Zurück zur Bar Margarethes Tips für Reisende
Wo sitzt man im Flugzeug? - Mehr Platz im Flugzeug - Angsfrei fliegen - Trinkgelder - Hochzeitsreisende - Postkarten- Visitenkarten - VIP werden - Geldanlage







Wo sitzt man im Flugzeug ?

Zum Thema " Reisen im Allgemeinen" hat Pauls Tante Margarethe - genannt "der sprechende Kosmetikkoffer" - einige interessante Tips auf Lager, die gerade jetzt - kurz vor Beginn der internationalen Hauptreisezeit - unbedingt berücksichtigt werden sollten. Bei Flugreisen zum Beispiel: Da kriegt man normalerweise immer eine Bordkarte in die Hand gedrückt - auf der steht (in meist winzigen Buchstaben vermerkt), in welcher Reihe man sich auf welchen Platz setzen sollte. Aber das ist natürlich Unsinn: Erstens kann man die Schrift sowieso nicht richtig lesen - und zweitens ist es ja gar nicht gesagt, daß man damit einen guten Platz an Bord des Flugzeugs ergattert hat. Deshalb - so rät Margarethe - sollte man die ganze Karte gleich wegwerfen, verstecken oder aufessen, sobald man die letzte Kontrolle hinter sich hat und auf dem Weg ins Flugzeug ist. Und dann setzt man sich auf den Platz, der einem am besten gefällt. Nun könnte es natürlich sein, daß irgend jemand anders diesen Platz für sich beansprucht. Dann allerdings steht Aussage gegen Aussage, und falls sich eine Stewardeß ungefragt einmischt, sollte man ganz einfach darauf beharren, daß die Fluggesellschaft da wieder mal einen Fehler gemacht hat. In der Regel - so versicherte mir jedenfalls Margarethe - würde sich niemand die Mühe machen und nachprüfen, wer tatsächlich wo sitzen würde. Schließlich geht's für den Passagier doch immer nur darum, genügend Beinfreiheit und freie Sicht auf die Fernsehschirme an Bord zu haben.

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Mehr Platz im Jet
Auch Nichtraucher sollten bei Flugreisen immer eine Packung Zigaretten dabei haben - so rät uns Pauls Tante: In der Regel würden nämlich kurz nach dem Start immer wieder Plätze getauscht werden, und mitunter könnte man sich eine bequeme Sitzreihe in der Raucherabteilung sichern, wenn man nur hartnäckig genug mit seiner Zigarettenpackung herumfuchteln würde. Im umgekehrten Fall - wenn man nämlich bei den Rauchern sitzt und im Nichtraucherbereich jede Menge freier Sitze gesichtet hat, müßte man nur ordentlich röcheln, husten und protestieren, um von einer Stewardeß anderswo untergebracht zu werden. Im schlimmsten Fall - so Margarethe weiter - könnte man sich auch den gebührenden Platz verschaffen, in dem man eine widerwärtige Krankheit vortäuscht: Zum Beispiel könnte man sich mit etwas Rouge rote Flecken auf Gesicht und Arme malen; oft würde es aber auch schon reichen, seinen Sitznachbarn ein paar von den Knoblauchpillen anzubieten, die man unentwegt in sich hineinstopfen sollte. Dabei müssen es übrigens keine echten Knoblauchpillen sein - es reicht bereits eine Tüte mit der Aufschrift "Knoblauchpillen" in mindestens drei verschiedenen Sprachen, in der notfalls natürlich auch einfache Pfefferminzbonbons stecken können. Wenn alle Stricke reißen, und man eingekeilt in einer übervollen Maschine sitzt, dann hilft allerdings nur noch ein simulierter Schwächeanfall. Margarethe jedenfalls war es mit dieser Taktik schon zweimal gelungen, kostenlos einen der leer gebliebenen Sitze in der Business-Class zu ergattern. Aber die Sache hat einen Haken: Nach einem Schwächeanfall - so berichtete sie - bekommt man keinen Schluck Sekt mehr.
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Keine Angst im Flugzeug
Pauls Tante fliegt viel, oft, gerne und ohne Angst. Natürlich - so erzählte sie - kann es vorkommen, daß einer dieser Jets in Nöte gerät - zum Beispiel, weil die Piloten etwas Verdorbenes gegessen haben. Aber selbst dann braucht niemand Angst zu haben: Notfalls findet sich immer ein Passagier, der die Maschine landen kann. Paul faßte sich bei dieser Behauptung an den Kopf: Sie könne doch nicht ernsthaft behaupten, daß jeder x-beliebige Kurzurlauber in der Lage wäre, einen hypermodernen Düsenjet sicher zu laden. Aber Tante Margarethe konterte sofort: man müsse lediglich wissen, wo der Kopfhörer ist. "Der Kopfhörer?" fragte Paul und verdrehte die Auge. "Ja, der Kopfhörer!" Damit man den Mann aus dem Tower hören kann. Sie hätte das schon etliche male mitangesehen - im Fernsehen. Da sitzt nämlich immer ein erfahrerer Pilot im Tower, und der sagt einem dann, was man machen muß. Das wäre überhaupt kein Problem - sie hätte sogar schon mal gesehen, wie eine Nonne auf diese Weise einen Jumbo-Jet sicher gelandet hätte. "Im Fernsehen," ergänzte Paul aufseufzend. "Jawohl - im Fernsehen!", und das hätte ja schließlich nicht nur in einem Film geklappt, sondern in etlichen. Und sowas würden die schließlich nicht zeigen, wenn es nicht funktionieren würde. Soweit Margarethes Crash-Kurs gegen Flug-Angst.
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Trinkgelder

Es sei - so erklärte Tante Margarethe - ungemein sinnvoll, sich vor jeder Reise einen Satz italienischer 1000-Lire-Scheine einzustecken. Dieses Zahlungsmittel sei zwar in weiten teilen der Welt reichlich unbekannt, aber genau das wäre ja eben der Vorteil der italienischen Lira. Tausend Lira seien zwar nicht mal eine Mark - aber es gab Situationen - so erklärte uns Pauls weitgereiste Tante - da würde man einfach mal ein Trinkgeld abdrücken müssen. Und dann - in so einer Situation - müßte man extrem gut wissen, wo man die italienische Währung gerade aufbewahren würde. Dann nämlich muß man dem potentiellen Trinkgeld-Empfänger mit betroffenem Augenaufschlag mitteilen, daß man im Moment einfach keinen Dollar - oder was-auch-immer die sonstige handelsübliche Währung war - bereit hätte. Und dann müßte man - ganz zögernd und vorsichtig - so einen Tausend-Lira-Schein herausrücken. Nullen" so erklärte uns Margarethe hätten im Ausland eine ganz besondere Wirkung. Und tausend Lira würden einfach viel mehr Eindruck machen, als so ein popliges Markstück. Noch besser seien übrigens türkische Pfunde: 10.000 davon seinen nicht einmal einen Groschen wert - würden jedoch oft ein wahres Wunder vollbringen.

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Hochzeitsreisende werden besser bedient

Für Pärchen hat Pauls Tante Margarethe folgenden Reisetips parat, den man sich unbedingt merken sollte: Da ist ihr nämlich - schon vor Jahren - ganz drastisch aufgefallen, daß Hochzeitsreisende ganz besonders gut behandelt werden - egal ob im Flugzeug, im Taxi oder im Hotel. Immer gibt's hier ein Gläschen Gratis-Champagner, dort eine ganz besonders freundlichen Service und da das beste verfügbare Zimmer und allerlei weitere Vergünstigungen. Und komischerweise wirft nie jemand einen Blick in den Trauschein. Margarethe selbst konnte bislang von diesen Vergünstigungen nicht profitieren - "mit Männern kann man einfach nicht verreisen!" sagte sie. Aber alle anderen, die Pärchen-weise unterwegs sind, sollten sich unbedingt mal überlegen, ob sie sich nicht vielleicht ein paar Blechdosen an den Koffer und einen Blumenstrauß ans Handgelenk binden sollten. In der Regel würden diese kleinen Utensilien schon ausreichen, um in den Genuß einer First-Class-Reise zu kommen. Notfalls könnte man auch noch geschickt ein paar "Just-Married"-Aufkleber an geeigneten Stellen drapieren oder ein Lebkuchenherz, mit entsprechender Beschriftung um den Hals der Dame. Tante Margarethe jedenfalls ist felsenfest davon überzeugt, daß es sich bei den meisten Flitterwöchnern nur um Hochstapler handelt, die sich einen billigen Luxusurlaub machen wollen. Und gegen "gute Hochstapler" sei im Prinzip nie allzuviel einzuwenden.

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Urlaubsgrüße zum Schnäppchenpreis

Margarethe schickt ihre Urlaubsgrüße meist erst nach ihrer Rückkehr ab. Damit spart man die - astronomisch hohen - Portogebühren im Ausland, außerdem würden die Karten dadurch in der Regel erheblich früher ankommen. Und was zählt - ist schließlich nicht die bunte Briefmarke, so erklärte sie uns - damals im April auf Tobago - sondern, die Geste des Kartenschreibens an sich. Allerdings sollte man sich vorher erkundigen: In einigen Ländern ist das Porto für eine Auslandssendung dann eben doch preiswerte, als bei uns eine Inlandskarte. Gelegentlich könne man sogar bei einem Zwischenstopp ein Schnäppchen machen. Bei einigen ihrer Kartenempfänger würde es sich sogar lohnen, die Karten konsequent unterzufrankieren. Das sind a) Menschen, die in ihrer Kunst weiter unten stehen und b) solche, die sich derart über einen Gruß aus den Tropen freuen, daß sie immer bereit sind, die Nachgebühr selber hinzublättern. Und selbst das sei - so Margarethe - ja äußerst ungewiß, denn woher will unsere Post schon wissen, ob man eine Postkarte aus Kuala Lumpur nun mit einem oder mit zwei Ringgit frankieren muß. Abgesehen davon würden einen die bei der Post im Ausland" sowieso gerne übers Ohr hauen - die können einem ja sonstwas über ihre Tarife erzählen, und wenn man schon eine Karte aus dem Ausland abschicken würde, sei es in aller Regel angemessen nur die Hälfte von dem raufzukleben, was einem der Schalterbeamte empfohlen hätte. Mit dieser vernünftigen Strategie könnte man - im Endeffekt - eine ganze Menge Geld sparen.

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Der Visitenkarten-Trick

"Visitenkarten!" so erzählte mir Paul E. Pops unerschöpfliche Tante Margarethe - alias der "sprechende Kosmetikkoffer" - , Visitenkarten seien ja das "A & O" des modernen Reisens. Und mit Verschwörermiene öffnete sie ihre Handtasche und hielt mir ihr Prunkstück unter die Nase. "Margarethe Kulschuweit" stand da in Schnörkelschrift auf einer Karte aus hauchdünnem Plastik. Und dann, neben dem eindrucksvollen Firmenlogo, die Worte "International Travel Consultant", darunter ein Wust von Telefon- und Fax-Nummern, sowie Homepage- und Emailadressen. Ein anderer ihrer Neffen würde ihr solche Kärtchen am Computer basteln. Und kein Wort von alledem wäre gelogen, lächelte Margarethe ein wenig spitz, und fingerte die nächste Karte aus ihrer Handtasche: Da stand schlicht und einfach "Hotel-Inspektorin" neben ihrem Namen. "Du bist doch kein Hotel-Inspektor," stöhnte Paul und legte die Karte kopfschüttelnd zurück auf den Tisch. "Oh doch!" erklärte Margarethe triumphierend: "Ich inspiziere jedes Hotel, in dem ich bin, sehr genau!" Und dann hatte sie noch eine Karte, auf der sie als "Magazin-Fotografin" ausgewiesen wurde - sie könnte schließlich jedes Magazin fotografieren. Auf einer anderen Visitenkarte war sie "Nahrungsmittel-Analytikerin" - in Deutsch, Englisch und Französisch übrigens. Dann gab es noch eine Weinprüferin, eine Reiseberaterin und eine Margarethe Von Kulschuweit, mit dem Kürzel I.K.V. dahinter. (Das sollte "Ihre Königsfamilien-Verehrerin" heißen). Und so ging es weiter - und Margarethe war jedenfalls fest davon überzeugt, daß man mit diesen kleinen Karten seinen Urlaub - insbesondere den Service - mitunter um einiges verbessern kann.

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Wie wird man VIP ?

Schon kurz nach meiner letzten Ankunft auf Tobago hielt mir Toby Vikata, der Besitzer des Crest-Hotels von Charlotteville ein wichtig aussehendes Telefax vor die Nase. Der Absender war eine VIP Consulting Agency mit Firmensitz in Berlin, Gerichtsstand Washington und Paris. In diesem Schreiben wurde - in etwas holprigem Englisch - die baldige Ankunft der Public-Relations-Managerin angekündigt, die den Auftrag habe, neue Zielorte und -Hotels für eine internationale Reiseagentur zu testen. Die Dame - so hieß es - würde unter falschem Namen reisen, um sich ein unvoreingenommes Bild von den Örtlichkeiten zu machen. Die VIP Agency wolle jedoch ihrer Klientin - die aus einem angesehenen Adelshaus stammt - entwürdigende und enttäuschende Zwischenfälle erfahren und sähe es daher als ihre Pflicht an, die Hoteleigner und Geschäftsführer der Hotels vorzuwarnen, in denen ihre Klientin zu nächtigen geruhe. Der Name dieser reisenden Geldbombe wurde zwar nicht genannt, aber eine kurze Personenbeschreibung hätte gut & gerne auf Pauls Tante Margarethe Kulschuweit zutreffen können. Die allerdings dementierte: Man könnte sie womöglich juristisch belangen - schließlich sei sie nicht im Auftrag eines großen Reiseunternehmens unterwegs und auch keine Gräfin. Aber wenn ausgerechnet sie - Margarethe Kulschuweit - nun für diese Gräfin gehalten würde, dann hätte sie durchaus nichts dagegen. Und komischerweise sei ihr das jetzt schon öfter auf ihren Reisen passiert.

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Geldanlagetips

Die wirklich großen Silvesterparties zur Jahrtausendwende sind bereits ausgebucht - und nicht ganz unschuldig daran ist wieder einmal Pauls Tante Margarethe Kulschuweit - besser bekannt unter dem Namen "Der Sprechende Kosmetikkoffer". In einer ruhigen Minute vertraute sie uns an, daß sie 18 verschiedene Tickets im Gesamtwert von 82.000 Mark in ihrem Schließfach in einer Berliner Bank verwahrt. Darunter so spektakuläre Dinge, wie die dreifache Silvester-Weltumrundung mit der Concorde. Oder auch die Eintrittskarte zum "Silvester-2000-Ball im Restaurant des Pariser Eiffelturms". Natürlich hat Margarethe nicht die Absicht auch nur an einer dieser - wie sie meint - "sinnlosen feiern" teilzunehmen. Das ganze ist vielmehr eine äußerst durchdachte Geldanlage. "Kein Sparbuch, keine Risikoaktien und keine Investmentfonds," so erklärte sie uns, würden einen derart hohen Gewinnzuwachs versprechen wie ihre Silvestertickets für das Jahr 1999. Nicht nur ihr gesunder Menschenverstand, sondern auch einer ihrer ehemaligen Gatten, der seine goldenen Brötchen als Anlageberater verdient, hätten ihr mitgeteilt, daß sich ihre beeindruckende Party-Karten-Sammlung spielend leicht zum zehnfachen Preis verscherbeln läßt, wenn das kalendarische Mammutereignis erstmal nahe genug gerückt wäre. Sie würde dabei ganz auf den Weihnachtseffekt bauen, so sagte sie. Das ist der Effekt, der die normalen Menschen pünktlich am 20. Dezember verblüfft feststellen läßt, daß sich da ein überraschender Festtag nähert, für den man unbedingt noch das eine oder andere Geschenk kaufen läßt. Ich fürchte fast, Margarethes Plan wird aufgehen.

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