecksenmeister" genau so begeistert verschlungen, wie Moehrs'  übrige Bücher. Es ist eine wunderbar zusammenfabulierte, packende, spannende Märchengeschichte, in deren Mittelpunkt die naiv-talentierte Kratze (kein Schreibfehler!) Echo steht, die einen verhängnisvollen Pakt mit dem Schrecksenmeister einer entsetzlichen, widerwertigen, kranken Stadt schließt. Genial wie Moehrs die Fäden zieht und wieder zusammenführt; Chapeau für die seltsamen Charaktere und für die scheinbar unerschöpfliche Phantasie. Aber  die Schreibe ...? ... ist - wie gesagt - Geschmackssache!
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Bravo Kottan!
Man muss nur lange genug warten, dann kommt alles Gute zurück: Endlich, endlich gibt's die 19 Fälle des schrägsten Fernsehkommissars aller Zeiten auch auf DVD. Die erste Akte von Kottans Ermittlungen ist erschienen und liegt schon in meinem Player. Teil zwei folgt am 6. Dezember. Grandios, gandenlos, voller Gags, Musik und Wienerischer Bosheit. Und im Nachhinein: in der österreichischen (Anti-)Serie steckt viel vom Geist der 70er und frühen 80er Jahre. Ein absolutes Muss für alle Freunde des ungepflegten Unfugs.
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25. November
Radio Bremen an der Weser
Hurra! Neues Funkhaus! Aber es wird wohl noch lange dauern, bis sich alle in dem Neubau in der Bremer City heimisch fühlen. Die Wunderwelt hat ihre erste Feuerprobe bestanden, auch wenn ein neues "Procedere" sich erst einmal einruckeln muss. Braucht die geneigte Hörerschaft nicht weiter zu interessieren. Wichtig ist nur, was  aus dem Lautsprecher kommt, und da klingt "Pops Tönende Wunderwelt" doch eigentlich wie immer. Auf meiner "anderen" Bremer Welle - bei 'Funkhaus Europa' - stellt sich inzwischen bereits sowas wie "Spaß" mit den Live-Sendungen ein, auch wenn's durchaus "nicht ohne" ist, Magazin-Sendungen mit Live-Schaltungen, vielen Beiträgen und Telefonaktionen im Alleingang flimmerfrei in den Äther zu kriegen. In den futuristischen Studiocockpits kann man sich schon als "Captain of the Airwaves" fühlen.
 
Und noch mehr Bücher
Ach natürlich: Den neuen Terry Pratchett hab ich gelesen: "Making Money". Ankh Morpork gleitet ins Zeitalter des Papiergelds, und wieder einmal steht der einmalige Moist Van Lipwig im Mittelpunkt des Geschehens. Die Zeit, in denen Pratchett vor allem schenkelklopfenden, schrillen Humor vor der Kulisse seiner Scheibenwelt lieferte, sind schon lange vorbei. Die Stories werden immer komplexer, vielschichtiger und nehmen immer wieder äußerst verblüffende Wendunden. Auch "Making Money" folgt diesem Schema: Eine große, folgenreiche Geschichte voller Intrigen, Rätsel, Überraschungen, schräger Einfälle und noch schrägerer Charaktere. Die Banken-Saga ist vielleicht nicht Pratchetts stärkster Scheibenwelt-Roman. Aber selbst ein schwächerer Pratchett ragt vimmer noch weit über lesenswerten Durchschnitt.
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"Coyote Blue" ist einer der älteren Romane meiner persönlichen (mit jeder verfügbaren Kusshand empfohlenen) Neuentdeckung Christopher Moore. Wieder geht's um die unscheinare, banale Wirtklichkeit, in der sich für den Helden eine unheimliche Falltür öffnet, die geradewegs in okkulte, verdrängte, märchenhafte Bereichte führt. Samuel Hunter - ein erfolgreicher Geschäftsmann in Kalifornien muss sich plötzlich mit einem anfangs ziemlich lästigen, störrischen und durchgeknallten Halbgott seiner indianischen Vorfahren herumschlagen, der sich in den Kopf gesetzt hat, Sam etwas gutes zu tun. Sein bislang recht lässiges Leben gerät daraufhin komplett aus den Fugen; er muss sich mit kriminellen Rockerbanden, missgünstigen Nachbarn, beruflichen Rückschlägen und vor allem mit dem egozentrischen Old Man Coyote herumschlagen, der mitunter eine echte Nervensäge ist. Wie üblich bei Moore: jede Menge grandios gezeichnete, schräge Charaktere, eine verrückte, aber absolut spannende Handlung und jede Menge brüllend-komische, manchmal auch bittersüße Szenen. Seine echten Meisterwerke kamen aber erst danach (siehe weiter unten).
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18. November
Wunderwelten
Seit letzter Woche senden 'bremen eins' und 'Funkhaus Europa' aus dem neuen Radio-Bremen-Haus in der Innenstadt. Alles ist neu, alles ist anders, nur die Wunderwelt bleibt, wie sie war. Naja ... auch der Rest desr Programme sollte eigentlich genau wie vorher klingen. Die ganze Übung ist eigentlich dann perfekt gelungen, wenn die geneigte Hörerschaft gar nichts davon merkt. Dennoch gibt's hinter den Kulissen eine Menge Arbeit und einige Sicherheitsmaßnahmen, um in jedem Fall den 'Plan B' aus der Tasche ziehen zu können. Auch bei der Wunderwelt ist das so. Und deshalb: Ich hab' keine Zeit, weil - kurz vor der ersten Sendung aus dem neuen Bremen-eins-Studio noch einiges zu erledigen ist. Deshalb in aller Kürze und Herzlichkeit: Möge die Übung gelingen! Mehr, in gewohnter Form und in Kürze: Hier! (Und da!)

11. November
Ick war in Malta, Alta!
Jd auf Malta
Eine Woche schneller, sanfter und erfrischerder Urlaub liegt hinter mir: Sieben Tage Malta, keine drei Flugstunden von Bremen entfernt und doch sonnig, warm - und billig war's auch noch. Es ist schon irgendwie eine verrückte Sache, wenn man da mittags auf der Liege so richtig ins Schwitzen kommt und nachdenkt, ob man nicht doch lieber in den Schatten rücken sollte - und das dann eben Anfang November. Das ist einfach sehr, sehr wohltuend.
Und noch besser ist es, in einer hektischen Zeit mal einfach "dazusein", lange zu schlafen, viel zu lesen, ausgiebig zu essen und ein bisschen was von einem netten, wenn auch ruppigen Wein zu genießen. Und nebenbei springen einem achttausend Jahre Geschichte an, von megalithischen Tempelanlagen bis zu goldenen Glanz der Tempelritter und mittelalterlichen Festungsstädten. Langweilen muss sich niemand in dem winzigen Drei-Inselstaat zwischen Sizilien und Nordafrika.
Eine der schönsten Sachen auf der Hauptinsel ist das Busnetz. Für wirklich läppische Preise kommt man wirklich überall hin - und das dann mitunter in Oldtimern, die seit über 50 Jahren im Einsatz sind. Die Federung ist da oft nicht mehr der Rede wert; die Bänke sind eng und hart und die Motoren röhren knapp am Infarkt vorbei. Aber es ist ein Erlebnis in so einen betagten Bus zu klettern: Keine Tür, alles rund und bucklig, und an der Decke dann zwei lange Leinen, die vorne mit einer echten, mechanischen Glocke verbunden sind. Man kann die Fenster aufschieben - nicht einfach nur so ein paar kleine Scheiben oben, sondern die ganzen Fenster - und die stecken dann in richtigen Holzrahmen. Ist schon eine kleine Reise in die Vergangenheit. Nur für die Fahrer ist es wahrscheinlich harte Arbeit, denn in diesen Vehikeln muss noch per Hand geschaltet werden; da gibt's keine Servolenkung und Ergonomie war damals auch noch ein Fremdwort: Das Lenkrad kommt bei einigen dieser Bus-Oldtimer steil aus dem Boden und hängt dem Fahrer dann vor dem Bauch wie so ein kleiner Partytisch.
Malta Bus
Lesefutter
Was mach ich, wenn im Urlaub der Lesestoff ausgegangen ist und nur ein paar der üblichen Andenkenläden - mit ein paar mageren Buchkarussels - in greifbarer Nähe sind? Ich suche nach Werken von Hammond Innes oder Clive Cussler: Man findet sie (fast) überall. Es sind die eher trivialen Schreiber packender Abenteuerliteratur: Exotische Länder, böse Schurken, charmante Helden, unschuldig in Not geratene junge Frauen, die unbedingt gerettet werden müssen. Und am Ende - nachdem ganze Landstriche oder wenigstens die High-Tech-Festungen der Bösewichter in Schutt und Asche gelegt worden sind, gibt's unweigerlich ein Happy Ende. Dieses mal geriet mir Clive Cusslers "Shockwave" in die Finger, einer seiner vielen Romane um den unerschütterlichen Abenteurer Dirk Pitt. Wie üblich ist er für die überaus geheime Forschungsgruppe NUMA im Einsatz, zwischen Südpol, Washington, Pazifikinseln und Kanadas Westküste. Es geht um Geschichte, Seemannsgarn und Diamanten. Die üblichen Charaktere lassen ihre Muskeln spielen, und das Ding ist - wie immer - dick, packend, voller Action und wilder Verfolgungsjagden. Sicher nicht anspruchsvoll. Aber beste Urlaubslektüre.
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Christoper Moores "Ein Törichter Engel" war auch im Reisegepäck: Eine Weihnachtsgeschichte, die wieder mal in dem verschlafenen kalifonischen Küstenort Pine Cove spielt, mit vielen Bekannten aus seinen anderen Büchern, einem wilden, übernatürlichen Dreh, und mit der ganzen Phalanx von Moores sympathischen verrückten. Fast jeder seiner Charaktere ist schwer durchgeknallt: Theo, der kiffende Polizist; Molly, die einzige Heldin aus trashigen P-Movies, die manchmal nicht weiß, ob sie nicht doch die Amazonenkriegerin Kendra ist; ein Engel mit einem Faible für Schokoriegel; und ein liebeskranker Biologe mit einem treuen Hund, der nur vor einem Angst hat - nämlich "geböser-hundet" zu werden. Herrlich, schrill, spannend und brillant geschrieben.
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A. Lee Martinez' "Kompanie der Oger. Sterben und sterben lassen!" ist eine ähnlich verrückte Geschichte. Im Mittelpunkt steht 'Never Dead Ned', der tatsächlich nicht sterben kann und immer wieder ins Leben zurückkehrt, was allmählich recht anstrengend wird. Ned sehnt sich nämlich nach einem ruhigen, ereignislosen Leben und ist recht als kleiner Buchhalter in der Armee einer fernen Fantasywelt. Aber nun soll Ned plötzlich die heruntergekommenste Truppe befehligen und auf Vordermann bringen: renitente Oger, kettenrauchende Baumwesen, eine eifersüchtige Sirene, ein blindes Orakel - kurzum: Ein wilder Haufen verrückter Charaktere, die anfangs überhaupt nicht glücklich sind, dass in ihrem Regiment ein neues Regiment herrschen soll. Sehr unterhaltsam, bizarr und vollgestopft mit wilden Ideen.
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28. Oktober
Und nochmal: Danke!
Der Geburtstags-Jubelmonat ist (fast) beendet, und nun möchte ich mich - nicht nur für die Treue, die geduld und die Begeisterung der geneigten Hörerschaft bedanken, sondern vor allem für die vielen Glückwünsche, Fragen und die kleinen, bisweilen oft erstaunlichen und persönlichen Geschichten, die in den Briefen und Mails steckten. Vieles davon wird in den nächsten Wochen noch in der Wunderwelt sein Echo und seine verdienten Antworten finden. Musik und sonstige Wünsche werden erfüllt - soweit es möglich ist. Und natürlich ist der Briefkasten damit nicht geschlossen. Für Anmerkungen, Anfragen, Erlebnisse und Kritik bin ich immer offen. Und ganz besonders freuen Paul und ich mich für jede Resonanz auf die (jeweils) laufende Geschichte. "Der Mann aus der Mütze" hat offenbar wieder mal einen Nerv der geneigten Hörerschaft getroffen; schon lange gab's da kein so starkes Echo, und wir freuen uns, dass diese - doch sehr private Geschichte - so gut ankommt.
P.S.: Mein Vater lebt übrigens in (West-)Berlin, ist nie auf der anderen Seite der Mauer verschwunden und sammelt Jazzplatten . Es geht ihm gut, danke der Nachfrage. Ich muss ihn nicht suchen, aber ich sollte ihn mal wieder Besuchen. Weiß jemand, wo man günstig Zeit kaufen kann?
 
21. Oktober 2007
Fünf Sterne!
Nur mal "so nebenbei" begann ich Christopher Moores "Ein todsicherer Job" zu lesen - und daraus wurde dann eine wilde Raserei. Ich hockte noch länger in der Badewann, als üblich; ich ließ beim Frühstück die Tageszeitung liegen und konnte spät abends kaum die Lampe ausmachen. Nun hab ich Moores Bücher hier schon mehrfach über den grünen Klee gelobt, aber der "todsichere Job" ist für mich sein bisheriges Meisterwerk: So rund, so brüllend komisch, so voll mit skurrilen, aber liebenswerten Charakteren ist keins seiner Bücher. Vorneweg das "Betamännchen" Charlie Asher .- ein unsicherer, verzweifelter Anti-Held, der unversehens mit der gewichtigen Aufgabe betraut wird, sich um die Seelen seiner dahingeschiedenen Mitbürger in San Francisco zu kümmern. Die Gullihexen und die anderen Mächte der Finsternis wittern Morgenluft, und "Frischfleisch" - wie sie Charlie nennen, kommt ordentlich ins Schwitzen, schließlich muss er auch noch einen Trödelladen führen und sich um die Erziehung seiner kleinen - und oft recht wundersamen - Tochter kümmern. Normal ist sowieso keiner in diesem Roman: Nicht der Ex-Polizist, der in Charlies Laden aushilft; nicht die junge Gruftie-Schräglheit Lily, nicht Charlies Lesbische Schwester Jane - und schon gar nicht die Höllenhunde, die sich bei ihm einnisten oder die Eichhörnchenmenschen, die eigentlich nur geschaffen wurden, um historische Modeentwürfe auszuprobieren.
Ich weiß: Machen mögen Einwände gegen Moore oft derbe, ruppige Sprache haben, und man kann mit dem Ende dieses Buches hadern. Aber ehrlich gesagt: Bei soviel Witz, Situationskomik,. Phantasie und einer runden, gelungenen Story, ist mir das total egal. "Ein todsicherer Job" ist ein todsicheres Buch!
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14. Oktober 2007
Thank You, Merci, Danke, Gracias!
Mit artiger Verneigung möchte ich mich - auch im Namen meines alten Freundes Paul E. Pop, für alle Glückwünsche, Anmerkungen und Erinnerungen an 20 Jahre und 1000 Ausgaben 'Wunderwelt' bedanken. Radiophon wird die Glückwunsch-Flut in der Sendung am 21. Oktober begleitet, verlesen, beantwortet und kommentiert werden. Und natürlich bleibt der Postkasten auch weiter geöffnet: Wer etwas loswerden möchte zur Wunderwelt: Einfach aufschreiben und absenden an mail-ät-popwelt.de. Die Party geht weiter!
Wer die Geburtstags-Botschaft mal in der offiziellen Variante lesen mag: Quicklink Hier gibt's den Pressetext.
 
Und das obligatorische Buch der Woche
Ein dicker und lang erwarteter Wälzer war Cornelia Funkes "Tintentod", die längst überfällige Fortsetzung von "Tintenblut".  Schon im (abrupt und gemein endenden) zweiten Band dieser epischen Trilogie hatte die Autorin und (brillante) Illustratorin das Genre "Kinderbuch" weit hinter sich gelassen. Und im neuen und letzten Band wird's endgültig düster. Das Böse hat die Herrschaft der Tintenwelt übernommen. Die freundlicheren Charaktere sind selbstgefällige, sadistische Egomanen; die wirklichen Fieslinge sind von der eigenen Gemeinheit aufgeschwemmte Bosheits-Konzentrate, die immer wieder neue Untaten und Racheakte aushecken. Selbst der kleine, verlorene Haufen der "guten Helden" kommt in bedenklichen Grautönen daher: Die junge Meggie, ihre Mutter Resa und "Titenzunge" Mo werden ständig von Zweifeln getrieben, treffen oft einsame, egoistische Entscheidungen. Es herrschen Zwietracht und Misstrauen; es wird gefoltert und getötet, gesoffen und betrogen.
Wenn die Geschichte nicht so packend wäre, wenn ich mich nicht ständig gefragt hätte: "Wie geht's denn aus  - am Ende dieser 670 Seiten" - dann hätte ich das Buch irgendwann wutschnaubend beiseite gelegt. Es ist ein wenig zuviel des Bösen; es dreht sich im Kreise und die schillernd-schönen Ideen dieser Parallelwelt, die Cornelias Tintenwelt bislang so bunt und faszinierend gemacht haben, sind deutlich ausgedünnt. Dennoch: "Tintentod" ist spannend, packend, voller unerwarteter Wendungen und die ganze zugrunde liegende Idee, durch Bücher - durch Schreiben und (Vor-)Lesen - Tore in andere Welten zu öffnen, ist einfach brillant.
Einen Nachsatz kann ich mir aber nicht verkneifen: "Tintentod" soll das Ende einer großen, epischen Trilogie sein, die man  durchaus mit den "üblichen Verdächtigen" messen kann. Mit diesem dritten Band ist "endgültig Schluss" - sagt die Autorin. Aber dann lässt sie eben doch zwei ihrer größten Schurken entkommen - mit unbekanntem Ziel. Die Fortsetzung ist eben doch schon eingeplant.
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7. Oktober 2007
Geburtstagsparty im Radio
Am 7. Oktober gehen sie los: Die tönenden Feierlichkeiten zum 20. Wunderwelt-Geburtstag. Und weil's nicht ganz genau zu ermitteln ist, ob die allererste Ausgabe der so genannten Sendung tatsächlich am 4. Oktober 1987 übern Äther ging, muss wieder mal der ganze Monat als Feierfläche herhalten. Wer (Glück-)Wünsche  loswerden will, Anregungen, Anmerkungen, Fragen, Erinnerungen, Trinksprüche, Tischreden, Gedichte, Brausepulvertüten oder  sachdienliche Hinweise: Immer her damit! Was sich unterbringen lässt wird in den nächsten Wochen auch im Radio ausgebreitet werden. Post-Post an: Pops Tönende Wunderwelt, bremen eins, Postfach, 28323 Bremen. Elektropost an mail-ät-popwelt.de.
Und sonst: Ich hab' lange mit mir gerungen, wie so eine bauschige Geburtstagssendung zu tönen hätte: Ein Feuerwerk? Die besten Songs aus zwei Jahrzehnten? Ein bunter Strauß klassischer Meisterwerke? Ein Talk mit auserwählten Gästen? Eine Telefonorgie, bei der jeder mitmachen kann? Eine ganz normale Sendung? Ein Gala-Abend mit Fernsehballett und Tanzorchester? Weihräuchernde Erinnerungen eines geschwätzigen Moderators? Geht ja gar nicht!
Deshalb ist die erste Ausgabe zum 20. Geburtstag der Wunderwelt auch gar nicht sooo spektakulär ausgefallen. Ich glaube sogar: Das größte, was es zu feiern gibt ist die Tatsache, dass die Wunderwelt so ist, wie sie jeden Sonntag ist: Ein bisschen anders, und immer von der Idee besessen,  dass es mehr gute Musik Musik zwischen Himmeln und Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich träumt.
 
Tausendmal gehört
Beim Grübeln über einen gebührenden Radio-Geburtstag bin ich über ein ganz anderes Jubiläum gestolpert. Seit der ersten Lieferung unserer Sendung gab es genau 1044 Sonntage. Aber nicht an allen davon gab es eine Wunderwelt. Da gab es beispielsweise vier Silvestersonntage, an denen die Sendung ausfiel; es gab Tage, an denen ich krank oder im Urlaub war. Und schließlich war da noch dieses eine verflixte Jahr, in dem die Wunderwelt nicht am Sonntag, sondern am Dienstag lief - und das nur alle zwei Woche. Ausgehend davon habe ich folgende Rechnung aufgestellt:
          1044      Wochen seit dem 4. Oktober 1987
       -         4      Silvestersontage
       -       26      Wunderwelt-Ausgaben in dem "mageren Jahr"
       -       15      Wunderwelt-Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder sonstige Ausrutscher
      =    999       Sendungen seit Beginn der Pop-Zeitrechnung am 7.10.2007
 
Sicherlich: Das ist alles graue Theorie. Es gibt keine korrekte "Wunderwelt-Buchführung". Aber so oder so: Wir sind irgendwo in der Nähe der tausendsten Ausgabe. Und das lässt sich doch vortrefflich mitfeiern in diesen Wochen. Nicht eine - sondern zwei Flaschen Champagner! Weil's so schön ist, wird also die Sendung am 14. Oktober zum Tausendsten erklärt. Die Party geht weiter!

Ein Todesfall und lauter Schafe
Begeisterte Freizeit-Leser kennen wahrscheinlich längst Leonie Swanns erfolgreichen Erstlingsroman "Glennkill". Ich hab' ihn erst jetzt gelesen und mich köstlich amüsiert. Allein die Idee ist preisverdächtig: Eine Schafherde sucht den Mörder ihrers Schäfers und muss einiges Grass platttreten, um diesen Todesfall auf der Weide zu klären. Egal was es sein wird: Ich werde auch ihr nächstes Buch lesen!
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30. September

Chapeau!
"Niemalsland" von Neil Gaiman war wieder mal ein packender Roman ganz nach meinem Geschmack: Das Buch liefert die Story zu einer britischen Mini-Fernsehreise - dunkel, geheimnisvoll und "very british". Unter dem Pflaster Londons, zwischen Abwasser-Kanälen und U-Bahn-Tunneln liegt eine andere, bedrohliche Welt, in der seltsame Charaktere zu Hause sind, die oft - was natürlich niemand weiß - die Namensgeber ganz diesseitiger Stationen sind: Der Hammersmith, die 'Black Friars' oder der Engel 'Islington' - es gibt sie wirklich. Und allein diese Idee ist Teil der grandiosen Phantasie-Ausbrüche, mit denen Gaiman wieder einmal eine verrückte, spannende, ungewöhnliche Geschichte zimmert. Im Mittelpunkt steht der naive, aber durchaus couragierte Neu-Londoner Richard, der vom verletzten "Unterwelt"-Mädchen Door in den Strudel einer wilden Verfolgungsjagd auf der "anderen Seite" gerissen wird. Da stimmt einfach (fast) alles: Eine intensive, ungewöhnliche Kulisse; eine spannende, durchdachte Geschichte und skurrile, schrille Charaktere - vorneweg die beiden durchgeknallten, fiesen Killer Mr. Croup und Mr. Vandemar, die vor allem mit ihren bösartig-bösen Dialogen glängen. Tolles Buch! Macht neugierig auf die Verfilmung ("Neverwhere"), die's auch auf DVD gibt.
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DeutschlandRadio - war's das?
Heute - am 30. September - lief meine vorerst letzte Sendung im DeutschlandRadio Kultur. Warum das so ist, ob ich an anderer Stelle im Programm des Berliner Senders wieder auftauchen werde, weiß ich nicht. Vorläufig ist jedoch kein weiterer Termin in Sicht. Und natürlich ist es für mich ein wenig irrtierend und schmerzlich, so sang- und klanglos "Tschüß!" sagen zu müssen, denn das Haus an der Kufsteiner Straße ist nun mal der Sender, in dem ich "Radio gelernt" habe. Früher mal war der 'RIAS' in dem großen, ehrwürdigen Gebäude zu Hause. Und es ist gerade rund dreißig Jahre her, dass ich dort zum ersten mal Studios, Archive und Redaktionen kennenlernte und - ganz nebenbei - auch viele gute Freunde fand. Für mich war es ein schönes Zeichen von Verbundenheit und Wertschätzung, dass ich auch nach meinem Weggang aus Berlin weiter für RIAS und später fürs DeutschlandRadio tätig bleiben durfte. Ich bedanke mich bei allen, die es möglich gemacht haben, dass diese Verbindung über zwanzig Jahre lang halten konnte. Und ich bedanke mich vor allem, bei den Hörerinnen und Hörern, die auch meine Sendungen im DeutschlandRadio mit Lob und Kritik, mit Anregungen und mit Interesse begleitet haben.
 
Zwanzig Jahre Wunderwelt
Zwei Jahrzehnte - satte zwei Jahrzehnte - darf ich mit meinem alten Kumpel Paul E. Pop durchs Radio geistern. Und das haben wir in erste Linie Euch - den Hörerinnen und Hörern - zu verdanken. Dafür an dieser Stelle ein ganz großes, von Herzen kommendes
Dankeschön!
Ich könnte an dieser Stelle endlose, bauschige, gerührte Worte verlieren. Aber was es da wirklich Wichtiges zu sagen gibt, das werde ich sagen und nicht schreiben - in der Wunderwelt auf bremen eins. (Und ein paar weitere erklärende Worte finden sich weiter unten auf dieser Seite.)
 
23. September
Willkommen Mr. Martinez!
Was sich letzte Woche schon abzeichnete, wurde diese Woche Gewissheit (was für ein grandioser Satz aus der  Klischee-verliebten Nachrichtenredaktion): "Diner des Grauens" von A. Lee Martinez ist ein echter Hit. Wer Pratchett, Adams, die beiden Moores (keine Verwandtschaft)  mag, wird begeistert sein: Eine haarsträubend verrückte, aber auch spannende und immer wieder überraschende Geschichte über einen abgerissenen Vampir und einen kolossaler Werwolf, die es mit ihrem klapprigen Pick-Ip gerade noch bis in ein verschlafenes Kaff im Mittleren Westen schaffen. Dort werden sie dringend gebraucht, denn seltsame, unheimliche, bedrohliche Dinge gehen um (im wahrsten Sinne des Wortes). Das ganze ist wunderbar geschrieben, auch wenn in der deutschen Übersetzung wohl einiges notgedrungen auf der Strecke bleibt. Es ist schrill, romantisch und gelegentlich - wenn's mit Mr. Martinez durchgeht - hat's ein paar Splatter-Movie-Passagen, die allerdings so überzogen sind, dass man nur noch herzhaft grinsen kann. "Diner des Grauens" erinnert vor allem an die 'Pulp Fiction' der Fünfziger Jahre; an Groschenromane und B-Movies aus einer Zeit, in der man munter drauflos fabulieren konnte und sich keine Gedanken um 'political Correctness' machen musste. Herrlich, viel versprechend, gekonnt ; schade, dass es bislang nur vier Bücher dieses amerikanischen Autors gibt.
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16. September
Und noch 'n Buch
Puh! Da hab' ich mich aber gequält: Zwei Wochen für ein gar nicht so dickes Taschenbuch. Zum einen liegt's natürlich an der allgemeinen Radio-Hektik dieser Tag, dass mein Lesefluss ins Stocken geraten ist. Aber Stephen Frys "Making History" (deutsch "Geschichte machen") war auch ein ziemlich zäher Brocken. Es ging damit los, dass die Story satte 120 Seiten brauchte, um überhaupt in Gang zu kommen, dass der englische Satzbau einigermaßen sprunghaft und verwirrend war. Dabei ist die Story gar nicht schlecht. Es geht um Zeitreise; es geht um den verrückten Plan, Hitler zu verhindern, indem die Hauptakteure kurzerhand die Geburt des  kleinen Adi verhindert. Und natürlich war keiner von ihnen auf die Idee gekommen, dass das 20.Jahrhundert ohne den Gröfaz noch grausamer, zerstörerischer und fanatischer werden könnte. Und aus der Vergangenheit, in der sie herumgestochert haben, wird dann ihre neue Gegenwart, die absolut bedrückend ist. (Ich hab' irgendwo schon mal was sehr Ähnliches gelesen). Nein! Ist schon ein guter Plot. Doch Fry stolpert da bisweilen ziellos durch seine Geschichte; will mit Brüchen, Sprüngen und sprachlichen Piruetten Akzente setzen - und hat bei mir heillose Verwirrung gestiftet. Und dass die Sache dann im letzen Viertel noch in die Feuchtgebiete eines Liebesromans platschen muss: Das macht's auch nicht besser.
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Ach so: Vorher hab' ich Walter Moers' (hier stimmt der Apostroph mal wirklich) "Ensel und Krete" gelesen. War auch nicht der Bringer. Dass sein eitler zamonischer Star-Literat Hildegunst von Mythenmetz die kleine Geschichte ständig mit seinem prahlerischen, seitenlangen Geblubber durchbrechen muss, ist anfangs ganz lustig, nervt aber nach spätestens hundert Seiten. Und das Ding hatte 250.
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8. September
Wunderwelt-Geburtstag
Im Oktober wird die Wunderwelt Zwanzig. Ein unglaubliches Alter für eine Radiosendung; ein Grund zu Feiern; ein Grund mal was ganz Besonderes auf die Beine zu stellen: was Riesiges, was Epochales, was Noch-nie-Dagewesenes. Nicht kleckern, sondern Klotzen! Yo! Hey! Wow! Und die Idee, was dieses Spektakel sein könnte, die geistert schon seit Monaten durch meinen Kopf. Aber genau ab Oktober passiert auch etwas anderes, sehr Großes und Bedeutsames mit Radio Bremen: Der ganze Sender zieht um - mit Mann und Maus, mit Sack und Pack, mit Pauken und Trompeten. Da wird ein Berg bewegt; ein großer Berg. Und alle müssen und wollen mitanpacken. Neue Studios, neue Software, neue Arbeitsweise: Alles ändert sich, alles muss gelernt beherrscht, verpackt und wieder ausgepackt werden. Und da ist es denn  klar, dass niemand aus dem kleinen Wunderwelt-Team so richtig Zeit findet, sich auch noch um einen angemessenen Wunderwelt-Festakt zu kümmern.
Mit anderen Worten: Im Oktober wird's viel zu Feiern geben, aber keine Wunderwelt-Feier. Es geht einfach nicht; es fehlt einfach die Zeit und die Energie, um diese Party zu stemmen. Und deshalb muss sie einfach mal verschoben werden - ins nächste Jahr, wenn auch die letzte Radio-Bremen-Welle ihren Umzug gemeistert und alle sich im neuen Quartier eingewöhnt haben. Es tut mir leid, dass ich nun doch diese Party-Absage kundtun muss, aber im Moment kreisen wirklich andere Dinge durch meinen Kopf. Wir - all meine Kollegen und ich - sind froh und stolz, wenn wir dieses Übergangszeit ohne Pannen meistern und wenn wir - allem zusätzlichen Umzugsspaß zum Trotz - ein gewohnt gutes, nahtloses Programm liefern. Das allerdings sollte niemand davon abhalten, zur rechten Zeit mit einem Kaltgetränk seiner Wahl aufs Wohl der Wunderwelt anzustoßen, lustige Hüte aufzusetzen, sich falsche Bärte anzukleben oder Glückwünsche in die Weltgeschichte zu senden. Alles weitere demnächst ... hier und dort.

2. September

Wer hat meinen Sommer geklaut?
Was ist das da draußen? Es ist grau, kühl, regnerisch. Es ist einfach kein richtiger Sommer mehr. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man hoffen könnte, dass sich das alles noch berappelt, dass sich irgendwann noch so ein stabiles Hochdruckgebiet durchsetzt und uns ein paar Tage beschert, die all das Grau vergessen lassen. Aber nun ist September! September! Es sieht nicht nur aus wie Herbst; es ist auch Herbst! Böse Verlustgefühle! Irgendwer oder irgendwas hat mir meine letzten Sommerträume gestohlen, und weil - mit dem Umzug von Radio Bremen in ein neues Gebäude - harte, betriebsame Wochen und Monate bevorstehen, gibt's nicht mal  die Hoffnung auf einen kleinen Sonnenurlaub in diesem Jahr. Jaja - das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich weiß!
 
Neues Pop-Abenteuer
Am 2.September wird in Pops Tönender Wunderwelt die 79.Radiogeschichte unseres Helden Paul E. Pop aufgeblättert. Sie trägt den Namen "Der Mann mit der Mütze". Paul wird dabei vor einer ganz persönlichen Herausforderung stehen, die ihn schmerzhaft mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.
 
26. August
Piraten-Depp
Ja ja, ich komm' viel zu spät, mit meiner Würdigung des drittn Teils von "Pirates of the Caribbean - Teil 3". Seit Mai stand das Piratenepos auf meinem Plan. Nun hat's doch noch geklappt, kurz bevor der Streifen aus den Kinos verschwindet. Aber ehrlich: Man muss ihn (wenigstens einmal) auf der großen Leinwand sehen. Und ich bleib' dabei: Es ist ein "Muss". Captain (!) Jack Sparrow ist der Indiana Jones des aktuellen Jahrzehnts. Abenteuer, Romantik, die wilde Welt der sieben Meere und 'Johoho! 'ne Buddel voll Rum!' Allerdings: Nach dem dritten Teil hält sich meine Begeisterung in engen Grenzen. Eigentlich sollte er all die verwirrenden Dinge erklären, die sich zuvor in der Piratenwelt zugetragen hatten. Aber genau das kriegt er nicht hin. Ganz  im Gegenteil: Ich fand's hochgradig verwirrend, was sich da abspielte, und obendrein ist den Filmemachern nicht richtig viel eingefallen. Es sind die besten Tricks aus den vorangegangen Filmen, plus allerlei Ungereimtheiten. Es fehlen die Leichtigkeit und der Humor der ersten zwei Episoden, und die Schlacht- und Prügelszenen sind bisweilen einfach zu lang geraten. Keith Richard allerdings ist großartig als Captain Teagh. Die Tricks sind wieder mal oppulent; die Idee, ein Schiff auf den Kopf zu stellen, um eine andere Welt zu erreichen, ist grandios. Aber alle verfügbaren Daumen kriegt das "Ende der Welt" eben doch nicht.
 
Noch mal Miesel
Der zweite Band von Ian Ogilvys Miesel-Büchern ist fast ebenso unterhaltsam und spannend wie das Debüt um den "Kakerlaken-Zauber". Sicherlich: Es sind eindeutig Kinderbücher, ein wenig holzschnittartig, ein bisschen vordergründig. Aber auch "Miesel und der Drachenhüter" hat diesen freundlichen Charme und eine Flut bunter, verrückter Einfälle. Die bösen, schwarzen Zauberer sind eine fiese Bande schriller, liebevoll gezeichneter Charaktere; die Idee, die Handlung in einen scheinbar harmlosen Vergnügungspark zu verlegen, ist brillant und liefert eine wirklich "zauberhafte" Kulisse für einen rasanten Fall, bei dem Miesel und der Hund Tinker ganz auf sich selbst gestellt sind und nur durch viel Phanasie und Improvisationstalent bestehen können. Ein absolut nettes Sommerbuch!
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17. August
Mal wieder gelesen
Ich war mal ein großer Fan der düsteren und meist (zeit-)geschichtlichen Krimis von Martin Cruz Smith, besonders dann, wenn Arkadi Renko der Ermittler war. Seine Fälle führten in die letzten Jahre der Sowjetunion und in die ersten der jungen russischen Republik. "Gorki Park" wurde - nicht zuletzt dank einer Verfilmung der bekannteste; "Havana Bay" war für mich der Beste, vielleicht auch wegen einer Affinität zur Karibik im algmeinen und zu Kuba im Speziellen. Nun gibt's "Stalins Ghost" - ein gut recherchierter Roman über  Russland zwischen den Machtinteressen einer neuen Elite und den Schatten der "ruhmreichen Vergangenheit". War vielleicht sogar spannend, aber ich hatte ständig das Gefühl, irgendetwas "überlesen" zu haben. Martin Cruz Smith schreibt nicht mehr dicht, sondern sprunghaft und bisweilen kryptisch. Nach hundert Seiten hatte ich die Orientierung verloren, wer was, wann und mit wem zu tun hatte; wer redete und wer gegen wen ermittelte; was Traum und was Wirklichkeit war. Am Ende war's nur noch ein Kampf mit den Seiten. Nein! Das hat wenig Spaß gemacht; Cruz Smith hat sich da selbst entzaubert.
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5. August
Grüße aus dem Strandkorb
Der beste Ort auf der ganzen weiten Welt ist der Strandkorb, der seit knapp einem Jahr in unserem Garten steht und der sich - immer wenn's das Wetter erlaubt - in ein formidables Außenbüro verwandelt. Es ist schon genial, wie so eine Kiste - unter Zuhilfenahme von ein wenig Drahtlostechnologie - zu einem  voll funktionsfähigen Sonnenscheinbüro werden kann. Fürs faule, sinnentleerte Rumliegen allerdings fehlt mir momentan die Zeit: Der Umzug von Radio Bremen in die neuen Gebäude im Faulenquartier rückt unaufhaltsam näher; es wird trainiert, begutachtet, gerlernt. Und wer selber mal reinschnuppern will: Anfang September wird es zwei Besuchertage im neuen Haus geben. Einzelheiten dazu folgen in allen Radio-Bremen-Programmen. Insofern hier: Keine langen Monologe.
Habe gerade wieder mal die unglaublich gute, bisweilen auch anrührende Johnny-Trilogie von Terry Pratchett gelesen; sitze gerade in den wenigen freien Momenten an einem neuen Arkadi-Renko-Roman von Martin Cruz-Smith, und amüsiere mich immer noch mit meiner musikalischen Neuentdeckung, einer Doppel-CD von Dr. Demento, ein (nicht gerade taufrischer) amerikanischer DJ, der in seinen Sendungen seit über dreißig die genialen Verrückten zu Gehör bringt.. Die Wunderwelt wird in den nächsten Wochen nachziehen. Meine neuen Lieblinge sind die Vestibules aus Kanada. Das hat beste Monty-Python-Qualitäten - vorneweg "Bulbous Bouffant".
 
29. Juli
Rosa! Plüsch! Katzenteller!
Na klar hab' ich den neuen Harry-Potter-Film im Kino gesehen! Es waren - trotz Sommergrippe und Schniefnase - die besten zwei Stunden der letzten Woche. Grandios in seinen Bildern und clever in seinen Kürzungen. Es war eine hartes Nuss, die überdicke Schwarte vom "Orden des Phoenix" in ein Drehbuch umzumuddeln. Es wurde einiges auf den Kopf gestellt, verdreht und verändert. Aber das Resultat ist einfach toll. Der Film macht - vom ersten bis zum letzten Bild - Sinn. Er erzählt die gleiche Story, wenn auch ein wenig anders. Und noch mal: Hut ab für die Besetzung. Die besten Schauspieler Britanniens scheinen sich um die Jobs zu schlagen. Und vor allem Imelda Staunton als Dolores Umbridge: Einfach brillant in ihrer rosa-plüschigen Ekelhaftigkeit. Sie ist genau so widerwärtig, schmierig und kieksend-sadistisch, wie sie sein sollte. Ihre rosafarbene Baby-Plüsch Garderobe ist ein Brüller; ihre Sammlung niedlicher Baby-Katzenteller ist ein grandioser Filmgag. Sie hat das Zeug, zum besten Filmschurken seit Dr. Strangelove und James Bonds Ernst Stavros Blofeld zu avancieren. Alle Daumen nach oben!

More Moore
Jetzt aber mal ganz Grundsätzlich: Spätestens seit vier Monaten ist Christopher Moore in die Top Ten meiner Lieblingsautoren aufgerückt. Es gibt nicht viele Autoren, die's verstehen, so schräge, witzige, ungewöhnliche Geschichten zusammen zu fabulieren. Sein bislang erfolgreichstes Werk "Die Bibel nach Biff" erzählt das Neue Testament aus der Sicht von Biff, dem besten Freund von Joshua, der ein paar ungewöhnliche Fähigkeiten und ungewöhnliche Ideen hat. "Biff" mit seiner spirituell-durchgeknallten Reise nach Indien ist "typisch Moore", aber längst nicht sein bestes Buch. "Flossen weg" ist auch "typisch", mit einem Sprung von einem seriös recherchierten Roman über Wahlforschung in Hawaii in wildeste Fantasy-Welten. Dann sind da die schrillen, derben Geschichten aus 'Pine Cove' in Kalifornien: Mal ist es ein Dämon ("Der kleine Dämonenberater"), mal ein liebeskranker Saurier ("Der Lustmolch"), die diesen verschnarchten Ort in Wallung bringen. In "Lange Zähne" bricht ein Vampir in den gelangweilten Allerwelts-Alltag - ein Alltag, der bei Moore von naiven, durchgeknallten, geltungssüchtigen, frustierten und verlebten Charakteren bevölkert wird. Jeder hat eine Macke, jeder hat ein Problem und jeder hat die Chance, ein Held zu werden. Und in der Regel nutzt er (oder sie) diese Chance. Und da findet sich dann immer ein bisschen Moral, ein bisschen Humanismus.
Moores Geschichten sind am Ende eben mehr, als bloße Unterhaltung. Die Welt ist ein bisschen anders am Ende; seine Hauptfiguren haben sich verändert, sind ein kleines bisschen weiser oder glücklicher. Sie haben etwas gefunden (, das sie vielleicht gar nicht gesucht haben).
Besonders grandios hat er diese Entwicklung in meinem (Tadaa!) Favoriten-Roman "Himmelsgöttin" hingekriegt. In - bisweilen derber, aber immer packender Sprache - erzählt er die Geschichte des grandiosen Verlieres Tucker, ein Privat-Pilot, der's nicht schafft, seine manische Gier nach Sex & Drugs & Rock'n'Roll mit dem Job im Cockpit unter einen Hut zu kriegen. Die letzte Chance ist für ein Job auf einer abgelegenen Südsee-Insel: Aberwitzig gut bezahlt, einfach und paradiesisch - wenn man keine Fragen stellt und sich nicht von den Insulanern zu irgendwelchen Parties einladen lässt. Tucker muss sich entscheiden, zwischen wahnsinnigem Reichtum und reichlich Wahnsinn. Nein! Ich werd' kein weiteres Wort verraten. Wer gute, verrückte, exotische, dicht und brillant geschriebene Stories mag, muss Christopher Moore einfach in sein Herz schließen. (Danke für diese Entdeckung und ein paar wunderbare Lese-Stunden, Heiko & Christian!)
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Wo steckt eigentlich Paul?
Natürlich gibt es Esia, die pazifische Insel, auf der sich Ferdinand von Königstein vor einigen Jahren zur Ruhe setzen wollte. Auf vielfachen Wunsch gibt's hier das Satellitenfoto (wer stöbern will: mal bei W175°37'78" suchen!). Gut erkennbar: Der Hauptort im Norden mit der Landebahn, die der graue Gauner anlegen ließ, die anderen Dörfer im Osten und Südosten und natürlich der markante, geheimnisvolle See in der Mitte mit Inseln - auf einer Insel. Irgendwo im Nordwesten sollte auch Königsteins weißes Haus, der jüngste Schauplatz in Pauls Reisebericht, liegen.
Esia aus GoogleEarth
22. Juli
Ausgepottert
Uff! Geschafft! Ich hab' aber keinen Rekord gebrochen. Es waren so etwa 17 Stunden, die ich für "Harry Potter and the Deathly Hallows"  gebraucht habe, den siebten und letzten Band. Und ich bin froh, dass er hinter mir liegt. Froh, weil auch jedes noch so kleine Rätsel, jede Anspielung, jedes Detail der vorangegangenen Bände akribisch gelöst wird. Froh aber auch, weil es der Band war, der mir am allerwenigsten gefallen hat. Natürlich: Es lief alles auf den großen Endkampf hinaus, an dem Harry Potter und Lord Voldemort ihre Zauberstäbe zum ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse kreuzen. Aber ich hatte doch ein wenig mehr auf Joanne K. Rowlings Originalität gesetzt; auf ihr Talent überraschende, unerwartete Lösungen zu finden; auf ihren Schreibstil, der so herrlich geradeaus, direkt und persönlich war.
Am Ende konnte sie der Versuchung doch nicht widerstehen, aufs Pomp- und Pathos-Pedal zu treten; das Tal, durch das Harry wandern muss, um seine Mission zu erfüllen, noch tiefer, verzweifelter und tränenreicher auszuheben, als es nötig gewesen wäre. Am Ende stehen sich die Armeen der Finsternis und das wackere Häuflein der Aufrechten gegenüber: Trompeten-Fanfaren, Sonnenaufgänge, Schwertergeklirr. Das ganze Orchester und ein tausendstimmiger Chor, der "Heil dir im Siegerkranz" schmettert. Sicher: Die "Deathly Hallows" waren spannend, bewegend; manchmal blitzte da auch noch ein spröder, britischer Humor durch.
Aber unterm Strich fühlte ich mich doch bitter an den dritten Band des "Herrn der Ringe" erinnert: Der einsame Held, unterwegs zu einer fast unlösbaren Aufgabe; der wachsende Schatten des dunklen Überlords, der die freie Welt endgültig unter seine Knute bringen will.
Aber J.K. Rowling ist nicht J.R.R. Tolkien. Was Frodo im Rahmen seiner zeitlosen Fabelwelt noch halbwegs gelingen mag, wirft bei Harry Potter Fragen auf, die in diesem letzten Band recht obskure Antworten finden. Sauron war einfach nur böse; von Natur aus böse, machthungrig und grausam. Voldemort dagegen wird zu einem poltischen Fanatiker, bessessen von der Idee der Überlegenheit der Zaubererrasse; bereit "minderwertiges" Leben auszumerzen oder wenigstens in die zweite oder dritte Reihe in seiner neuen Weltordnung  zu verweisen. Die Verweise auf Hitler und seinen Rassenwahn sind ebenso unübersehbar, wie eine urbritische Angst vor den Bedrohungen des barbarischen Kontinental-Europa. Die Franzosen kommen noch ganz gut weg - in den Harry-Potter-Büchern; im siebten Band erfährt man sogar, dass sie hervorragend Zauber-Kochen können. Aber weiter östlich wird's schon düster - etwa in der anderen Zauberschule von Durmstrang, im alten Gefangenenlager von "Nurnengard", in Albanien und Transsylvanien, wo noch finstere Kulte brodeln. Und wer's immer noch nicht merkt - für den gibt es im siebten Band die Geschichte von "Gellert Grindwelwald", einem Vorläufer Voldemorts, der 1945 (!) von Albus Dumbledore  besiegt wurde. Nein, nö, njet: Das wär doch nicht nötig gewesen ...
Es wär vieles nicht nötig gewesen (schon gar nicht der rührselige Epilog) im neuen Harry-Potter-Band. Der ganze Versuch, einer wirklich mit- und hinreißenden Fantasy-Geschichte tiefere Bedeutung zu geben; die (vom Kino übernommene) Idee, mit jeder neuen Folge noch größer, spektakulärer, gruseliger und bedeutungsschwangerer zu werden, trübt den Spaß erheblich. Und die große, finale Botschaft, die schon am Ende des sechsten Bandes zu lesen ist ... also ehrlich! Nach  zehn Jahren und sieben Büchern, nach Staatsstreichen und  tödlichen Zaubersprüchen, nach Angst und Schrecken, Mord und Totschlag steht am Ende nichts weiter als: "All you need is love, love. Love is all you need!" Uff!
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Nachsatz:
Ich hab' versucht, nichts von der Story zu verraten und schon gar nicht, wer in den letzten Gefechten auf der Strecke bleibt. Man kann's inzwischen schon in der Zeitung nachlesen; man wird's an jeder Ecke erfahren, und wer die akribische Liste aller Toten braucht: Bei Wikipedia findet man's fein säuberlich in Tabellenform.

15. Juli
Kurze Pause
Nööö - ich könnt' jetzt natürlich ellenlanges Dies & Das aushängen, aber draußen ist Sommer. Knuffig warm und bestens geeignet, mal endlich einen Abend draußen zu verbringen. Und deshalb: Diese Woche nichts Neues hier. Es reicht ja auch, dass 'ne ganze Menge Post beantwortert werden muss, dass Schreibtisch, Wohnung und Garten mal dringend eine ordnende Hand benötigen und dass die übliche Arbeit nicht abreißt. Was es sonst noch zu sagen gibt: in der der Wunderwelt !

8. Juli
Sommer-Lektüre
Nun wird's aber mal Zeit, die geneigte Öffentlichkeit auf einen grandiosen Autor aufmerksam zu machen, der  problemlos mit den Besten - mit Terry Pratchet oder Douglas Adams mithalten kann. John Moore schreibt verdrehte Märchen, und das einzige Übel an seinen Büchern ist, dass sie allesamt viel zu dünn sind. Da sind Könige und Prinzessinnen, Helden und Schurken, bisweilen auch mal ein Drache oder ein hinterhältig durchtriebener Plan, der ein ganzes kleines Volk ins Unglück stürzen könnte. In "The Unhandsome Prince" beginnt mit einem empirischen Reihentest, bei dem eventuell in einem Sumpf vorhandene Prinzen zwischen der Froschpopulation identifiziert werden müssen.  "A Fate Worse Than Dragons" ist eine haarsträubende Romanze, in der  aber auch die Gefahren vor-gescheibter Brotlaibe deutlich "angeschnitten" werden. "Bad Prince Charlie" (deutsch 'Blödprinz Charlie')  muss mit viel Diplomatie und Rafinesse den geplanten Ausverkauf seines Heimatlandes verhindern. Und in "Heroics For Beginners" muss der angehende Held sich mit Hilfe eines Handbuchs gegen den 'Over-Evil Lord' durchschlagen, der mit dem "uralten Artefakt Nummer Sieben" und einer hochhackigen Gehilfin plant, der Welt seinen Stempel aufzudrücken. Schrecklich, schrecklich.
Aber John Moores Bücher haben allesamt ein gutes Ende, einen schwrägen Humor, brillante Einfälle und eine gekonnte Schreibe. Ein bisschen Moral und Humanismus steckt auch noch drin. Naja - und bisweilen neigt er zum Parodieren - mit Anspielungen auf weitaus berühmtere Schreiberkollegen. Das hat er aber eigentlich gar nicht nötig.
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Lemon Curry?
Nun endlich ist sie da - und ich kann alte, abgeschredderte Videos ausrangieren: Die komplette Box mit allen(!)  Folgen von Monthy Python'S Flying Circus. 7 DVDs für 45 Euro ist auch ein fairer Preis für eine legendäre Serie, die bis heute nicht getoppt werden konnte. Alle Folgen haben den englischen Originalton und die recht gelungenen deutschen Untertitel, die in der Redaktion eines jungen Redakteurs namens Alfred Biolek getextet wurden. Angeblich soll ein kleiner Sketch fehlen; es fehlen auch die beiden skurrilen deutschen Folgen, die damals für den WDR produziert wurden. Aber das wäre kein Grund herum zu nörgens.
Ein bisschen Meckern muss ich nur, weil Schachtel und Scheiben sensationell schlecht beschriftet sind. Kein Hinweis auf Inhalt, Folgen oder Produktionsjahr. Wer einen bestimmten Sketch sucht, muss lange suchen. Das hätte man besser hinkriegen können ...
Pythons komplett

1. Juli
Hi!
Schwarzspitzenriffhai Wie lange bin ich schon wieder zurück in der norddeutschen Tiefebene? Die zwei Wochen Statia liegen schon unendlich weit zurück. Und trotzdem: Da sind all die Bilder - noch gar nicht sortiert, aber immer noch ganz nah und vertraut. Und endlich, endlich wieder mal ein vollständiger Satz recht gelungener Unterwasserfotos - ohne abgesoffene Kamera, ohne beschlagenes Objektiv, ohne überblitztes Plankton vor der Schildkrötennase. Auch der freundliche Schwarzspitzenriffhai und einige seiner Kollegen waren mit dabei. Und Angst? Nee, ehrlich nicht: Auch wenn er aussieht "wie ein Großer": Der links war höchstens einen Meter lang.
Eins der Glanzlichter des Statia Marine Parks sind die zahllosen Wracks: Vom kleinen Kutter bis zum respektablen Frachtschiff liegt einiges in der weiten Bucht vor Oranjestad. Nur zwei Jahre dauert's - und dann sind die Aufbauten und der Rumpf dicht bewachsen, werden von großen und kleinen Tieren umschwärmt und bevölkert  und erinnern an die verwunschene Kulisse zähneklappernder Gruselfilme. Das Tauchen an diesen gespenstischen Plätzen ist nicht Jedermanns Sache, aber es ist ein beeindruckendes Erlebnis. Besonders die großen Schildkröten haben ein Faible für die versunkenenn Wracks. Schulen großer Stachelmarkrelen umschwärmen die Schiffe; Stachelrochen liegen im Sand und bisweilen schweben pfeifförmige Sepien über die Decks. (Mehr Infos gibt's bei Rudy & Rinda von Dive Statia)
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Kreuz des Südens über Statia Lodge
Und über Wasser? Ich habe (weiter unten) schon geschwärmt von der 20 Quadratkilometerinsel Statia, die vom boomenden Karibik-Tourismus  einfach vergessen wurde. Im Moment - zwischen Mai und August - steht in diesen Breiten sogar das Kreuz des Südens am Himmel. Und natürlich wollte ich's wissen: Kann man dieses Sternbild fotografieren? Die Anwort lautet: man kann: Satte 20 Sekunden Belichtung, und schon kann man sogar die Wolken am Nachthimmel erkennen. Das Foto links entstand gegen 23 Uhr. Die Lichter im Vordergrund sind eigentlich funzlige kleine Solarleuchten.
Da unten rechts übrigens, bei diesem unnatürlich hellen Gebäude, befindet sich der Swimming Pool des Statia Lodge, die Bar und - vor allem - die Hängematte, in der man sanft mit einer Flasche Ting (Grapefruitlimonade aus Jamaica) in den Sonnenuntergang schaukeln kann, zwanzig Meter über dem Meer, mit einem berauschenden Blick über das endlose Meer, links die Nachbarinsel St. Kitts, und geradeaus, irgendwo weit, weit hinterm Horizont  Südamerika? Tobago? Atlantis? Shangri-La? Naja ... man kommt ins Träumen an diesem Ort, besonders, wenn man als einziger Gast in diesem Lodge ... äh ... logiert. (Übrigens: Die Preise, die auf dieser Homepage angeschlagen sind, sind außerhalb der Saison durchaus kräftig verhandelbar!)
Hängematte
24. Juni
Moment, Moment!
Es gibt ganz viel zu erzählen, nachzutragen, über Bücher, Inseln, Flugesellschaften und andere Verrückte. Aber nicht jetzt. In Kürze gibt's mehr an dieser Stelle!
 
17,Juni
Zurück, zurück!
Der Urlaub zu Ende und gleich eben noch mal eine Schnell(st)reise nach Nordhessen zu einer immens wichtigen Geburtstagsfeier. Und nun? Das Konto leer, der Schreibtisch voller Arbeit und vor meinem Fenster liegt ein umgestürzter Baum, der ein paar unserer kleinen Windspiel(zeug)e und die Wäschespinne unter sich begraben hat. Da muss ich auch noch mal ran. Unser Nachbar hat 'ne Kettensäge! Ich versuch', die nächsten Tage und Wochen lieber nicht zu überblicken und lieber ein bisschen zurück zu schauen: Dahin, wo die Hängematte schaukelte, wo das Meer rauschte und alles ganz langsam passierte: St. Eustatius, Insel der vergessenen Karibik.
Anderswo würde ich Geheimtipps eifersüchtig hüten und allenfalls vage Andeutungen machen. Aber in dem Fall: 'Statia' könnte tatsächlich ein bisschen mehr Tourismus vertragen. Zehn von vierzehn Tagen waren wir die einzigen Gäste im Statia Lodge, fast am Ende der holprigen Karibik-Straße. In den anderen drei Hotels herrschte auch entspannte Flaute. Und unsere Freunde von 'Dive Statia' hatten auch nicht viele Gäste; oft wurden es sehr private kleine Überfahrten zu den Tauchplätzen des Marine Parks. Und die Riffe gehören immer noch zum Besten, was die Karibik zu bieten hat. Sicherlich: Die Erwärmung der Weltmeere  hat  auch dort schon zugeschlagen: Die Hartkorallen, die noch vor zehn Jahren bunt und prachtvoll leuchteten, sind schwer geschädigt,  von zotteligen Algenteppichen bedeckt. Da kann auch keine Schutzzone helfen. Aber den anderen Meeresbewohnern macht das herzlich wenig aus. Fast bei jedem Tauchgang reckten uns riesige Langusten ihre Fühler entgegen; fast immer waren große Schildkröten und Stachelrochen mit dabei. Und oft genug tauchten kleine Riffhaie aus dem Blau, um eine respektvolle Runde um uns zu drehen. Schon seit Jahren habe ich keinen dieser eleganten Schwimmer mehr gesehen; vor Statia geht's ihnen gut (auch wenn keiner von ihnen länger als
ein Meter war).
Muss alles demnächst alles länger, breiter und mit Bildern hier ausgebreitet werden. Aber jetzt: Keine Zeit! Die Wunderwelt für heute abend muss fertig werden - und morgen erstmal: Zurück ans Funkhaus-Europa-Mikrofon. Und der Baum vor meinem Fenster muss zerstückelt werden. Das wird noch lustig werden ...
 
26. Mai
Schnelle letzte Worte
Ach ja - da wollte ich in aller Ruhe über ein paar traumhafte neue Bücher schreiben, die sich in den letzten Tagen unter meinen Finger wegblätterten. Aber nun ist es kurz vor zwölf. In neun Stunden darf ich am Flughafen sein; die Taschen sind gepackt, die letzten Sendungen produziert. Und in meinem Kopf trieselt und wieselt es ein wenig: Was habe ich vergessen? Was muss noch erledigt werden? Ist die Zeitung abbestellt? Aber doch noch ein paar schnell Worte aus der Abteilung "Muss noch schnell empfohlen werden". Erstens: Die Wiederentdeckung von "Hellzapoppin'": Der vielleicht witzigste Film aller Zeiten ist wieder da - auf DVD, in allerbester Qualität; ein Chaos-Musical, ein Gag-Feuerwerk, ein Musterbeispiel cineastischer Anarchie. Wer heut noch nicht gelacht hat: Dieser Film bringt's, wirklich!
Auf der Buchseite habe ich noch ein weiteres nettes Werk von Christopher Moore abgehakt: "Lange Zähne" ist auch nicht schlecht - aber kein Vergleich gegen das, was sein Halbnamensvetter John Moore veranstaltet. "Blödprinz Charlie" hat mich auf den ersten Meter irritiert : Es wirkte etwas "übermotiviert komisch", und der Einband, der orinalgetreu den frühen Pratchett-Werken nachempfunden ist, hatte etwas von einem billigen Plagiat. Aber nachdem die geschichte dann ins Rollen kam, war sie wirklich groß: Romantik, Intrige, Spannung, Humor, Wahrheitund Weisheit: Da ist alles in der richtigen Dosierung drin. Die Story ist gut zusammenfabuliert, kommt auf den Punkt und auf ihre Pointen.  Noch besser wurde es im zweiten Anlauf - auf Englisch: Bei "The Unhandsome Prince" wurde klar, dass die Zweithand-Witzigkeit John Moores nur einem scherzkeksigen Übersetzer zu verdanken ist. Der Mann kann wirklich schreiben, kenn sich mit Märchen aus und versteht es, die alten Motive zu einem herzhaften neuen Cocktail zusammen zu mixen. Wer 'Fantasy-Abenteuer' nur mit viel Humor, verdrehten Wendungen und einem furiosen Happy End verträgt, kommt bei John Moore auf seine Kosten.
Und sonst? Ich bin den mal weg (nämlich hier). Wunderwelt und alle anderen Sendungen laufen planmäßig und in gewohnter Form auf den gewohnten Wellen. Alle nötigen Nachträge - auch zum Thema "auf die Schippe nehmen" - gibt's demnächst. Und wer sich den Spaß am aktuellen Pop-Abenteuer niocht nehmen will, sollte auf den Vorschauseiten nicht mehr lesen, als notwendig.
 
20. Mai
Immer mit der Ruhe
Ist ein bisschen hektisch geworden , in den letzten Tagen und Wochen. deshalb nur ein kleiner Vertröstungs- Eintrag: Demnächst werden hier ein paar sinnige Geleitwort stehen und einiges über neu gelesene Bücher. Aber jetzt erstmal sorry: Der nächste Urlaub rückt unaufhaltsam näher und es muss noch viel produziert werden.Wer sich den Spaß nicht verderben will sollte jeweils nicht alle Zusammenfassungen von Pauls Abenteuern lesen.

6. Mai
Jetzt aber richtig: Tiefe Verbeugung
Womit hab' ich das verdient? Statt immer nur auf der Lautsprecherseite des Radios zu beiden, ahben einige der treuesten Hörerinnen und Hörer das Mikrofon selber in die Hand genommen und den (sonst so) geschwätzigen Moderator sprachlos gemacht: Vier Stunden tönende Geburtstagsgrüße und darin ein komplettes Paul-E.-Pop-Abenteuer mit allem, was dazu gehört: Spannung, Action, wilde Verwicklungen, alte Bekannte, vertraute Kulissen: Zweimal hab' ich dem unerwarteten Angebinde jetzt schon gelauscht, mit heruntergeklinkter Kinnlade, mit Erstaunem, mit Rührung, mit Begeisterung. Wo sonst gibt's sowas - das Hörer und Moderator so überzeugend ihre Rollen tauschen. Wenn's bislang noch nicht klar war, ist es spätestens mit "Fünfen und Nullen" nicht mehr zu leugnen: Die Wunderwelt ist wirklich eine Wunder-Welt. Das Unmögliche ist eben doch möglich. Merci, Gracias, Tak, Dank U well, thanks a lot, mille grazie, danke!

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